Tagebuch Monat 2: vom Größten zum Kleinsten und zurück

Auch interessant: Mein Buy-Nothing Year & Tagebuch Monat 1

Anmerkung: Als ich neulich im DESY-Forschungszentrum unterwegs war, überkamen mich unfassbar viele Gedanken wie eine Art Autopilot. Am Abend habe ich dann schnell Alles aufgeschrieben und daraus ist dieser Tagebucheintrag geworden. Ich muss echt sagen, dass ich, seit ich das Buy-Nothing Year ausprobiere, eine komplett neue Gedankenwelt im Kopf erlebe, ebenso wie eine Art der Zufriedenheit (wenn auch noch mit vielen Unterbrechungen), die ich vorher nicht kannte. Das Faszinierende ist, dass aus dieser Zufriedenheit keine Faulheit erwächst, sondern das komplette Gegenteil: Tatendrang. Aber in eine völlig andere Richtung als zuvor. Der Drang, ehrenamtliche Arbeit zu leisten, ist mittlerweile stärker als der Drang, nach der Arbeit „abzuschalten“. Wovon denn auch? Von einem Leben, das mir gefällt? Wieso davon abschalten? Auch Assoziationen, die mittlerweile im Kopf entstehen, haben sich stark verändert. Der folgende Tagebucheintrag ist nicht mühevoll zusammengereimt usw. Er ist einfach auf Basis meines Tages entstanden.

Desy Tunnel Hamburg 2
Ein besseres Fotomodel bin ich leider noch nicht geworden, seit ich nichts mehr kaufe 😀 Ich im Teilchenbeschleuniger von DESY

Seit jeher hat der Blick in den Weltraum, so wie in das Kleinste, also in das Atom hinein, mich fasziniert – seit meiner ersten Erinnerung als kleines Kind. Denn Beide bestehen vor allem aus einer Sache: aus Leere. Aus Nichts. Schon immer überkam mich ein ehrfürchtiges Staunen, ein Gefühl der Freiheit, sobald meine Augen sich gen Nachthimmel richteten, wenn es in Hamburg gerade mal nicht regnete. Überall dort oben scheint der Kreis sich zu schließen – die kleinsten Bausteine der Welt halten das Größte, was wir kennen, zusammen: den Weltraum. Und sie Beide bestehen fast nur aus Nichts. Aus Leere. Der Einzige, der sich ständig einredet, dass „Nichts“ der Begriff für Unvollkommenheit wäre, für etwas, das noch fehlt, ist der Mensch. Universelle Gesetze will er für sich nicht gelten lassen. Die Leere gehört abgeschafft – ersetzt durch Beschäftigung, Erziehung, Bildung, Hobbys und Entertainment. Und natürlich durch Konsum. Was für den Weltraum, die Moleküle, die Elementarteilchen und das ganze Atom reichen mag, ist für die Krone der Schöpfung natürlich nicht genug. Diese Ironie wurde mir bei meinem letzten Blick gen Himmel bewusster denn je.

Alles, was hier auf Erden passiert, erscheint so vollkommen bedeutungslos und irrsinnig, wenn man sich die unzähligen Welten nur einmal vorstellt, die dort oben herumfliegen. All‘ das, was schon da war, bevor wir mit unseren Problemchen dazu kamen und sie zum Zentrum der Welt erklärten. All‘ das, was Milliarden Jahre lang genau so passieren musste, wie es passiert ist, ganz ohne uns, damit wir schließlich daraus entstehen konnten. All‘ die gedanklichen und tatsächlichen Möglichkeiten, die dort oben schlummern. Wenn man sich das bei einem Blick gen Himmel einmal vor Augen führt, dann verlieren unsere Bedürfnisse und materialistischen Gelüste sofort an Bedeutung, ebenso wie die Konflikte und Streitereien – man fühlt sich freier und unbeschwerter.

Denn wieso sollte mein Streit mit der GEZ oder mit dem Nachbarn, dessen Hecke mal wieder auf mein Grundstück ragt, wichtiger sein als die Annäherung an ein Milliarden-Jahre altes Mysterium namens Existenz? Sollte es mich trauriger machen, dass mein Chef mich Heute nicht gelobt hat und meine Leistung nicht fair bezahlt wird, oder dass ich nach 26 Jahren auf der Erde immer noch nicht kapiert habe, dass ich mich wohl kaum über mein eigenes Unrecht beklagen kann, wenn ich das von anderen nicht lindere oder gar verursache – egal, ob direkt oder indirekt? Wird Psytrance wirklich zu sehr Kommerz, oder sollte ich mich eher damit beschäftigen, wie diese Musik Menschen helfen kann – völlig unabhängig davon, was andere davon halten oder wie sie durch andere vermarktet wird. Habe ich vielleicht den Blick für die wahren Bedürfnisse, die über meine eigenen hinausgehen, verloren? Geht es mir mittlerweile mehr um Recht, als um Einigkeit? Ist das, was wir Recht nennen, also von Menschen erdachte, auf diversen Interessen basierende Konstrukte wichtiger als das, was wir Moral  und Ethik nennen? Wieso müssen letztere sich dem Recht gegenüber flexibel zeigen und nicht andersherum? Und wir wundern uns noch, dass wir bei unseren aktuellen Prioritäten in eine Sinnkrise geraten. Ehrgeiz vor Nächstenliebe, Ellenbogen vor Gemeinschaft, Karriere vor Ehrenamt, „Recht“ vor Friede. Ein bewusster Blick in den Weltraum kann helfen, eigene Prioritäten zu klären. Es geht nicht darum, sich um die „weltlichen“ Themen nicht mehr zu befassen, oder sich nicht mit ihnen auseinanderzusetzen. Ich stelle mir nur ab und zu die Frage, was man alles bewegen könnte, wenn man die Dinge, die man für den Moment einfach hinnehmen muss auch hinnimmt, und die Energie nicht darein steckt, sich darüber aufzuregen, Streits zu gewinnen und Recht zu haben, sondern einfach das zu verändern, was man unmittelbar für sich und andere zum besseren wenden kann. Das sind teilweise ganz simple, elementare Dinge, die unser Leben bereichern, weil sie andere Leben bereichern und uns so die Kraft geben, den Streit mit den Nachbarn ganz mühelos und ohne Stres zu klären. (Artikel dazu: Lebensweisheiten eines 80-jährigen Menschen & To-Do-Liste für Weltverbesserer)

„Der moderne Mensch wird in einem Tätigkeitstaumel gehalten, damit er nicht zum Nachdenken über den Sinn seines Lebens und der Welt kommt.“ – Albert Schweitzer

Die Leere wertschätzen

Während über unseren Köpfen Millionen Wunder umher rasen, starren wir auf flackernde Bildschirme und beschweren uns über Langeweile. Über hohe Steuern. Weil wir die Qualität unserer Existenz an solche Belanglosigkeiten knüpfen. Ist das Wunder meines Lebens weniger wert, wenn ich mir kein iPhone leisten kann, nicht so und soviel verdiene oder kein Full-HD habe? Oder sollte ich vielleicht mal Abstand gewinnen und aufhören, die Qualität des Lebens an Dinge zu knüpfen, die den allergrößten Teil der Geschichte des Weltraums gar nicht existiert haben? Mag jetzt alles etwas hochtrabend klingen und in deinem Kopf tauchen vielleicht Fragen auf wie „Ich muss mein Essen ja trotzdem bezahlen, auch wenn der Weltraum schön ist…“, aber genau das stelle ich ja auch gar nicht infrage. Ich stelle nur infrage, ob dein Leben bzw. sein Wert von den Dingen abhängen sollte, die man besitzt und von den Erfolgen, die man erreicht. Oder vielleicht eher davon, wie sehr wir mit dem Dasein insgesamt im Einklang sind. Wie sehr wir die Realität anerkennen, statt sie schönzureden bzw. das Leid anderer zu verdrängen, um Platz für unser eigenes zu schaffen, das ehrlich gesagt nicht so groß sein kann, wenn man die Muße hat, einen Text wie diesen zu lesen oder zu schreiben 😉

Ein Blick in den Weltraum macht erstaunlich schnell klar, dass es auf der Welt so viele Dinge gibt, die unser Mitleid und unser Mitgefühl mehr verdienen als unsere eigenen Wehwehchen. Dass die Schönheit des Daseins über Werbetafeln, Lasershows, dicke Titten und fette Bässe hinausgeht. Es geht gar nicht darum, all‘ das zu jeder Zeit verbissen umzusetzen und sofort zum Bettelmönch zu werden. Es geht nur darum, gelegentlich mal hochzusehen und sich zu fragen, ob man in seinem Leben gerade eigentlich die richtigen Prioritäten setzt. Ob es wirklich hilfreich ist, sich unvollkommen oder unglücklich zu fühlen, weil einem dieses oder jenes noch zum Glück fehle oder man dieses oder jenes erst noch erreichen müsste, bevor man endlich glücklich sein könne. Erst dann sei schließlich Zeit für Nächstenliebe und Menschlichkeit, ist doch klar. Ellenbogen first! Die Antwort lautet „Nein“. Ich ekele mich sogar schon vor mir selbst, wenn ich mal wieder wegen so einem Schwachsinn traurig bin oder die Lebensqualität in Abrede stelle. Weil mir mittlerweile bewusst ist, wie respektlos ich mir und der Existenz gegenübertrete, wenn ich wegen absoluter Belanglosigkeiten so egoistisch werde, dass ich das vergesse, was wirklich zählt. Weil ich mir einrede, dass jetzt erstmal ich selbst an der Reihe wäre. Doch es geht nicht darum, der Welt seinen Stempel aufzudrücken, sondern seine Menschlichkeit – Hilfsbereitschaft, Liebe, Mitgefühl. All‘ diese Dinge spenden um Längen mehr Ausgeglichenheit und Sinn als es Konsum und Entertainment je könnten – und war nicht nur für uns, das ist das Entscheidende. Das merke ich schon nach nur zwei Monaten des Experiments deutlich an mir selbst – es gibt auf dieser Welt so viel mehr zu tun als zu arbeiten, zu kaufen, zu urteilen und zu streiten.

„Was für eine Welt könnten wir bauen, wenn wir die Kräfte, die ein Krieg entfesselt, für den Aufbau einsetzten. Ein Zehntel der Energien, ein Bruchteil des Geldes wäre hinreichend, um den Menschen aller Länder zu einem menschenwürdigen Leben zu verhelfen.“ – Albert Einstein

Doch noch viel faszinierender bei einem Blick ins All ist diese unendliche Weite, die Leere, die im Endeffekt den Großteil des Universums ausmacht – nicht etwa das Materielle, was im Universum nur eine Randerscheinung zu sein scheint. Oft habe ich mich dabei gefragt, warum unser irdisches und vor allem das konsumgesellschaftliche Dasein den Gesetzen der Natur und somit auch denen des Universums so stark widerspricht, obwohl wir ja mehr oder weniger von „dort“ kommen. Was ist es, das uns irgendwann mal eingeredet hat, dass wir nichts mit all den Mysterien dort draußen zu tun hätten? Dass unsere Agenda Erziehung, Karriere, Haus, Selbstverwirklichung (Kinder u. Frau optional) lautet und nicht mehr länger Frieden, Gerechtigkeit und ein menschliches Leben für alle. Wieso fühlen wir uns so sehr einem System verpflichtet und so wenig den Menschen an sich?

„Menschen wurden erschaffen um geliebt zu werden.
Dinge wurden geschaffen um benutzt zu werden.
Der Grund warum sich die Welt im Chaos befindet,
ist weil Dinge geliebt werden und Menschen benutzt werden.“ – Dalai Lama

Materielles ist für viele Menschen alles, für das Universum nur eine Randphänomen.

Leere gilt bei uns als Langeweile, als Nichterfülltsein und Unvollkommenheit. Die Leere im Weltraum ist das, was ihn eigentlich ausmacht – sein Kern. Kam jemals einer auf den Gedanken zu sagen „Mensch, da passen aber noch viel mehr Sterne und Planeten rein. Der Weltraum ist unvollkommen.“ ? Nein, denn gerade diese unendliche Weite macht seine Existenz aus und somit auch unsere.

Aber wenn ein Mensch sagt, dass er glücklich ist wie er ist, oder alternative Wege zum westlichen GeburtKindergarten-Schule-Arbeit-Heim-Tot-Modell sucht, dann gilt man schnell als Versager oder als antriebslos. Man gebe sich nur mit dem zufrieden, was man hat, weil man faul sei. Einfach nur existieren? Was für ein Loser. Dabei sind Mensch und Universum dasselbe, obwohl gefühlt Welten dazwischen liegen. Doch wieso gilt für das Eine die Leere als Erkennungsmerkmal und für den anderen als Makel?

„Der Mensch ist ein Teil des Ganzen, das wir Universum nennen. Ein in Raum und Zeit begrenzter Teil. Er erfährt sich selbst, seine Gedanken und Gefühle als getrennt von allem anderen – eine Art optische Täuschung des Bewusstseins. Diese Täuschung ist wie ein Gefängnis für uns, das uns auf unsere eigenen Vorlieben und auf die Zuneigung zu wenigen beschränkt. Unser Ziel muss es sein, uns aus diesem Gefängnis zu befreien, indem wir den Horizont unseres Mitgefühls erweitern, bis er alle lebenden Wesen und die gesamte Natur in all‘ ihrer Schönheit umfasst.“ – Albert Einstein

Ohne die Leere gäbe es gar keinen Raum, in dem etwas existieren, sich entwickeln oder neu entstehen könnte. Die Leere, die bloße Existenz, sie ist der Kern des Daseins und nicht etwa sein Mangel, den wir durch Erfolg und Konsum ausgleichen müssten. Ganz im Gegenteil, genau dieses ständige Gefühl der Unvollkommenheit führt zu Konflikten und macht uns unglücklich, wodurch sich wieder und wieder neue Konflikte ergeben. Denn wir verlieren so den Blick für unser Mitgefühl und all‘ das, was uns eigentlich zum Menschen macht. Der ständige Wunsch, die eigene Existenz zu optimieren und aufzuwerten, er ist es, der den Teufelskreis aufrecht hält. Deshalb schaut gelegentlich mal nach oben, wenn der Stress im Alltag zu groß wird, die Rechnungen zu hoch, der Kontostand zu niedrig und die Welt in euren Augen zu ungerecht und macht euch bewusst, dass die Leere in euch, das bloße Sein und die Tatsache, dass ihr lebt, nichts ist, was noch aufgewertet werden müsste. Es ist wie es ist – weder gut noch schlecht. Es ist. Und damit schon Wunder genug.

Grund genug, sich für die Menschlichkeit einzusetzen, statt für die Karriere. Denn wofür braucht ihr Letzteres schon? Letztendlich doch auch nur, um irgendwas aufzuwerten, die eigene gefühlte Unvollkommenheit. Würdet ihr euch aber schon vollkommen fühlen, weil ihr euch bewusst seid, was für ein Geschenk das Dasein ist, würdet ihr dann noch Karriere im herkömmlichen Sinne machen? Wenn ihr bereits zufrieden wäret? Oder würdet ihr vielmehr nach neuen, bisher unbekannten Alternativen zur Karriereleiter suchen. Nach etwas, das irgendwie sinnvoller und menschlicher ist. Wozu noch abrackern, wenn es mir doch schon gut geht. Und glaubt mir, auf 90% der Karrieren kann die Welt verzichten – Banker, Makler, Aktienhändler, CEOs, CFOs, Anwälte…die Welt würde sich auch ohne diese Berufsbezeichnungen weiterdrehen, was ein Interview mit Rutger Bregman, einem 29-jährigen, der als einer der bedeutendsten jungen europäischen Denker gilt, beeindruckend deutlich schildert.

„Heutzutage sitzen mehr als ein Drittel der Beschäftigten in einem Job fest, den sie selbst für sinnlos halten. Ich spreche dabei etwa von Anwälten, Bankern, Beratern – Menschen, die den ganzen Tag im Büro sitzen, E-Mails an Menschen schicken, die sie nicht mögen, oder Berichte schreiben, die niemand lesen wird.“ – Rutger Bregman

Sein jüngst erschienenes Buch „Utopia für Realisten“ ist ein Appell an eine tiefgreifende Veränderung der Arbeitswelt, u.a. durch die 15-Stunden Woche und das bedingungslose Grundeinkommen. So plädiert er zum Beispiel auch dafür, dass Müllmänner, Pflegekräfte, Polizisten usw. um ein Vielfaches besser bezahlt werden sollten als Banker, Anwälte und Immobilienmakler (Beispiele). Außerdem erklärt er schlüssig und ausführlich, warum das BIP kein sinnvoller Indikator für wachsenden Wohlstand und tatsächlichen Fortschritt einer Gesellschaft ist.

„In den 1970er-Jahren haben Banker in Irland gestreikt. Nach einem halben Jahr sind sie einfach wieder zur Arbeit zurückgekehrt, weil der Streik keine Auswirkungen hatte.“ – Rutger Bregman

Viele Leute vergeuden den Tag hinter dem Schreibtisch und sind auf Facebook unterwegs. Das ist ein großer Teil dessen, was wir Arbeit nennen. Deshalb ist es so wichtig, dass wir neu definieren, was Arbeit überhaupt ist – und sein kann.

Das soll nicht heißen, dass man keine Ziele haben sollte, keine Träume, Wünsche und Hoffnungen, sondern lediglich, dass man sich vom Erreichen dieser Dinge weder mehr noch weniger Lebensqualität versprechen sollte, sondern Sinn. Fragt euch nicht, was es zum Beispiel „bringt“, Obdachlosen zu helfen. Fragt euch, was ihr dadurch geben könnt. Was dadurch besser wird. Nicht für euch, sondern für Alle. Auch ihr seid nämlich Teil von „Alle“. Ihr helft euch selbst, wenn ihr helft. Denn wenn ich in den letzten zwei Monate eine Sache anfange zu verstehen, dann Folgende: durch Keine Tätigkeit bekommt man soviel im Leben wie durchs Geben. Wieso noch kaufen, wenn ich es doch eh immer nur tat, um irgendwas zu bekommen – Status, Glück und Entspannung oder was auch immer, wenn man all‘ das auch erlangen kann, indem man hilft? Es ist der Sinn, nicht das Glück oder der Luxus, nachdem wir letztendlich alle suchen und von dem uns ständig erzählt wird, wir würden ihn in der Arbeit finden, in einem Hobby oder im Konsum. Doch wie soll das möglich sein, wenn der Sinn wahrscheinlich dort verborgen liegt, wo man ihn am wenigsten vermutet – in der eigenen Leere. In der puren Existenz, die wir ständig durch Ablenkung betäuben. Wieso sollte für uns, die Kleinsten, nicht das gelten, was auch für das Universum, also dem vermeintlich Größten gilt – wir brauchen den Raum, um zu wachsen. Stopfen wir ihn mit Müll voll, um die Leere nicht zu spüren, stehen wir still. 

„Die Verschmutzung des Planeten ist nur die Spiegelung im Außen von einer psychischen Verschmutzung im Inneren, ein Spiegel für die Millionen von unbewussten Menschen, die keine Verantwortung für ihren inneren Raum übernehmen.“ – Eckhart Tolle

Der Sinn der Leere

Während die Leere des Alls also existenziell ist, wollen wir die Leere ins uns ständig mit sämtlichen Kram, Konsum und mit Selbstbestätigung füllen, um uns nicht „so leer“ zu fühlen oder so „gelangweilt“. Doch vielleicht ist es ja wie im Universum? Vielleicht brauchen wir die Leere, um überhaupt etwas schaffen und entstehen lassen zu können. Um uns zu entwickeln. Vielleicht müssen wir die Leere leer sein lassen, um selbst zufrieden zu existieren und Neues entstehen zu lassen. Um endlich zu beginnen, Sinn in den eigenen Taten zu suchen, statt Glück, Erfolg und Eigennutz. Um das herauszufinden, habe ich damit aufgehört, die Leere mit selbstbezogener Beschäftigung und mit Kaufen und Unterhaltung zu füllen, sondern sie sein zu lassen, um herauszufinden, was sie mir zeigt. Und sie hat wirklich eine Menge zu zeigen und zu erzählen – wenn man sie lässt, statt sie ständig zu kompensieren.

Das ist der Sinn der Leeresie zeigt uns (zum Beispiel durch Meditation), was wir wirklich tun möchten und nicht, was wir glauben, tun zu müssen, um dieses oder jenes zu erreichen, wovon wir uns wiederum dieses oder jenes versprechen. Sie zeigt uns, warum wir das Jetzt nicht durch Gedanken an das Gestern oder Morgen ersetzen sollten bzw. warum das Jetzt immer schöner und wichtiger ist. Sie durchbricht den Teufelskreis und zeigt uns, wo unser Sinn zu finden ist. Denn der liegt bei jedem woanders. Deshalb ist es so wichtig, eigene Erfahrungen zu machen. Niemand kann dir diesen Schritt abnehmen und seine Erfahrungen als deine ausgeben. Deinen Sinn findest du nur in deiner Erfahrung, nicht in den Erfahrungen anderer, die sie dir als allgemeingültig aufdrängen wollen. Die einzige universell gültige Tatsache, die ich bisher im Leben kennengelernt habe ist eben jene, dass die Antwort auf diese Fragen in der Leere zu finden ist, nicht im stressigen 24/7 Betrieb unserer Zeit. In der Konsumpause, wie in meinem Buy-Nothing-Year.

Um endlich zu verstehen, dass wir sind wie wir sind und nichts mehr von Außen brauchen, was uns Bestätigung gibt, um zu leben. Denn solange wir Dinge nicht tun, um sie zu tun, sondern uns Erfolg, Bestätigung oder anderweitigen Nutzen davon versprechen, laufen wir im Kreis. Wir wollen, hoffen, wünschen, fürchten, mögen, mögen nicht, hasse, lieben, verstehen oder missverstehen – aber wir sind nicht.

Ein Blick in den Weltraum genügt, um Sorgen verschwinden und Glück entstehen zu lassen. 

Wie kann man bei diesem Anblick ernsthaft noch denken, dass man alles begriffen hätte und der Sinn unseres Lebens Karriere, Abenteuer, Entertainment, Reichtum und Komfort wäre? Dass es ok wäre, Krieg zu führen, um eine fiktive Staatsform namens Demokratie in die Welt zu tragen, die außerhalb unseres beschränkten Horizonts NICHTS bedeutet. Nur, weil wir meinen, dass wir Recht hätten. Dass Parteien und einzelne Anführer uns leiten und Aktienkurse uns antreiben sollten. Dass Rechthaben bedeutet, eine irdische Diskussion für sich zu entscheiden, einen Krieg oder einen anderweitigen Konflikt. Dass Glück nur von dem abhängen würde, was geschehen könnte oder bereits geschehen ist, doch nie von dem, was jetzt gerade ist – vom Moment. Dass es unser Leben ausmachen würde, was man erreicht, besitzt oder leistet und nicht das, was man zwischen diesen Dingen findet – das bloße Existieren.

Dass sich das Leben tatsächlich nur zwischen Himmel und Erde abspielen würde. Dass man sich durch das, was man kauft, anhat, sagt oder benutzt tatsächlich definieren könnte. All‘ diese Annahmen zeugen von einer unvorstellbaren Überheblichkeit des Einzelnen, der ernsthaft glaubt, dass das Dasein mit der Geburt beginnt und mit dem Tod endet, nur weil das Gegenteil noch nicht auf Basis der Methodik bewiesen wurde, die wir „Wissenschaft“ nennen. Und das alles, was über Geburt, Tod, Empirie und Materielles hinaus geht, bedeutungslos wäre, oder gar nicht existent. Deshalb definieren wir uns lieber durch Brands, Fachwissen, Erfolge, Berufsbezeichnungen und Status. Klar, wenn ich mir den Nachthimmel so ansehe glaube ich auch, dass die Bedeutung des Begriffs „Online-Marketing-Manager“ wichtiger ist als die selbstreflektierte Auseinandersetzung mit dem menschlichen Dasein. Denn nur vom Beruf kann ich mir ja was kaufen. Der Faktor „Finanzen“ wird zum Indikator für richtig und falsch, für sinnvoll und nicht sinnvoll. Wir denken, dass der Kontostand einen viel größeren Wert hat als tatsächliche Zufriedenheit und ein menschenwürdiges, so wie respektvolles Handeln. Dass das Glück in den Dingen liegt und nicht in den Erfahrungen und einem gewissen Sinn im Leben. Viele Menschen zögern oft vor Selbstexperimenten wie meinen, weil sie erst sicher sein wollen, dass es was bringt. Da wären wir wieder bei den Versprechen, die wir uns ständig von allen Dingen machen, die wir tun oder wollen.

Im Buddhismus sagt man, dass man sich denjenigen, der sagt, dass er erst meditieren wolle, wenn man ihm die Erleuchtung bewiesen hätte, als einen Soldaten vorstellen solle, der sagt, dass er den giftigen Pfeil erst aus seinem Bein ziehe, wenn er wüsste, wer geschossen hat. Der Soldat wird vermutlich sterben. 

„Das Glückt liegt in dir und nicht in den Dingen.“ – Buddha

Wer will sich da überhaupt dauernd als mehr definieren als er oder sie ohnehin bereits ist – ein lebendes Wesen, was fraglos faszinierend genug ist? Wir selbst oder unser Ego? Wer meint, überhaupt noch irgendwas erreichen oder neu kaufen zu müssen, um glücklich sein zu können? Wieso können wir nicht einfach so glücklich sein und Glück zur Basis und Motivation unserer Taten machen, anstelle von Ehrgeiz, Unzufriedenheit, Egoismus, materiellen Wünschen und Zielen, anstatt es ständig zum unerreichbaren Ziel zu erklären? Gründe für mehr Dankbarkeit im Leben gibt es genug.

Der Unzufriedene – Manipulationsmasse für die Industrie

Schon als Kind dachte ich mir, dass diese unfassbare Welt, in die wir hineingeboren werden, einfach so, schon für sich soviel Glück bedeutet, dass ich gar nicht mehr davon brauche. Dass allein‘ das Universum und mein Leben schon Mysterium genug sind, sodass es eigentlich gar nichts Wichtigeres zu entdecken und zu verstehen geben könne als das Leben und den Menschen selbst. Mit jedem weiteren Jahr und Schritt in Richtung „Erwachsenwerden“ veränderte sich diese Meinung immer mehr, bis sie unter einem Nebel des Ehrgeizes und „Nicht-Genügens“ gänzlich verschwand. Viele neue Mysterien tauchten plötzlich auf bzw. wurden uns allen vorgesetzt. Mathe, Deutsch, Religion, Moral, Ethik, Wirtschaft, das Rechtswesen, Do’s and Dont’s. Die letzten 15 Jahre drehte sich mein Leben um diese Dinge, nicht aber ums Leben. Die Frage, die sich langsam unter dem Nebel auftat, „Ist es wirklich wichtig für die Zukunft des Lebens und meines Lebens, diese Dinge zu verstehen?“, wurde immer lauter. Immerhin beschäftigen die Menschen sich schon sehr lange mit diesen Themen. Die Kernprobleme der Menschheit, also Hunger, Krieg, Umweltzerstörung, Unterdrückung und Gewalt gegen andere Lebewesen, sind bisher trotzdem ungelöst geblieben. Trotz immer besserer Technik und immer mehr Wohlstand. Ich habe oftmals das Gefühl, dass unser tatsächliches Wissen und der Durst nach neuen und eigenen Erfahrungen, so wie nach neuen Lösungen immer kleiner wird, je mehr Informationen uns zur Verfügung stehen.

Klar, amazon liefert bald per Drohne. Das iPhone ist wieder ein paar Millimeter größer, die Kamera ein paar Pixel besser. Google weiss, was wir suchen wollen, bevor wir es suchen. Doch es ist und bleibt ein Status Quo, der lediglich immer bequemer wird. Die Kernfragen bleiben nach wie vor unbeantwortet. Und wenn jemand nach einer Antwort sucht, dann nicht um der Antwort, sondern um des Profits Willen. Alles für den Aktienkurs. Vielleicht finden wir die Antworten genau deshalb nicht, weil wir die Fragen nicht richtig stellen.

Ebenso haben sich die Probleme im eigenen Leben bisher nicht gelöst, indem ich sie durchdekliniere, auf den kleinsten gemeinsamen Nenner bringe, andere durch Konzepte von ihrer wahrhaftigen Existenz überzeuge und von ihrer hohen Priorität, oder Gott in meinen Problemen suche. Probleme lösen sich durch Handeln. Durch eigene Erfahrung. Doch gerade diese entscheidenden Kompetenzen sind in Verruf geraten, denn wozu noch eigene Fragen stellen und Erfahrungen machen? Ich habe doch Google und Wikipedia. Warum soll denn gerade ich handeln? Ich bin doch schon genug damit beschäftigt, mein Glück zu finden. Wieso löst keiner meine Probleme? Die Politik vielleicht. Seit Jahrzehnten wird unser Desinteresse an der Politik medial hochgezogen, indem wir soviele Falschinformationen erhalten, dass wir damit anfangen, gar nichts mehr zu glauben und uns abwenden. Von diesem Moment an hat die Politik freie Bahn. Geprägt werden unsere Werte währenddessen von Unternehmen und „Economy“-Stars wie Mark Zuckerberg & Co, welche die kapitalistischen Werte der „unsichtbaren Hand“ neu und frisch verpackt vermitteln.

Noch immer wollen und begehren wir permanent, während wir den Moment stets als unvollkommen ansehen und ständig irgendwas vermissen, brauchen oder nicht so mögen wie es gerade ist. Deshalb kommen die Menschen, die diese Dinge erreicht zu haben scheinen auch so einfach in unseren Kopf. Ruhelosigkeit, Ehrgeiz, Selbstgerechtigkeit und der Wunsch nach Anerkennung und Aufmerksamkeit treiben fast alle von uns an. Jemand, der aus diesen Eigenschaften eine Tugend macht, die uns auf dem Weg zum Erfolg hilft, hat uns unter Kontrolle. Folglich ist die Welt ruhelos, ehrgeizig, süchtig nach Anerkennung und somit egoistisch. Sollten die Motivationen hinter unseren Taten, also die Basis unseres Daseins, deshalb nicht eher Mitgefühl, Zufriedenheit und Wohlwollen sein? Natürlich fällt das schwer, denn zwischen unserer wahren menschlichen Natur und dem, was wir Dank Erziehung und Werbung dafür halten, klafft ein riesiges Loch, das wir ständig füllen wollen, denn diese gefühlte Diskrepanz ist das sog. „Unglück“. Wir denken, dass wir nicht genügen würden, so wie wir sind. Denn niemand lässt sich so leicht kontrollieren und manipulieren wie jemand, der nicht mit sich zufrieden ist und Antworten im Außen sucht, statt in sich selbst. Auch ich begann damit, die Leere, die mich als Kind am Universum so fasziniert hatte und die sich angesichts all‘ dieser unbeantworteten Fragen in mir auftat, mit Leistung, Wettbewerb und Konsum zu füllen. Der Nebel wurde folglich immer dichter. Das „Buy-Nothing“-Year bzw. die ersten zwei Monate lichten diesen Nebel bereits um einiges schneller als ich es für möglich gehalten hätte. Man macht einen Perspektivwechsel, vielleicht vergleichbar mit einem Astronauten, der die Welt das erste mal sieht, so wie sie ist. Und plötzlich mit einem völlig veränderten Weltbild auf die Erde zurückkehrtsiehe Video.

All‘ die politischen Debatten im Fernsehen, religiöse Konflikte, der Streit mit Freunden und Verwandten, so wie das Beleidigen in Online-Kommentarbereichen – angesichts dessen, was wir alles nicht wissen und verstehen, ist es doch schon fast lächerlich, wie wichtig wir den winzigen Bruchteil nehmen, den wir zu verstehen glauben. Politische Ansichten. Konzepte. Vereine. Weltbilder. Wirtschaftstheorie. Forschung. Religionszugehörigkeit. Schulwissen. Es ist schon faszinierend, wo überall wir permanent Recht haben und gewinnen wollen. Und da es uns nie auf den Feldern gelungen ist, die schon vor uns existiert haben, erfanden wir einfach neue. Recht haben müssen, denn dadurch definieren wir nur zu gern‘ die Qualität unseres Daseins. Nationen führen Kriege für dieses Recht. Menschen verletzen, wetteifern und kämpfen auf andere Weise dafür. Das Ergebnis ist immer dasselbe: Leid auf der einen und kurzweilige doch letztendlich selbstzerstörerische Momente vermeintlicher Freude auf der anderen Seite, ebenso wie sich ständig vertiefende Selbstzweifel. Gleichzeitig erscheinen die brutalen Konflikte und die Umweltzerstörung, die auf Erden aktuell geschehen, noch viel sinnloser. Wir verstehen so wenig. Doch das, was wir einigermaßen verstehen, nämlich unsere Heimat, das kleine Quäntchen Weltraum, das wir für uns entdeckt haben, zerstören wir aufgrund von Konzepten und Ansichten, die ihre Bedeutung komplett verlieren, wenn man sich nur einmal ernsthaft selbstreflektiert betrachtet, oder den Blick gen Himmel hebt. Aber nicht, um nach Chemtrails zu suchen.

Wir probieren, den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden, zu verstehen. Das Gottesteilchen. Das, was alles zusammenhält. Auf der Suche nach unserem Ursprung, dem „Wie“ und dem „Warum“ entfernen wir uns immer weiter von der Erde. Von uns selbst. Wir probieren die Quanten zu verstehen, den Urknall. Aber warum wir Krieg führen, warum Menschen Hunger leiden und der Großteil der Welt arm ist, das verstehen wir nicht. Wir verstehen uns selbst nicht und kompensieren das durch eine Flucht ins All. Als hofften wir irgendwie, dass die Antwort auf die Frage nach unserer Herkunft uns auch beantworten könnte, wohin wir gehen werden. Als würden sich all‘ die Probleme in Luft auflösen, wenn wir den Anfang von Raum & Zeit endlich verstünden. So ähnlich ist das übrigens auch mit dem Konsum, dem Kaufverhalten und der Sucht nach Leistung und Wettbewerb. Wir verstehen nicht, was uns zum Glück noch fehlt und deshalb hoffen wir einfach, dass es irgendwas von den Dingen ist, die Werbung, Politik, Medien und Erziehung uns 24/7 einhämmern. Komisch, dass die Dinge, die wir wollen, plötzlich ganz andere sind, wenn das Glück erst mal da ist. Einfach so. Wenn es aus der Leere zwischen zwei Gedanken – zwischen zwei Ich-Will- oder Ich-Muss-Gedanken, einfach so entsteht. In der Leere. Einfach, weil man in diesem Moment eben weder etwas will, noch etwas muss. Man ist einfach. Ähnlich der Leere, die mich am Weltraum fasziniert. Irgendwas ist da, wenn nichts anderes da ist. Die Abwesenheit von Ehrgeiz und Eifer macht uns nicht antriebslos. Sie lässt uns erkennen, was wir wirklich wollen. Und das kann nie verkehrt sein, wenn wir es nicht tun, weil wir uns etwas davon erhoffen, sondern weil es uns bereits etwas gibt. Denn die wahre menschliche Natur ist mitfühlend und hilfsbereit, nicht egoistisch und übereifrig. Alles, was wir in der „Leere“ empfinden und wollen, das sind wirklich wir. Doch bei all‘ dem ständigen Werbelärm, dem Konsum und all‘ den Dingen, die wir ja noch unbedingt haben und erreichen müssen, haben wir das Gefühl für diese Leere verloren.

„Moralische Empfindungen sind in der Natur des Menschen festgelegt und kein Produkt rein vernünftiger, intellektueller Überlegungen.“ – David Hume

Warum ich euch das Alles erzähle? Weil mir diese Gedanken original so in den Kopf kamen, als ich aufgrund meines „Buy-Nothing“-Years eine Besichtigungstor im DESY-Forschungszentrum machte, statt im Kino – weil sie kostenlos war 😉 Es ist absolut faszinierend, was im Kopf so passiert, wenn man Alternativen zur Konsumgesellschaft sucht. Assoziationen entstehen neu, die Prioritäten ordnen sich. Und auch, wenn einige Dinge wirr klingen mögen – es wird alles viel, viel klarer, seit ich den Moment immer weniger durch einen Filter aus „Wollen“, „Nicht-Wollen“, „Hoffen“, „Wünschen“ und „Verlangen“ betrachte und ihn stattdessen annehme wie er ist. Mit so einem Ansatz bin ich definitiv nicht in das Experiment gestartet. Aber mit jedem weiteren Tag des „Buy-Nothing“-Years merke ich eindeutig, dass das nur der erste Schritt war. Wie viel man kauft oder anderweitig konsumiert ist nicht die Kernfrage, nicht der Selbstzweck – es ist ein Indiz dafür, inwieweit man bereit ist, einen neuen Weg zu gehen. Die eigene menschliche Natur zu ergründen, abseits von dem Zerrbild, welches wir in unserer Gesellschaft davon medial abbilden.

So sehr ich den Weltraum und die atomare Ebene also auch liebe – die wissenschaftliche Jagd nach ihr, so wie im DESY-Forschungszentrum, ist nur ein weiterer Ausdruck des kollektiven Wahnsinns, die ständige Leere mit Erklärungen und Beschäftigungen zu füllen. Bevor wir in den Weiten des Alls nach Lösungen für uns und unsere Erde suchen, sollten wir vielleicht erstmal den eigenen, inneren Raum erkunden. Uns selbst. Die Suche im Innen statt im Außen. Viele Fragen, auf die wir aktuell im Weltraum nach Antworten suchen, aus Angst, dem ins Auge zu blicken, was hier auf Erden tagtäglich passiert, würden sich vielleicht gar nicht mehr stellen, wenn wir uns endlich trauen, uns selbst ins Auge zu blicken – der Leere ins Auge zu blicken. 

2 Gedanken zu „Tagebuch: Monat 2 – vom Größten zum Kleinsten und zurück

  • 25. Dezember 2017 um 1:17
    Permalink

    So ein hammer Text – ich bin nach wie vor total baff. Ich kann mich in sehr vielen Punkten wiederfinden und gut nachfühlen, wie es dir geht.

    Freue mich, weiter von dir zu lesen und werde den Text weiterempfehlen 🙂

    Antwort
    • Heddi
      19. Januar 2018 um 12:34
      Permalink

      Hallo,

      sorry, dass ich so lange mit einer Rückmeldung gebraucht habe. Ich war in einem längeren Feiertagsurlaub und in Südeuropa unterwegs. Vielen, vielen Dank für dein Lob und ich hoffe, ich komme bald zu Tagebucheintrag Nr. 3. Es ist unheimlich motivierend zu wissen, dass man doch tatsächlich Menschen erreicht. Abundzu zweifelt man halt selber an sich und an dem, was man da so abtippt und da habe ich mich sehr über deinen Kommentar gefreut 🙂 Bald werde ich sicherlich wieder Zeit für einen weiteren Artikel finden.

      Viele Grüße

      Arne

      Antwort

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