Gehörtraining für Frequenzen: mit acht Bändern anfangen statt mit dreißig

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Lernen & Übung
Veröffentlicht am
22. Apr. 2026
Lesezeit
6 Min.
Gehörtraining für Frequenzen: mit acht Bändern anfangen statt mit dreißig
Frequenzen erkennen lässt sich üben wie Vokabeln. Ein Plan über sechs Wochen, der ohne besondere Software auskommt.

Wer eine angehobene Frequenz benennen kann, hört beim Mischen zielgerichtet statt suchend. Diese Fähigkeit ist erlernbar und braucht kein besonderes Talent, nur regelmäßige, kurze Wiederholung mit sofortiger Rückmeldung.

Acht Bänder als Grundwortschatz, dann kleinere Anhebungen

Beginnen Sie mit acht Oktavmitten: 63, 125, 250, 500 Hertz sowie 1, 2, 4 und 8 Kilohertz. Nehmen Sie ein bekanntes Stück, heben Sie eines dieser Bänder um 9 Dezibel an und lassen Sie eine zweite Person zufällig umschalten. Notieren Sie Ihre Antwort und prüfen Sie sofort nach. Zehn Minuten täglich genügen. Nach etwa zwei Wochen trennen die meisten Menschen die Nachbarbänder zuverlässig.

Ab diesem Punkt wird die Übung schwerer, nicht länger. Sobald acht von zehn Antworten sitzen, verringern Sie die Anhebung auf 6, dann auf 3 Dezibel. Danach kommen die Zwischenbänder dazu, also 180, 350, 700 Hertz und so weiter. Der Übergang von 9 auf 3 Dezibel ist der eigentliche Sprung, denn drei Dezibel entsprechen etwa dem Eingriff, den man im Mischen tatsächlich vornimmt.

Mein Fortschritt kam nicht durch längeres Üben, sondern dadurch, dass ich die Anhebung endlich kleiner gestellt habe.

Übungen für den Alltag

Bauen Sie das Training in Arbeiten ein, die Sie ohnehin erledigen:

  • vor jedem Eingriff die vermutete Frequenz laut aussprechen, dann suchen
  • eine Aufnahme mit geschlossenen Augen hören und drei Auffälligkeiten benennen
  • ein fremdes Stück auf Bassdrum, Bass und Stimme reduziert denken
  • wöchentlich einen kurzen Test mit denselben acht Bändern wiederholen

Wichtig bleibt die Lautstärke: Üben Sie stets im selben, moderaten Pegel um 75 Dezibel, weil sich die wahrgenommene Klangbalance mit der Lautstärke verschiebt. Wer heute leise und morgen laut übt, vergleicht zwei verschiedene Gehöreindrücke und wundert sich über schwankende Ergebnisse.

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