MIDI-Clock synchronisieren: Jitter, Taktgeber und der Versatz beim Aufnehmen
Die MIDI-Clock sendet 24 Impulse pro Viertelnote. Bei 120 Schlägen pro Minute sind das 48 Impulse je Sekunde, also einer alle 20,8 Millisekunden. Zwischen diesen Marken interpoliert jedes Empfangsgerät selbst, und genau dort entstehen die Abweichungen, die man als schwimmendes Timing wahrnimmt.
Taktgeber festlegen und dabei bleiben
Es kann nur einen Taktgeber geben. Sinnvoll ist meist die Software, weil sie Tempowechsel und Automation kennt. Läuft dagegen eine Hardwaremaschine im Zentrum des Aufbaus, geben Sie ihr die Führung und lassen die Software mitlaufen. Was Sie vermeiden sollten, ist ein Aufbau, bei dem zwei Geräte jeweils senden und empfangen, weil dann beide versuchen, sich gegenseitig nachzuregeln.
Jitter reduzieren: Signalwege verkürzen
Jitter bezeichnet die zeitliche Streuung der Impulse. Er wächst mit jeder Zwischenstation. Praktisch heißt das:
- Ketten aus mehreren Thru-Buchsen durch ein sternförmiges Interface ersetzen
- USB-Hubs zwischen Rechner und Klangerzeuger vermeiden
- Geräte, die den Takt nur mitlesen, ans Ende der Kette setzen
- bei Bedarf auf analoge Impulse umsteigen, die nicht interpretiert werden müssen
Mit einem sternförmigen Verteiler statt einer Kette aus vier Geräten lag mein Timing sofort spürbar enger.
Versatz beim Aufnehmen ausgleichen
Ein extern gesteuerter Klangerzeuger reagiert nicht sofort. Zwischen empfangenem Impuls und Tonanfang liegen je nach Gerät 3 bis 15 Millisekunden. Nehmen Sie deshalb einmal einen kurzen Impuls des Geräts auf, messen Sie die Verschiebung gegenüber dem Raster und tragen Sie den Wert als festen Versatz in Ihre Software ein. Dieser Wert bleibt für dasselbe Gerät stabil, solange der Signalweg unverändert ist.
Zum Schluss ein Hinweis, der viel Zeit spart: Prüfen Sie beim Umstellen des Tempos immer, ob alle Geräte den neuen Wert übernommen haben. Manche Maschinen zeigen den Takt der Gegenstelle an, folgen ihm intern aber erst nach einem Neustart der Wiedergabe.