Kompressor einstellen: Attack, Release und Ratio mit konkreten Werten

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Klang & Produktion
Veröffentlicht am
04. Feb. 2026
Lesezeit
7 Min.
Kompressor einstellen: Attack, Release und Ratio mit konkreten Werten
Dynamikbearbeitung wird oft nach Gefühl betrieben. Mit vier Startwerten pro Instrument hören Sie schneller, was der Regler tatsächlich tut.

Ein Kompressor senkt den Pegel, sobald ein Schwellwert überschritten wird. Alles Weitere ist Zeitverhalten. Wer Attack und Release versteht, hört bei jedem Instrument sofort, ob das Werkzeug den Anschlag betont oder verschluckt.

Attack bestimmt, was vom Anschlag übrig bleibt

Eine kurze Attack von 1 bis 5 Millisekunden greift bereits in den Einschwingvorgang ein und nimmt Schlagzeug die Kante. Eine längere Attack von 20 bis 40 Millisekunden lässt den Anschlag durch und regelt erst den Nachklang, wodurch die Spur druckvoller wirkt. Für eine Snare sind 15 bis 30 Millisekunden ein guter Ausgangspunkt, für eine Bassgitarre 10 bis 20, für eine Gesangsspur 5 bis 15.

Release an das Tempo koppeln

Die Rückstellzeit sollte zum Puls des Stücks passen. Bei 120 Schlägen pro Minute dauert eine Achtelnote 250 Millisekunden, eine Sechzehntel 125. Stellen Sie die Release so ein, dass die Verstärkungsanzeige zwischen zwei Schlägen wieder auf null zurückkehrt. Bleibt sie unten hängen, wirkt die Spur leblos, springt sie zu schnell zurück, entsteht ein Pumpen im Takt.

Ich stelle die Release immer sichtbar ein, nicht hörbar. Wenn die Anzeige mitatmet, stimmt der Wert fast immer.

Ratio und Schwellwert gemeinsam wählen

Eine Ratio von 2:1 bis 3:1 dient dem Zusammenhalt, 4:1 bis 6:1 formt hörbar, alles darüber begrenzt. Wichtig ist die Wechselwirkung: Eine hohe Ratio mit sehr wenig Pegelreduktion ist meist unauffälliger als eine niedrige Ratio mit 10 Dezibel Reduktion. Als Startpunkte im Heimstudio:

  • Gesang: 3:1, 3 bis 6 Dezibel Reduktion in den lauten Passagen
  • Bass: 4:1, gleichmäßige 4 Dezibel über den ganzen Verlauf
  • Schlagzeugsumme: 2:1, höchstens 2 bis 3 Dezibel
  • Gesamtsumme: 1,5:1, unter 2 Dezibel

Gleichen Sie am Ende die Ausgangsverstärkung so an, dass der Pegel mit und ohne Bearbeitung identisch ist. Erst dann lässt sich ehrlich vergleichen, denn lauter klingt beim schnellen Umschalten immer besser.

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