Audio-Interface auswählen: Anschlüsse zählen, bevor Sie auf Wandler schauen
Zwischen einem Interface für 150 Euro und einem für 500 Euro liegt beim Rauschabstand ein Unterschied von wenigen Dezibel, bei den Anschlussmöglichkeiten dagegen eine ganze Arbeitsweise. Beginnen Sie deshalb mit einer Liste dessen, was gleichzeitig angeschlossen sein soll.
Eingänge nach Bedarf zählen
Zwei Mikrofoneingänge decken Gesang, Sprache und ein Instrument ab. Wer ein Schlagzeug aufnehmen will, braucht acht, und dann lohnt der Blick auf ein Gerät mit digitaler Erweiterung, weil sich damit später acht weitere Kanäle ergänzen lassen. Prüfen Sie auch, ob die Eingänge hochohmig schaltbar sind, denn eine Gitarre direkt an einem Mikrofoneingang klingt dünn und leise.
Ausgänge und Monitorwege
Zwei Ausgänge genügen für ein Paar Monitore. Sobald ein zweites Paar, ein Kopfhörerverteiler oder ein externer Effekt hinzukommt, brauchen Sie vier oder mehr. Achten Sie auf einen echten getrennten Kopfhörerweg, dessen Lautstärke unabhängig vom Monitorpegel regelbar ist, und auf eine Umschaltung für direktes Abhören ohne Rechnerweg.
Die technischen Daten dieser Geräteklasse ähneln sich stark. Entschieden habe ich am Ende nach Treiberpflege und Anschlussvielfalt, und das war richtig.
Worauf es sonst noch ankommt
Eine kurze Prüfliste vor dem Kauf:
- Treiberunterstützung für Ihr Betriebssystem, auch für ältere Versionen
- Verstärkungsreserve der Vorverstärker, mindestens 55 Dezibel für leise Mikrofone
- getrennte Pegelanzeige pro Kanal, nicht nur eine Übersteuerungsanzeige
- Stromversorgung über Netzteil, wenn Sie Kondensatormikrofone speisen
- Rückgaberecht, damit Sie die Latenz an Ihrem Rechner messen können
Messen Sie nach dem Kauf die tatsächliche Verzögerung an Ihrem eigenen Rechner und notieren Sie den Wert. Er ist die einzige Zahl aus dem Datenblatt, die sich im Alltag wirklich bemerkbar macht, und er weicht regelmäßig von der Angabe des Herstellers ab.