Kopfhörer-Impedanz verstehen: 32, 80 oder 250 Ohm am Heimstudio-Interface
Impedanz beschreibt den Wechselstromwiderstand des Kopfhörers. Sie sagt nichts über die Klangqualität aus, wohl aber darüber, welchen Verstärker das Modell braucht. Ein Hörer mit 250 Ohm zieht bei gleicher Spannung deutlich weniger Strom als einer mit 32 Ohm und bleibt deshalb an einem schwachen Ausgang leise.
Impedanz und Wirkungsgrad zusammen lesen
Entscheidend ist die Kombination aus Impedanz und Kennschalldruck. Ein Hörer mit 96 Dezibel pro Milliwatt und 250 Ohm braucht rund zehnmal mehr Spannung als ein Modell mit 105 Dezibel pro Milliwatt und 32 Ohm. Wer im Datenblatt nur die Ohmzahl vergleicht, entscheidet auf halber Information. Für die meisten Interfaces gilt: 32 bis 80 Ohm laufen problemlos, 250 Ohm brauchen einen kräftigen Ausgang oder einen separaten Verstärker.
Derselbe Hörer klang an zwei Geräten so verschieden, dass ich zuerst an einen Defekt glaubte. Es war schlicht die fehlende Spannungsreserve.
Dämpfungsfaktor und der Bass
Der Ausgangswiderstand des Verstärkers sollte deutlich kleiner sein als die Impedanz des Hörers, als Faustregel um den Faktor acht. Ist er zu hoch, verändert sich der Frequenzgang mit der Impedanzkurve des Hörers, meist als weicher, unpräziser Bass. Genau deshalb klingt ein niederohmiger Hörer an manchen Kopfhörerausgängen schwammig, obwohl er laut genug ist.
Praktische Auswahl für die Regie
Für Arbeiten im Heimstudio bewähren sich folgende Zuordnungen:
- geschlossene Modelle mit 32 bis 80 Ohm für Aufnahmen, weil sie kaum übersprechen
- offene Modelle für Kontrollhören, weil die Bühne weiter und der Bass ehrlicher ist
- ein separater Verstärker, sobald zwei Personen gleichzeitig hören sollen
Ein letzter Hinweis zur Lautstärke: Bei geschlossenen Hörern unterschätzt man den Pegel leicht, weil die Umgebung fehlt. Halten Sie sich an höchstens 85 Dezibel über längere Strecken und legen Sie stündlich eine Pause ein. Das Ohr ist das einzige Gerät im Raum, das sich nicht ersetzen lässt.