Equalizer im Mix: Frequenzen trennen statt Regler anheben
Wenn zwei Instrumente denselben Bereich belegen, hilft kein Lautermachen. Beide werden lauter, beide bleiben undeutlich. Die Arbeit besteht darin, jedem Element einen Bereich zuzuweisen, in dem es allein tragend ist.
Typische Überlagerungen im Heimstudio
Bassdrum und Bassinstrument teilen sich den Bereich zwischen 60 und 120 Hertz. Eine bewährte Aufteilung gibt der Bassdrum den Grundton um 60 bis 80 Hertz und dem Bass den Bereich darüber, oder umgekehrt, je nach Stück. Stimme und verzerrte Gitarre streiten sich um 2 bis 4 Kilohertz, Flächen und Hallanteile verdecken die Stimme zwischen 250 und 500 Hertz. Wer dort bei den Begleitspuren zwei Dezibel absenkt, gewinnt Klarheit, ohne dass es jemand als Eingriff bemerkt.
Erst schneiden, dann anheben
Subtraktive Eingriffe verändern die Balance weniger als additive. Beginnen Sie mit einem Hochpassfilter dort, wo ein Instrument nichts Nützliches beiträgt: Gesang häufig ab 90 Hertz, Gitarren ab 100, Hi-Hat ab 400. Prüfen Sie jeden Schnitt im Zusammenhang, nicht solo, denn allein klingt fast jede Spur nach dem Filtern schlechter.
Wenn ich eine Anhebung von mehr als drei Dezibel brauche, stimmt meistens etwas mit der Aufnahme oder mit der Arrangementdichte nicht.
Güte und Breite bewusst wählen
Schmale Eingriffe mit hoher Güte eignen sich zum Entfernen von Resonanzen, breite mit niedriger Güte zum Formen des Charakters. Praktische Anhaltspunkte:
- Resonanzen suchen mit schmalem Band, angehoben und langsam durchgefahren, danach absenken
- Klangfarbe formen mit einer Güte um 0,7 und höchstens drei Dezibel
- Hochpass immer mit flacher Flanke beginnen, 12 Dezibel pro Oktave genügt oft
Zum Abschluss lohnt ein Kontrollhören über eine kleine Box oder ein Mobilgerät. Was dort noch verständlich bleibt, hat wirklich Platz bekommen. Was verschwindet, war nur im Nahfeld deutlich, und das reicht selten.