Titelbild: Screenshot aus Goa Hippy Tribe

10 Dokus über die Goa Szene, Psytrance & Techno – Stream in Englisch & Deutsch

Spätestens seit You Are Everything wieder in aller Munde ist, nimmt die Nachfrage nach Dokus rund um Psytrance, die Goa Szene & Techno wieder zu. Zumindest subjektiv, wenn ich mir mein Postfach so anschaue. Und da ich meinen psychedelischen Bildungsauftrag sehr ernst nehme, habe ich mir gleich mal die ganze Nacht alles zu dem Thema reingezogen, was ich finden konnte (und noch nicht kannte).

Entstanden ist meine persönliche Top 10 der Goa & Techno Dokumentationen, auf Englisch & Deutsch. Alle Goa Dokus findet ihr direkt als Stream auf meiner Seite. Denn leider ist die Auswahl in den gängigen Streaming-Portalen sehr, sehr dünn. YouTube ist derweil zur Hauptquelle der Psytrance-Bildung avanciert und liefert zumindest etwas Input zum Thema, wenn auch primär zur Techno-Szene insgesamt und auf Englisch. Die meisten Dokus stammen weiterhin aus den 90er und 2000er Jahren. Trotzdem bin ich mir sicher, dass die meisten unter euch die Eine oder Andere noch nicht kennen. Mit meiner Liste könnt ihr also mindestens die nächsten vier Afterhours mit informativem Gebrabbel und schönen Momentaufnahmen untermalen und lernt gleichzeitig noch was dazu. Besser geht’s gar nicht.

Denn viele wissen zwar, was Goa Parties sind und das es irgendwas mit Indien, Spiritualität, Hippies & Elektro zu tun hat(te), aber was eigentlich genau? Ich habe das Ganze subjektiv bereits im Artikel Was ist Psytrance analysiert. Jetzt möchte ich diejenigen zu Wort kommen lassen, die dabei waren und ohne die es diese Musik nicht geben würde. Es geht um die Träume, Sehnsüchte und Lebenswege der eingeschworenen Hippy-Kommune, die damals nach Goa aufbrachen, um etwas Neues zu erfinden und zu erleben. Voller Hoffnungen und mit einem Haufen Idealen und Musik im Gepäck.

Goa Hippy Tribe – Webdoku & Interviews (Englisch)

Nicht die typische, einteilige Doku, sondern eine Serie an Interviews, die als Serie auf YouTube veröffentlicht wurden. Absolute Allgemeinbildung für Goanauten. Es gibt Interviews mit Goa Gil, Eight Finger Eddie und anderen Psytrance-Pionieren & Erfindern. Sie alle berichten mit strahlenden Augen von jener Zeit, als sie das erste mal elektronische Musik an den Stränden Goas spielten und sich etwas Neues entwickelte. Unter anderem erklärt Goa Gil den Begriff „Machine Gun Music“ ;). Wirklich sehenswert, informativ und eine entspannende Mischung aus Wissen und Unterhaltung. Außerdem ist der interaktive grafische Reiserucksack, in dem ihr nach und nach eure Erfahrungen, die ihr in der Doku sammelt verstaut, ein cooles Gimmick.

Music is my Drug – Englisch






Mal ehrlich; eine Doku, die mit einem nackten Mann beginnt, der neben einer Kuh einen Handstand macht, kann einfach nicht verkehrt sein und darf in dieser Liste nicht fehlen. Vor allem dann nicht, wenn es um Psytrance & Techno allgemein geht. Diese Doku hat wirklich ALLES, was das Fraggle-Herz begehrt: tiefgründige und nachdenklich stimmende Situationen auf Psytrance Partys in Israel, nackte Hippies an den Ständen Goas, aber auch eine Reise in die japanische Elektro-Szene, bis hin zu einer Tour durch die Fertigungshallen der Firma Roland Synthesizer, deren Gründer, Ikutarō Kakehashi, durch die Erfindung der Synthesizer TR-808 (1981), TB-303 (1982) und TR-909 (1983) unfreiwillig einen riesigen Einfluss auf die Techno & Elektro Szene nahm. Heute gilt Roland Synthesizers als einer der inoffiziellen Mitbegründer dieser Musik. Eine sehr informative und vielschichtige Dokumentation über Psytrance.

Last Hippie Standing (Englisch / teilweise Deutsch)

Absoluter Kult unter den wenigen Psytrance-Dokumentationen. Zwar beginnt sie nicht mit einem nackten Mann, der einen Handstand macht. Aber Kehlkopfgesang erfüllt das Klischee auch ausreichend. Das Tolle: einige Interviews sind auf Deutsch. Ein Mix aus Aufnahmen der moderneren, aus heutiger Sicht aber auch nicht mehr ganz zeitgemäßen „moderneren“ Goa-Szene, gemischt mit privaten Archivaufnahmen aus den 70er Jahren. Die Doku thematisiert vor allem den Wechsel von der Hippie zur Rave-Kultur, von der auch Goa nicht verschont blieb. Interviews gibt es, wie sollte es anders sein, natürlich wieder von Goa Gil und u.a. auch von Swami William. Was mir persönlich sehr gut gefällt ist die Tatsache, dass die Doku fast komplett ohne Moderation, sprich die Stimme im Hintergrund auskommt. Sie lebt von Momentaufnahmen und Impressionen, die für sich selbst sprechen und überlässt die Interpretation dem Zuschauer. Sehr gut! Es geht fast ausschließlich um die Entwicklung der Psytrance-Kultur in und um Goa, nicht aber im Rest der Welt. Auch ein kleiner Seitenhieb ist eingebaut: am Anfang werden Toursiten in Goa interviewt und nach Hippies befragt. Sie sagen Dinge wie „Ja, auf der anderen Seite des Flusses, da findest du sie“, oder „Du erkennst sie, wenn du sie siehst“. Einige werden auch noch deutlicher, beschweren sich gar über die Weltverbesserer mit Dreadlocks. Ja, das ist Goa heutzutage. Aber nicht nur, wie die Doku im weiteren Verlauf zeigt. Last Hippie Standing, eben!

Liquid Crystal Vision – (Englisch)

Eine sehr tiefgründige und emotionale Doku aus dem Jahr 2002, die eher eine Art Appell an den universellen Frieden ist, als eine Doku über Psytrance. Der Fokus liegt hier wesentlich mehr auf den esoterischen und kulturellen Aspekten der Szene, weniger auf der Musik. LCV bringt uns Aufnahmen von heiligen Stätten auf der ganzen Welt, Interviews mit prominenten Künstlern, atemberaubende Visuals und einen epischen Soundtrack mit Irresistible Force, Banco De Gaia, Shpongle, Space Tribe, Nick Doof und vielen anderen. Die kaleidoskopische Vision des Films spiegelt die Hoffnungen, Träume und Persönlichkeiten einer wachsenden globalen psychedelischen Bewegung wider. Seine Botschaft spricht direkt an die aktuelle Kreuzung der Menschheit und die Bedürfnisse des Planeten.

Summer of Rave (Englisch)


Zugegeben; der Titel klingt irgendwie nach einer billigen EDM VA Compilation vom Grabbeltisch, nicht wie eine empfehlenswerte Doku über elektronische Musik. Selber Schuld, wer sich davon täuschen lässt. Denn dahinter verbirgt sich eine wirklich intelligente und gut recherchierte Doku über die Acid House Bewegung in UK. Wusstet ihr zum Beispiel, dass Acid House englische Hooligans erstmals dazu brachte, miteinander zu feiern, anstatt sich gegenseitig die Fresse zu polieren? Jetzt schon 😉 Außerdem gibt’s coole Aufnahmen von feiernden Menschen die locker so alt sind wie die meisten eurer Eltern. Sehr lohnenswert, da mal reinzuschauen.

The Outback Eclipse Story (Englisch)





Die „Outback Eclipse Story“ folgt der Geschichte eines Festivals, welches ein einzigartiges Naturphänomen feiert; eine totale Sonnenfinsternis. Tief im Herzen des südaustralischen Outbacks zeigt diese Doku was passiert, wenn Tausende von Weltbürgern in eine der härtesten Umgebung auf der Erde reisen, um eine totale Sonnenfinsternis und die Magie der Freiheit, die sie umgibt, zu erleben. Sie erzählt die Geschichte einer Pilgerfahrt, die eines kollektiven Volkes, das das Geheimnisvolle in einem unbekannten Land, weit von den Bereichen der restriktiven soziokulturellen Gemeinschaften, hautnah erfahren möchte – mit Lachen, Liebe, Zauber und im Einklang mit dem kosmischen Ereignis.

IONO Music Documentary (Englisch / Deutsch)

Das komplette Gegenteil von „Unterschätzte Droge“. Hier geht es rein um die Musik. Außerdem ist es eine der neuesten und zeitgemäßen Dokus über Psytrance. Es gibt hier auch wieder viele Szenen & Interviews auf Deutsch. Tolle Anekdoten aus der Welt der heutigen Goa Festivals & Partys, aus dem Blickwinkel hinter den Turntables und aus den Studios dieser Welt. Krischan de Beer und sein Team drehten in über 6 Ländern und an 15 verschiedenen Standorten. Für mehr als 1,5 Jahre begleitete das Team die Künstler von IONO Music geteilt und wurde zu einem Teil der Familie. Insgesamt entstanden über 12 Stunden Interviews und über ein Terabyte fantastische Bilder und Emotionen, die ihr niemals vergessen werdet. Tolles Extra: Interviews mit Emok, Ace Ventura & Liquid Soul (Iboga Records) and Zen Mechanics (Source Code). Wahrscheinlich ist diese Goa Doku vor allem für diejenigen interessant, die selber als DJs, Produzenten oder bei Labels arbeiten.

Psytrance Rave In A Forest by NOISEY (Englisch)

Ebenfalls eine der eher zeitgemäßen Kurz-Dokus zur Szene, ausschließlich in UK gedreht. Außerdem eine der wenigen, eher kritischen und zynischen Dokus, die sich Psytrance nicht als Fans und Anhänger näheren, sondern als objektive, kritische Beobachter. Mir gefiel besonders der Satz, dass die moderne Goa Szene einfach nur dazu da war, die „Jahre zwischen Goa und Goldman Sachs zu füllen“. Erwartet keine neuen Erkenntnisse und keinen Tiefgang, dafür aber mal einen Blick von außen, auf unsere geliebte Szene. Wem es nicht gefällt dem sei gesagt, dass das Ganze nur 5 Minuten lang ist 😉 Wer Probleme mit Selbstreflektion & Selbstkritik hat, sollte vllt. eher zu „Goa Hippy Tribe“ greifen…

Goa, Musik und Drogen – Tagesrausch 24.02.2012 (Deutsch)

Keine Doku, aber ein spannendes Interview mit dem Schweizer Musikwissenschaftler und Drogenforscher Hans Cousto, über den Zusammenhang eben dieser drei Elemente Goa, Musik & psychedelische (Drogen)Kultur . Sehr interessant sind seine Ausführungen zu den Anfängen der Goa Szene, die man so kaum in anderen Dokus hört und seine Ausführungen zu den Zusammenhängen zwischen Drogen, Spiritualität und Musik allgemein. Eher etwas für die ganz Schlauen 😀

Psytrance: A Way of Life (Englisch)


Sehr coole Interview-Sammlung mit Raja Ram, Chicago, Cosmosis, Ajja, Rabten, David, Jeremy und Liz Parties. Gedreht in: Goa, Hungary, Ibiza, Israel. Mehr gibt’s da eigentlich nicht zu sagen.

Noch mehr Techno & Goa Dokus

Das waren die Top 10 der Goa Dokus. Natürlich gibt es aber noch mehr Infos, die da überall im Netz herumschwirren. Die habe ich hier nochmal ohne weitere Erklärung für euch gelistet.

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