Symmetrische Kabel im Heimstudio: XLR, Klinke und wo Brummschleifen entstehen
Symmetrische Verbindungen übertragen dasselbe Signal zweimal, einmal davon phasengedreht. Am Eingang wird die Differenz gebildet, wodurch alle Störungen, die auf beide Adern gleich einwirken, verschwinden. Das ist der Grund, warum eine 10 Meter lange XLR-Leitung sauber bleibt, während ein 3 Meter langes unsymmetrisches Kabel neben dem Netzteil bereits brummt.
Steckerkunde: XLR, TRS und TS unterscheiden
XLR und dreipolige Klinke führen Signal, Gegenphase und Masse. Zweipolige Klinke führt nur Signal und Masse und ist damit unsymmetrisch. Ein Kabel wird nicht symmetrisch, weil beide Enden dreipolig sind, es müssen auch die Geräte an beiden Enden symmetrische Ein- und Ausgänge haben. Eine dreipolige Klinke am Kopfhörerausgang führt dagegen Stereo, kein symmetrisches Monosignal, und gehört nicht ins Interface.
Brummschleifen finden statt bekämpfen
Eine Brummschleife entsteht, wenn zwei Geräte über zwei verschiedene Wege mit Masse verbunden sind, etwa über die Schutzerde der Steckdose und zusätzlich über den Kabelschirm. Der entstehende Potentialunterschied macht sich als Ton bei 50 Hertz und dessen Vielfachen bemerkbar. So grenzen Sie ein:
- alle Geräte an dieselbe Steckdosenleiste anschließen
- Verbindungen einzeln abziehen, bis das Brummen verschwindet
- Bildschirm, Rechnernetzteil und Ladegeräte als Verdächtige prüfen
- bei Cinch-Verbindungen einen Übertrager statt eines Masseabhebers verwenden
Der häufigste Schuldige in Zuschriften ist der Fernseher, der über Antennenkabel und Audioverbindung gleichzeitig geerdet ist.
Was sich beim Kabelkauf lohnt
Zwischen einem soliden Kabel für zwölf Euro und einem für achtzig Euro liegt bei drei Metern Länge kein hörbarer Unterschied, wohl aber bei Zugentlastung und Steckerqualität. Achten Sie auf verlötete statt gecrimpter Kontakte, auf einen Schirm mit hoher Bedeckung und darauf, dass sich das Kabel ohne Erinnerungsfalten aufrollen lässt. Beschriften Sie beide Enden. Diese fünf Minuten sparen später jede Fehlersuche ab.