Unser ForRest Explosion Sommernachtztraum 2017 – GoaExpress & Goazin On Tour

War das alles nur ein Traum? Kann mein Kopf sich sowas überhaupt ausdenken? Bis zum letzten Wochenende war ich noch der Meinung, dass die familiären, kleinen und trotzdem vielfältig und gut organisierten Psytrance Festivals in Deutschland zu einer aussterbenden Spezies gehören. Doch dann erlebte ich den Sommernachtztraum 2017, aus dem ich am Montag mit jeder Menge Sehnsucht erwacht bin. Einziger Vorteil: ich bin ohnse Hi-Tech aufgewacht und ich habe ihn, nach dieser 48-stündigen Dauer-Trommelfellmassage, auch nicht vermisst. Aber von Anfang an – oder ihr lest direkt mein Fazit, wenn euch die Details nicht interessieren 😉

Abfahrt in Hamburg

Der GoaExpress fährt von Hamburg aus auf alle guten Psytrance Festivals, primär in Deutschland. Organisator und Fahrgäste sehen sich als große Gemeinde und das merkt man auch!
Der GoaExpress fährt von Hamburg aus auf alle guten Psytrance Festivals, primär in Deutschland. Organisator und Fahrgäste sehen sich als große Familie und das merkt man auch! – Bild: GoaExpress

Dieses Festival war in vielerlei Hinsicht eine Premiere für unsere Gruppe. Denn erstmals sind meine Freundin, Freunde und ich mit dem GoaExpress ins Festival Wochenende gestartet (hier gibt’s ein Interview mit dem Team). Die bequemste, stressfreieste und spaßigste Festival An- und Rückreise die wir je hatten. Weiterhin war es das kleinste Psytrance Festival, das ich bisher besucht habe. Und gerade deshalb auch eines der Besten.

Tipp: Hier findet ihr alle GoaExpress Touren & Termine 

Während der Anreise per wirklich bequemen Reisebus, mit Abfahrt von Hammerbrook aus, tat das GoaExpress Team alles, um die Fahrzeit möglichst unterhaltsam zu gestalten und die Fahrgäste miteinander bekannt zu machen. Untermalt von ordentlich Bass für die Floorfreude und akzentuiert durch kleine, aber feine Deko-Elemente. Natürlich ist es immer einfach sofort Ideen für Verbesserungen zu haben – und genau nach denen haben Jan und Carlos während der Fahrt ebenfalls gefragt. Für Getränke zu wirklich guten Preisen war während der Fahrt auch gesorgt. Für insgesamt 40,- € für Hin- und Rückfahrt eine absolut lohnenswerte Sache, da die Reise mit dem Zug nur ca. 10,- € günstiger gewesen wäre und dafür doppelt so stressig und nur halb so vergnüglich.

Giovanni, AJ, Lisa, Daniel, Anna & Ich im GoaExpress :)
Giovanni, AJ, Lisa, Daniel, Anna & Ich im GoaExpress 🙂

Ankunft auf dem Festival-Gelände – Bilder & Eindrücke

Nachdem wir im Bus ordentlich eingestimmt wurden kamen wir nach ca. 2 Stunden inkl. Pause in Zapel an. Genauer gesagt auf dem Festival-Gelände des S.N.T Sommernachtztraum 2017, auch als ForRest Explosion bekannt. Eine Kiesgrube, die etwas abseits des angrenzenden Ortes Zapel liegt. Das beste daran war, dass man im Bus bereits so viele tolle Menschen kennengelernt hat, sodass eine angenehme Camping-Gemeinschaft überhaupt kein Problem mehr war.

Nach einer kurzen Fahrt durch den Wald kamen wir schließlich an und wurden erstmal durch eine ordentliche Polizeipräsenz begrüßt. Wirklich viel, wenn man bedenkt, dass das Event nur rund 1.000 Gäste zählt, was den Charme dieses Gatherings ausmacht. Denn trotz der niedrigen Besucherzahl stellen die Veranstalter umso mehr auf die Beine. Klein aber fein trifft es hier definitiv am besten, auch wenn es nicht ausreichend beschreibt wie viel Liebe zum Detail Patrick & sein Team in dieses Event und seine Location gesteckt haben. Das sah man vor allem, sobald man plötzlich den ersten Blick auf den in einer Senkung versteckten Mainfloor erhaschte.

Hier lief vor allem Psytrance & Progressive. Das gesamte Gelände bildet sich rund um diese Kiesgrube herum. Die Location verzauberte einen wirklich auf den ersten Blick und an den Gesichtern um mich herum erkannte ich, dass es definitiv nicht nur mir so ging. Wer den Anblick noch länger genießen wollte, konnte sich auf einer Schaukel oder auf Hängematten mit Blick auf den Floor niederlassen. Auch eine Aussichtsplattform, von der man sowohl die Black Out Arena als auch den Mainfloor beobachten konnte, gab es. Ich sollte hier noch viel Zeit verbringen.

Der Psytrance Floor lag direkt in der Kiesgrube, umrandet von jede Menge Grün - Bild: Benjamin Genz Fotografie
Der Psytrance Floor lag direkt in der Kiesgrube, umrandet von jede Menge Grün – Bild: Benjamin Genz Fotografie

Neben dem Mainfloor gab es auch noch die Dark / Forrest / Hi-Tech Area namens Black Out Arena. Und ich weiss mittlerweile wirklich, wieso sie so heißt. Auf dem Event läuft die Musik 24 / 7 und auf Grund des kleinen Geländes ist sie auch überall auf dem Campingplatz zu hören. Es gab also kein Entkommen vor bpm-Höchstwerten. Auch dann nicht, wenn man es wollte. Nicht einmal im Chillout. Für mich der einzige wirkliche Kritikpunkt des Events.

Die Arena lag eine Ebene über dem Main und man konnte innerhalb von unter einer Minute wechseln. Je nach körperlicher Verfassung natürlich. Insgesamt profitiert das gesamte Gelände von sehr kurzen Laufwegen. Und Dank der Ticketlimitierung auf ca. 1.000 Stk. ist es trotzdem nie zu voll und es gibt kein Gedränge. Auch der Notarzt hatte, soweit ich es mitbekommen habe, keine Einsätze, während es auf anderen Festivals schon um 14:00 Uhr am Freitag Blaulicht-Geheule gibt.

Die Black Out Arena - hier gibt's Dark, Forrest & Hi-Tech auf die Ohren. Bild: Benjamin Genz Fotografie
Die Black Out Arena – hier gibt’s Dark, Forrest & Hi-Tech auf die Ohren. Bild: Benjamin Genz Fotografie

Chillout, Preise & Verpflegung

Wie schon erwähnt, überzeugten nicht nur die beiden Floors durch eine tolle Atmosphäre, sondern auch der Rest des Geländes. Eine Sache, die bei vielen größeren Events zunehmend aus dem Fokus der Veranstalter verschwindet. Was auf diesem Event an teuren Namen im Line-Up gespart wurde, steckte definitiv in einem tollen und atmosphärischen Gelände. Und ich fand es sehr schön, mal nicht das Psycircus, Indian Spirit & Co. Line-Up vorgesetzt zu bekommen, sondern richtig guten Psy und auch Proggy von Acts, die man nicht überall zu sehen bekommt. Aber auch ein paar breitflächiger bekannte Namen wie Ritanis, Ismir, Pastor John u.v.m. waren dabei. Wie ihr bei Facebook vllt. schon mitbekommen habt, mache ich mir eher etwas aus Musik, als aus Namen.

Weiterhin gab es tolle Dekorationen, jede Menge Sitzmöglichkeiten, von denen keine einzige überlaufen war, tolle Verpflegung mit gutem Essen (auch vegetarisch / vegan) und vor allem zu top Preisen! Schnitzel 2,50,- € habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Außerdem gab es saubere Dixies, für 0,50 Cent pro Toilettengang, oder dreckige Dixies for free. Wobei diese auch nicht ansatzweise so dreckig waren wie auf größeren Events. Insgesamt konnte man sich hier super die Zeit vertreiben und Grundbedürfnisse stillen. Mit dem kleinen Nachteil, dass die Musik von beiden Floors eben überall zu hören war, primär die Blackout Arena, da diese nicht in einer Vertiefung lag. Auch Shops mit den entsprechenden Utensilien und Klamotten standen bereit. Ich muss sogar sagen, dass ich mich hier wesentlich besser verpflegt gefühlt habe als auf größeren (und teureren Events!!!) wie dem Waldfrieden. Meine Meinung 😉

AJ und Lisa aus unserer Truppe - Bild: Goazin.de
AJ und Lisa aus unserer Truppe – Bild: Goazin.de
Bild - Benjamin Genz Fotografie
Hängematten laden zum Entspannen ein – und es war auch meistens eine frei. Bild – Benjamin Genz Fotografie
Chillout Zelt & Bar an der Blackout Arena - Bild: Benjamin Genz Fotografie
Chillout Zelt & Bar an der Blackout Arena – Bild: Benjamin Genz Fotografie

Mein Fazit zum Sommernachtztraum 2017

Das erste, was ich festhalten kann ist, dass ich fortan nur noch mit dem GoaExpress zu Festivals fahre. Denn die Gemeinschaft, die so bereits auf der Hinreise entstand, hatte ich so vorher noch auf keinem Festival. Und auf der Rückfahrt hat man dann noch eine schöne Afterhour, in einem klimatisierten Bus, mit gekühlten Getränken, was nach so einem Event und bei den Temperaturen nicht zu verachten ist. Aber nun zum Festival.

GoaExpress, Goazin.de & Hamburg unterwegs ;) - Bild: Benjamin Genz Fotografie
GoaExpress, Goazin.de & Hamburg unterwegs 😉 – Bild: Benjamin Genz Fotografie

Die Ticketpreise sind mit rund 60,- € absolut angemessen, das Festival lässt absolut nichts vermissen, was man von größeren Events vllt. an Ambiente und Sound gewöhnt ist. Teilweise übertrifft es sogar einige größere Events dabei. Mir persönlich haben vor allem die niedrige Besucherzahl, die absolut friedliche Atmosphäre ohne ständige „BALLERN!!!“-Rufe und die Lage der Location an sich gefallen. Die Musik war gut, die Floors haben Spaß gemacht (vor allem auch der Sand unter den Füßen) und sauber und satt bin ich auch geworden. Dabei muss man wissen, dass das für mich eine sehr hohe Priorität hat, was natürlich nicht allen von euch so geht.

Die Floors zauberten bei Nacht nochmal eine ganz neue Atmosphäre und auch das gesamte Gelände an sich verwandelte sich in der Dunkelheit nochmal in etwas ganz Neues. Das hat mir sehr gefallen. Beleuchtung und Laser waren gut in Szene gesetzt, ebenso wie Deko-Elemente und die Arrangements der verschiedenen Elemente auf dem Gelände.

Die beleuchtete Kiesgrube bei Nacht - Bild: Benjamin Genz Fotografie
Die beleuchtete Kiesgrube bei Nacht – Bild: Benjamin Genz Fotografie
Blick vom Campingplatz auf's Gelände - Bild: Benjamin Genz Fotografie
Blick vom Campingplatz auf’s Gelände – Bild: Benjamin Genz Fotografie
Der Mainfloor bei Nacht - Bild: Benjamin Genz Fotografie
Der Mainfloor bei Nacht – Bild: Benjamin Genz Fotografie
Blick auf die heilige DJ-Kanzel :-D - Bild: Benjamin Genz Fotografie
Blick auf die heilige DJ-Kanzel 😀 – Bild: Benjamin Genz Fotografie
Angenehmes Ambiente im Chill-Bereich - Bild: Benjamin Genz Fotografie
Angenehmes Ambiente im Chill-Bereich – Bild: Benjamin Genz Fotografie
Auch die Black Out Arena zeigte sich Nachts von einer anderen Seite - Bild: Benjamin Genz Fotografie
Auch die Black Out Arena zeigte sich Nachts von einer anderen Seite – Bild: Benjamin Genz Fotografie

Aber bevor noch jemand denkt, dass ich für diesen Beitrag bezahlt werde, final ein paar kleine Kritikpunkte, die mein Festival-Erlebnis aber im Endeffekt nicht negativ beeinflusst haben:

  • Es muss euch bewusst sein, dass es wirklich keinen richtigen Chillbereich gibt, zumindest angesichts der musikalischen Untermalung. Die Floors sind überall deutlich zu hören und den einen oder die andere kann das Hi-Tech Gedudel schon mal auf die Nerven gehen. So wie bei mir.
  • Kosten für die Toilette finde ich immer kritisch, wenn man für irgendwas bereits Eintritt gezahlt hat.
  • Der Campingplatz war wirklich sehr „stachelig“ (Disteln usw.) – ich weiss nicht, inwieweit ein Veranstalter da Einfluss drauf hat, aber barfuß sollte man beim Camping nicht sein. Heu für die Gäste zur Verfügung zu stellen, auch um die Zelte und Matratzen nicht zu beschädigen, würde hier Wunder wirken.
  • Müllpfand gab es nur gegen ein Stückchen vom Festival-Band zurück, das sich einige bereits abgeschnitten hatten. Ein deutlicher Hinweis darauf wäre fair und auch wichtig gewesen. Kam auch bei uns im Camp vor, trotz voll abgegebenen Müllsack, was ich kritisch finde.

Schlussendlich kann ich jedem, der auf der Suche nach einem entspannten und familiären Event ist, das noch „Spirit“ (ich hasse dieses Wort) innehat, der sollte nächstes Jahr auf jeden Fall zu diesem Festival reisen, trotz der kleinen Kritikpunkte. Für unsere kleine Reisegemeinschaft aus Hamburg war es definitiv eines der besten bisherigen Festival-Erlebnisse, welches nächstes Jahr auf jeden Fall wiederholt wird.

Überzeugt euch selbst davon und seht euch ein paar weitere Bilder unserer Reisegruppe an 🙂

Goazin & GoaExpress Reisegruppe

Stampf Alarm Gruppenfoto Anna Arne

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Dark Floor Bild

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Ein Gedanke zu „GoaExpress & Goazin On Tour – Sommernachtztraum Bilder & Review

  • 13. Juli 2017 um 9:06
    Permalink

    das war ein sehr geiles WE habt ihr sehr gut beschrieben… freu mich schon auf die VooV mit euch allen 🙂

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