Titelbild: Elle.com

Wird Psytrance zur Schlager- und Popkultur?

Findet ihr, dass es auf Psytrance Festivals mehr Kultur und weniger Show geben sollte?

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„Alle kauen, keiner isst“, „Psy du selbst“, „Stampf dir den Frust von der Seele, tanze zu Goa und lebe…“ – wenn man im Internet nach Zitaten um und aus der Goa / Psytrance Szene sucht, dann findet man primär solche Sprüche und „Weisheiten“. Letzterer klingt zwar noch irgendwie tiefgründig, erinnert mich aber bei genauerer Betrachtung doch eher an Jan Böhmermanns „Menschen. Leben. Tanzen. Welt.“. Ein Song, den Böhmermann vor kurzem komplett aus Kalendersprüchen, Werbeslogans und aktuellen Pop-Songs zusammenstellen ließ, um der Popmusik ihre eigene Bedeutungslosigkeit und Leere vorzuhalten. Von Schimpansen. Wirklich. Und da Psytrance eine Musik ist, die zum Großteil ohne Sprache auskommt, zeigen die Formulierungen, die in der Szene Anklang finden umso mehr, was sie von innen heraus definiert.




Oberflächlich mag viel Blabla dieser Szene schlau, emotional und tiefgründig klingen. Betrachtet man es genauer und liest zwischen den Zeilen, so klingt es nach Selbstverliebtheit, Selbstgerechtigkeit und gesellschaftlicher Realitätsverweigerung. Oder einfach nach gar nichts. Aber dafür mit eingängiger Melodie. Genau wie in der Pop- und Schlagermusik. Der Trend, die eigene Selbstverwirklichung über die Gemeinschaft zu stellen, hat auch die Psytrance-Welt erreicht. Also, Psy du selbst. Viel Spaß, mit meinem neuen Klugscheisser-Artikel. 

Und tatsächlich scheinen die Musik und der „Spirit“, die gerade die jüngere Generation dieser Szene beeinflussen, derselben Phrasen-Epidemie verfallen zu sein wie die hiesige Pop- und Schlagerszene. Es geht um Menschen, die Welt, das Leben und das Tanzen. Bloß nicht konkret werden, Streitbarkeit und alle Ecken und Kanten vermeiden.

Hier ein paar Vocals aus populären Psytrance-Tracks:

‚We will not go quietly into the night! We will not vanish! We’re going to survive!‘ – Dimension 5 ‚Psychic Influence‘

Schlager-Übersetzung: „Atemlos durch die Nacht, bis ein neuer Tag erwacht.“

„In the beginning there was nothing, God was bored. So God created the Heavens and the Earth, and Trance music, and drugs for pleasure.“ – 1200 Mics ‚The Creation‘

Techno-Übersetzung: ‚Gott tanzt‘ – E Nomine

„alamanlaloooooooooooo oh oh oh oh oh ohhhh oh oh oh oh oh oh oh oh oh oh oh ohhhh oh oh oh oh oh oh oh oh oh oh oh ohhhh oh oh oh oh oh oh oh oh oh oh oh ohhhh oh oh oh oh oh oh“ – Vini Vici „The Tribe“

Ähm…ja 😀

Wer selbst mal nachschauen will, welche Vocals am häufigsten verwendet werden und von wem, dem lege ich die Seite PSYDB.net ans Herz. Allein‘ die dortige Schlagwort-Wolke, die zeigt, welche Begriffe am häufigsten gesucht werden, spricht für sich.

Die zunehmend eintönigen Produktionen, die ausschließlich für beatport Charts, Klicks und bombastisch-überfüllte Floors produziert werden, tragen natürlich ihren Teil zum Kreislauf des Sellouts bei. Aber Famegeilheit und andere künstlerische Eigenheiten waren schon Thema vieler Interviews. Deshalb lasse ich sie hier außen vor.

Kaum ein Track, oder ein „Slogan“ der Psytrance-Szene thematisiert, oder versinnbildlicht etwas, was man nicht auch auf dem Schlagermove tun und hören könnte. Oder auf dem Tomorrowland. Tanzen, die Welt vergessen, träumen und einmal so tun, als habe man mit den ganzen Problemen auf der Welt gar nichts am Hut. Als wären wir alle Eins. Zumindest solange, bis wir uns auf der Rückfahrt von der Wonderland um die Busplätze prügeln, oder sich jemand in der Warteschlange vor der Dönerbude auf dem Festivalgelände vordrängelt. Also, was ist Psytrance? Heute. Nicht 1990.

Sich selbst vergessen, entspannen und sorgenfrei seindas waren übrigens typische Leitmotive der Schlagermusik in der Nachkriegszeit. Bedenklich, dass wir uns seitdem nicht weiterentwickelt haben. Dabei gibt es soviel, das eine Weiterentwicklung wert wäre. Irgendwie komisch, dass das größte politische Anliegen, welches die Szene vereint, die Legalisierung von Cannabis ist. Weiter haben wir es noch nicht gebracht. Sogar die USA sind uns da mittlerweile weit voraus. Denn unter lauter Individualisten sind gemeinsame Nenner schwer auszumachen. Und der kleinste gemeinsame Nenner vieler Menschen ist eben meistens das, was sie konsumieren. Deshalb kann man in vielen Fällen auch eher von einer Art Goa-Täter- und Leidensgemeinschaft, als von einer Familie sprechen.

Also, warum tanzen wir zu dieser Musik und nicht zu Robin Schulz? Nur wegen der bpm? Oder vielleicht wegen eines gut durchdachten, aber inhaltslosen Marketingkonzepts? Was macht diese Gemeinschaft, von der viele reden, HEUTE noch aus?

Best of Tanzen & Drogen

Nachfolgend eine Auswahl gängiger Memes aus der Techno & Psytrance Szene, die auch ihr sicher schon mal im Club gelesen, oder gehört habt. Und die deutlich machen, wieso viele Menschen diese Szene primär mit Betäubungsmitteln assoziieren, was ja viele immer so sehr zu stören scheint. Nicht etwa mit Freigeistigkeit, Gemeinschaft und Friedfertigkeit.

Ein und dasselbe Thema, immer wieder. Eindeutig und nichtsagend zugleich. Typisch Schlager!

Individualität lässt sich nicht massenhaft auf Aufkleber und Shirts drucken. Das ist ein Widerspruch in sich. Außer, man möchte Geld verdienen. Genauso wie die Tatsache, dass eine Szene, die sich als Gemeinschaft definiert, soviel Wert auf das eigene Ego und die Selbstverwirklichung legt. Die Triebfedern vieler Missstände in der heutigen Welt. Und keiner ist frei davon. Aber diese Schwäche des Menschen zu kultivieren, Allem und vor allen sich selbst, so wie seinem eigenen Handeln Sinn verleihen zu wollen, nur um sie dann auszunutzen, ist Kapitalismus in Reinform. Und der ist keineswegs unüblich in unseren Breitengeraden. Aber Teil der psychedelischen Kultur war er nie. Und heute?

Ein gewisses Grundinteresse am aktuellen politischen Geschehen? In der Szene kaum vorhanden. Ziele, Ideale? No. Ego? Jo. Schade für eine Szene, die sich so stark, obgleich größtenteils nur noch optisch, mit der Gegenkultur der 1960er Jahre identifiziert. Immerhin waren die Entstehung des Christentums, des Buddhismus, der psychedelischen Gegenkultur, oder der Partys in Goa nichts anderes als Folgen des politischen Zeitgeists ihrer Tage. Und die Goa Szene wurde durch sie alle geprägt. Eine Mischung aus Menschen, Ideen, Ereignissen, Umständen und technologischen Errungenschaften bestimmte die Entwicklung. Aber was ist davon übrig?

Leider gingen mit dieser Kultur auch die Idealisierung des Selbst und auch der Kult um die gesteigerte Selbstwahrnehmung einher. Nicht zuletzt, dank Timothy Leary und der westlichen Fehlinterpretation fernöstlicher Lehren. Und diese sind heute gesellschaftsfähig geworden, als Bestandteil des alltäglichen Lebens und somit zum Beispiel auch der Schlagermusik. Oder der Psytrance Szene. Oder auf Esotherik-Messen, auf denen Gurus Glaspyramiden für 500 Euro verkaufen. Du musst dich selbst lieben, bevor du andere lieben kannst. Du bist das Zentrum deiner Welt usw. Totaler Quatsch, was mich angeht. Ich-bezogen zu agieren ist eine universale Ursache so vieler Probleme, nicht etwa der Lösungsansatz. Und eine gute Einnahmequelle, wenn man diese Selbstwahrnehmung und Sehnsucht nach Profilierung gezielt anspricht. Wäre es nicht viel sinnvoller, genau an dieser Schwäche zu arbeiten? Selbstloser zu werden?

Die Entwicklung der heutigen Psytrance Szene wird bestimmt durch Labels, Veranstalter und Profitmaximierung. Und durch die Medien. Soziale, zum Großteil. Die Community wird mit Namen, Soundsystemen und…kein Scheiss…STOFFBÄNDCHEN gelockt, nicht mit Statements und Werten. Sprich: mit dem eigenen Wunsch nach Entertainment. Und die Szene kommt. Das ist auch ok und hört bitte nicht auf, so schöne Events zu veranstalten. Aber ich Frage mich, ob da nicht noch Platz für und Sehnsucht nach mehr Psy in Psytrance ist. Und etwas weniger Trance 😉

Es gibt so viele Themen, die man mit so einer Menschenmasse beeinflussen, zumindest aber öffentlich diskutieren und kommentieren könnte, wenn wir doch so weltoffen, engagiert, familiär und frei vom Materialismus wären, wie wir es so gerne behaupten. Und dafür muss das Tanzen ja nicht mal in den Hintergrund rücken. Der Hintergrund muss sich ändern! So, wie die Welt sich ändert. Massenarbeitslosigkeit der Jugend, Flüchtlinge, Krieg & Terror, Konsumwahn, die Wegwerf-Mentalität, Rechtsruck in Europa, Massentierhaltung, die Verdrängung der letzten Naturvölker dieser Erde, die Fusion von Mensch & Technik, das Bienensterbenalles kein Thema mehr, solange es schöne Stoffbändchen am Eingang gibt und die Teile ballern. Schließlich will man ja einfach nur in Ruhe feiern. Den ach so stressigen Alltag vergessen, den viele gar nicht haben. Auch ein typisches Anzeichen für den Weg in die Popkultur. Ebenso wie der sorglose Umgang mit Deko, Equipment, der Umwelt (Schtichwort: Müll) und anderen Menschen. Warum auch Rücksicht nehmen? Man hat ja dafür bezahlt. 

Für den Schein gibt es dann immerhin noch Workshops und veganes Essen. Und mit einer Reise nach Goa, oder in die Berge Nepals ist das Optimum an alternativer Lebensweise dann erreicht. Zumindest für einen selbst. Und um mehr geht es ja schließlich nicht, oder? Einmal innerer Frieden und zurück. In Ihrem Reisebüro buchbar.

Während die typische Hippiekluft früher bereits ausreichte, um offiziell als Gegner des Regimes gebrandmarkt zu werden und die Menschen sie auch genau deswegen trugen, so ist sie heute reine Selbstdarstellung geworden und Insipirationsquelle, z.B. für das alljährliche Promi-Schaulaufen auf dem Coachella FestivalIm Prinzip ist es das unausweichliche Schicksal jeder Subkultur. So zum Beispiel auch in der Punkrock-Szene. Aber, im Gegensatz zu uns, hat der Punkrock es geschafft, seine Ideale und Statements zu bewahren. Mit Psytrance verbinden Außenstehende vor allem Drogen, nicht etwa Anti-Faschismus, oder Anti-Kapitalismus. Geschweige denn irgendwelche Pro-Themen? Wofür und nicht wogegen wir stehen (möchten)Bei uns reicht es vllt. gerade noch für Anti-EDM. Und für Verschwörungstheorien vom rechten Rand wie Nibiru, HAARP und Project Bluebeam. Wie auch immer: mittlerweile gehört die Kluft auf jeden Fall zur Popkultur. Das beste Beispiel dafür sind die Impressionen vom Coachella.

Nun möchte ich keinesfalls behaupten, dass es auf Psytrance-Partys um mehr als um das Tanzen gehen muss. Schließlich wollten schon Rockstroh „Einfach nur tanzen“, die üblichen Dinge ignorieren und einfach mal was ausprobieren…Aber wenn das alles ist, was Psytrance ausmacht, was unterscheidet die Szene noch von EDM Partys, oder dem Schlagermove? Oder von Rockstroh? Richtig. Nichts. Ist Psytrance also wirklich anders? Und warum? Oder ist die Szene auf dem besten Weg, im sorgenfreien Einheitsbrei der Schlager- und Popkultur zu versinken?

Zumindest kann man sich folgende Fragen stellen, die sich alle mit einem Wort beantworten lassen: Profitmaximierung!

  • Warum nach wie vor kein striktes Autoverbot im Wald?
  • Wieso keine Investition in die kulturelle Weiterbildung der Besucher, statt in Laser, Line-Ups und Soundsysteme?
  • Wieso fließt der Erlös nicht mal anteilig in wohltätige Zwecke? Obwohl hier klar Ausnahmen die Regel bestätigen. Schön würde ich nur finden, wenn die Spender (also Ticketkäufer) zumindest mitbestimmen könnten, wohin das Geld geht
  • Wieso mehr und mehr Standard-Imbisswagen und Massenprodukte?
  • Warum misst man sich daran, wie viele Besucher kommen und nicht daran, was sie hinterlassen und erleben? Nur mal so: Mario Barth hat auch einen Besucherrekord aufgestellt 😉
  • Wieso steigen die Eintrittspreise Jahr für Jahr?
  • Warum kaum öffentliche Sitzungen / kein Plenum?
  • Wieso werden Floors & Clubs zugestopft, bis kein Mensch mehr frei atmen kann?
  • Wieso verballern die Organisatoren tonnenweise Diesel für Generatoren, anstatt an nachhaltigen Konzepten zu arbeiten (und in sie zu investieren)?
  • Wieso keine strengeren Konsequenzen für Menschen, die ihren Müll überall verteilen?
  • Wieso scheut sich die heutige Szene konsequent vor politischen Statements (Legalize It zählt nicht!)?
  • Wieso gibt es kaum gemeinsames Engagement über das Festival hinaus?
  • Wieso wird kaum noch versucht, die kreative Energie, die viele Tausend Menschen auf einem Festival aussenden, zu bündeln, anstatt ein Individualisten-Karneval daraus zu machen?

Weil das alles kein Geld bringt, sondern Geld kostet. Oder Besucher. Vor allem klare Statements und konsequentes Handeln. Und weil das Publikum das gar nicht will.

Ausnahmen gibt es immer. Aber wer ernsthaft abstreitet, dass auch bei den meisten Psytrance Festivals heute klar der Profit im Fokus steht, der macht sich was vor. Natürlich sollte niemand Verlust machen. Aber es zwingt keiner die Organisatoren dazu, immer teurere Namen zu buchen und die Ticketpreise Jahr für Jahr anzuheben, während die eigenen Kosten gedrückt werden. Dafür gibt es nur einen Grund. Die schwarzen Zahlen sollen grün werden, nicht die Gesellschaft. Und nächstes Jahr noch grüner. Wie bei einem gut geführten Unternehmen.

Und um das festzuhalten; das ist nicht alleinige Schuld der Festivals, oder immer auf Geldgeilheit zurückzuführen. In unserer Marktwirtschaft ist es schwierig, ohne Geld und Kostendeckung etwas auf die Beine zu stellen. Vor allem dann nicht, wenn das Publikum eben die Dinge erwartet, die viel Geld kosten. Damit wären wir wieder bei Entertainment vs. Kultur.

Und im Genrevergleich ist Psytrance für mich dabei immer noch die Nummer 1. Viel Respekt, für kleine Künstler/innen und Bastler/innen, eine tolle Verständigung zwischen Jung und Alt und allen Kulturen. Jede Menge Kreativitat und Liebe für’s Detail. Nahezu werbefreie Festivals und ein vergleichsweise sehr rücksichtsvoller Umgang miteinander. Aber es wird schwerer, denn die Bedeutung von Geld und Erfolg nehmen auch auf dem Acker zu.

Was Psytrance-Kultur ausmacht

Goa Gil, Eight Finger Eddie und Tony Banana in Anjuna, Goa (2000) - Foto: goagil.com
Goa Gil, Eight Finger Eddie und Tony Banana (2000) – goagil.com

Wir haben uns bereits in einigen Artikeln mit der Frage befasst „Was ist Psytrance?„. Auch die Entwicklung der Szene so wie die Musiktheorie, die dahinter steht, fand bereits Platz in diesem Magazin. Fehlt eigentlich nur noch die spirituelle und religiöse Grundlag hinter dem Zeichen, das so viele von euch um den Hals, als Aufnäher, oder als Print tragen – das Om-Zeichen. Ganz klar muss man hier auch zwischen der „echten“ Religion und der Neuinterpretation der damit verbundenen Spiritualität, in den 1969er-Jahren, unterscheiden. Denn was Goa Gil und Pioniere wie Eight Finger Eddie für die musikalische Entwicklung waren, das waren Timothy Leary und Terence McKenna für die ideologische Entwicklung der Szene-Phillosphie, wenn man so will. Da wir bereits jede Menge Goa & Psytrance Dokumentationen für euch bereitstellen, so wie ausführliche Artikel rund um Terence McKenna und Timothy Leary geplant sind, müsst ihr euch in diesem Artikel mit ein paar Zitaten selbiger und einiger weiterer Personen begnügen. Und auch, wenn einige Zitate von Personen stammen, die eben genau dieser Egopflege nachgegangen sind, die meiner Meinung nach die Ursache vieler aktueller gesellschaftlicher Schieflagen ist, so bergen sie doch individuelle Wahrheiten in sich.

Fazit: solange Festivals weiter ausschließlich auf Line-Ups & Show setzen und Veranstalter probieren „alles“ rauszuholen, auch aus den Portmonees der Gäste, solange bleibt der Weg in die Popkultur unausweichlich. Das hat Vorteile, vor allem für das Entertainment. Aber nicht für die Kultur.

Und solange Gäste primär Wert auf Line-Ups, große Mainfloors und das Abschalten, nicht das Aktivieren des Hirns legen, solange haben Festivals kaum Anreiz, vermehrt auf Kultur und Meinungsfindung zu setzen. Um vielleicht am Ende des Jahres endlich mal mehr zu gestalten als ein schönes Aftermovie.

Und vergesst bitte nicht, dass man, gerade als Online-Magazin, immer ein bisschen auf die Kacke hauen muss, um Diskussionen anzuregen 😉 Es gibt viel Positives in dieser Szene. Aber keine inhaltliche Entwicklung. Wie bei einem Kunstwerk, das man ausstellt, um daran zu verdienen.

Zitate

“Progressive Musik ist wie Sex ohne Orgasmus. Es baut sich die ganze Zeit was auf, führt aber nirgendwo hin.” – Unbekannt

 

“It’s about music! Not one music style is better than the other, not one music style is more truly than the other. The whole thing is based on respect. It’s all about respect, respect to the music, respect to the DJ’s, respect to the crowd and respect to each other. It’s all music, music never separates people!” – Carl Cox

 

„Musik gibt dem Universum eine Seele, dem Verstand Flügel, dem Vorstellungsvermögen einen Höhenflug und haucht Allem Leben ein.“ – Plato

 

„Veränderung wird nur hervorgerufen durch aktives Handeln, nicht durch Meditation oder Beten allein.“ – Dalai Lama

 

„Ich finde es toll wenn mir Leute erzählen, elektronische Musik sei seelenlos und das den Computern vorwerfen. Sie zeigen mit dem Finger auf Computer und sagen ‚Das Ding hat keine Seele!‘. Aber das kann man dem Computer nicht vorwerfen. Wenn Musik keine Seele hat, dann weil ihr niemand eine verliehen hat. Das ist nicht die Schuld des Werkzeugs.“ – Björk in The South Bank Show, 1997

 

„Die Natur ist nicht stumm, es sind die Menschen die taub sind“ – Terence McKenna

 

„Wir leben nicht, um zu glauben, sondern um zu lernen.“ – Dalai Lama

 

„Es nützt nichts, nur ein guter Mensch zu sein, wenn man nichts tut!“ – Buddhistisches Zitat

 

„Die edelste Art Erkenntnis zu gewinnen ist die durch Nachdenken und Überlegung. Die einfachste Art ist die durch Nachahmung und die bitterste Art ist die durch Erfahrung.“ – Buddhistische Weisheit

 

„Glauben Sie nichts von dem was ich sage, ich bin auch bloß neugierig.“ – Timothy Leary

 

„Denke für dich selbst und hinterfrage Autoritäten!“ – Timothy Leary

 

„Um deinen Kopf zu benutzen, musst du erst deinen Verstand verlieren.“ – Timothy Leary

 

„Menschliche Dinge muß man kennen, um sie zu lieben. Göttliche muß man lieben, um sie zu kennen.“ – Blaise Pascal

 

„Wir werden nicht geliebt, weil wir so gut sind, sondern weil diejenigen, die uns lieben, gut sind.“ – Leo Nikolajewitsch Graf Tolstoi

 

„Das ist meine einfache Religion. Sie hat keinen Bedarf an Tempeln; keinen Bedarf an komplizierter Philosophie. Unser eigenes Gehirn, unser eigenes Herz ist unser Tempel; die Philosophie ist Freundlichkeit.“ – Dalai Lama

 

„Denke daran, dass etwas, was du nicht bekommst, manchmal eine wunderbare Fügung des Schicksals sein kann.“ – Dalai Lama

 

“I think dance music is a beautiful thing, it’s a great thing, and that’s what I want to show the world: dance music can really bring people together. We’re living in a very tough time, and tough times have always been. Its just about showing people we should not be sitting at home being scared for whoever we should be scared for, its about going out, its about meeting people, having a great time with your friends. That’s what life is about. It’s not about bullshit or whatever. So I challenge people to come to my shows, see what happens, not to me, but to your friends, to all the people in the club.” – Armin van Buuren

10 Gedanken zu „Warum Psytrance von der Subkultur zur Popkultur wird

  • 25. April 2017 um 14:54
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    Der Artikel bringt es auf den Punkt, allerdings gibt es hier und dort politische Aktionen als auch Musiker, die politische Statements in ihren Sound einpflegen! Gerade auch wenn es um Kritik am Konsum geht oder um Gewalt oder Hass auf Andersartigkeit.

    Antwort
  • 26. April 2017 um 16:56
    Permalink

    Wahnsinn, da weiß man ja garnicht, wo man anfangen soll! Kurz dachte ich, ich wär hier beim Postillon gelandet.

    > Und vergesst bitte nicht, dass man, gerade als Online-Magazin, immer ein bisschen auf die Kacke hauen muss, um Diskussionen anzuregen

    Ich fange hier an:
    Du meintest: Um Werbeklicks zu verkaufen. Für Second Life, z.B. Irre.

    >solange Festivals weiter ausschließlich auf Line-Ups & Show setzen und Veranstalter probieren „alles“ rauszuholen, auch aus den Portmonees der Gäste, solange bleibt der Weg in die Popkultur unausweichlich.

    Wer hat denn gesagt, dass wir nicht in die Popkultur hinwollen. Ich weiß, dass das nicht alle wollen. Ich will. Meiner Meinung nach ist die Goa-Szene mehr als andere Szenen geeignet, die Menschen in Gemütszustände zu versetzen, die sie dazu beflügeln, die Welt positiv zu beeinflussen.

    Der Text klingt so, als sei Profitmaximierung ein alles überschattendes Übel, dass der Szene unterm Strich den Sinn nimmt. Dabei überstrahlen m.M. die positiven Aspekte alle Probleme.

    Der Text ist sehr nihilistisch und voller Widersprüche.

    Antwort
    • Heddi
      27. April 2017 um 10:39
      Permalink

      Moin Yanone,

      Du meintest: Um Werbeklicks zu verkaufen. Für Second Life, z.B. Irre.

      Wenn du magst, sende ich dir eine transparente Übersicht meiner Einnahmen zu, die sich auf rund 50,- € im Monat belaufen. Mal abgesehen davon, dass NIEMAND auf dieser Seite Geld für seinen Artikel zahlt. Also, ich hau auf die Kacke und du unterstellst Dinge, die nicht wahr sind. Können wir uns ja gut das Wasser reichen.

      Wer hat denn gesagt, dass wir nicht in die Popkultur hinwollen. Ich weiß, dass das nicht alle wollen. Ich will. Meiner Meinung nach ist die Goa-Szene mehr als andere Szenen geeignet, die Menschen in Gemütszustände zu versetzen, die sie dazu beflügeln, die Welt positiv zu beeinflussen.

      Niemand hat das gesagt. Wie du siehst, gibt es oben eine Abstimmung, keinen Befehl. Der Artikel spiegelt meine Meinung wieder. Und du hast ihn entweder nicht ganz gelesen, oder nicht verstanden, denn…

      Der Text klingt so, als sei Profitmaximierung ein alles überschattendes Übel, dass der Szene unterm Strich den Sinn nimmt. Dabei überstrahlen m.M. die positiven Aspekte alle Probleme.

      Auch das habe ich im Artikel durchaus erwähnt – nicht alles ist schlecht. Und da getroffene Hunde bellen denke ich, dass ich dich einfach auf dem falschen bzw. richtigen Fuß erwischt.

      Der Text ist sehr nihilistisch und voller Widersprüche.

      😀 😀 😀 Wenn du meinst, dass dieser Text nihilistisch wäre, dann lies dir bitte die Bedeutung dieses Wortes nochmal durch. Subjektiv ist er, ja. Aber das verleugne ich ja auch an keiner Stelle. Also, was willst du mir jetzt mit der Kritik eigentlich sagen?

      Denn so widersprüchlich mein Text angeblich ist, so nichtssagend ist deine Kritik. Keine Aussage, kein Statement, nur Gemecker. Aber danke für das Lesen 🙂

      Grüße

      Goazin

      Antwort
  • 27. April 2017 um 9:03
    Permalink

    moin moin
    sehr guter artikel der genau das beschreibt was schon in den 90gern mit dem tekkno passiert ist…und leider absehbar war …ich persönlich habe der scene schon 2006 den rücken zu gekehrt… da auf der wonderland..die ich mal geliebt habe unsere campingplatz nachbarn meinem freund eine fast tödliche dosis alles mögliche verpasst haben…höchstwahrscheinlich zu ihrer eigenen belustigung…
    das war für mich das zeichen das was schrecklich schiefläuft in unserer ach so openminded gemeinschaft.
    ich persönlich habe das gefühl das die people sich die ethik die eigentlich dahinter steht auf die fahne schreiben um sich vom rest abzugrenzen ohne drüber nachzudenken was es wirklich bedeutet.

    in diesem sinne
    Neurotansmitter sind die wahren waffen der demokratie…back to the roots of the southern people!

    Antwort
  • 27. April 2017 um 13:43
    Permalink

    Ich seh das mit der Goa-Szene so:
    Die Menschen gehen feiern, konsumieren Drogen und Entertainment. Ob dabei auf kommerziellen Festivals, oder kleineren partizipatorischen Partys, finde ich eigentlich unerheblich. Denn die Lebensfreude, die sie davon mitnehmen, wird sie im Alltag (so vorhanden) zu besseren Entscheidungen führen im Umgang mit den Mitmenschen, der Umwelt, den Folgen der Berufswahl auf das Individuum und die Gemeinschaft. Oder anders formuliert: Bei wem es auf Party mal richtig geklickt hat, der kann kein Investment Banker mehr werden oder Ausländer die Fresse möblieren.
    Insofern finde ich die bloße Existenz der Goa-Szene bereits hochpolitisch. Es braucht nicht immer den Veranstalter, politisch eine Richtung vorzugeben. Das können sich die Menschen auch alleine zusammenreimen. Deshalb finde ich den Artikel sehr negativ, wenn vielleicht auch nihilistisch das falsche Wort ist, weil Du den Goa-Besuchern von heute die Fähigkeit absprichst, etwas aus ihren Erfahrungen zu lernen. Manche Festivals – Du erwähnst die Wonderland – richten sich scheinbar gezielt an sehr junge Menschen. Das ist aktive Jugendarbeit. Klar benehmen sich die Leute dort daneben; sie sind nunmal jung. Ich persönlich mag die Wonderland genau deswegen überhaupt nicht. Aber ich schätze sie, weil sie jungen Menschen einen Eintritt in eine alternative Lebensweise ermöglicht.

    Aber am Ende gebe ich Dir in folgendem völlig Recht: Viele Veranstalter sind Idioten, und Du tust nur gut daran, von ihnen öffentlich mehr Engagement zu verlangen. Die Liste an Dingen, die ich an verschiedenen Veranstaltungen zu kritisieren habe, ist endlos. Eines Tages werde ich, so Gott will, die Möglichkeit bekommen, diese Ideen und Kritiken in einer neuen Veranstaltung umzusetzen.

    Was mir außerdem an dem Text fehlt ist eine klar formulierte Position, was für Dich Kultur in der Szene bedeutet. Du nennst verschiedene Dinge, aber das Bild wird nicht klar. Ich hab den Text gerade nochmal gelesen. Er ist diffus. Dazu tragen auch Zitate bei wie das zum Progressive. Das ist aus dem Zusammenhang gerissen und behindert das Verständnis deiner Argumente.

    > Nun möchte ich keinesfalls behaupten, dass es auf Psytrance-Partys um mehr als um das Tanzen gehen muss.
    Hier, noch so einer. Da weiß man dann wirklich nicht mehr, wo Du Du mit dem Text überhaupt hin willst.

    Antwort
  • 27. April 2017 um 15:21
    Permalink

    Ich gebe dem Artikel an vielen Punkten Recht, was mich aber stört ist folgendes:
    „Genauso wie die Tatsache, dass eine Szene, die sich als Gemeinschaft definiert, soviel Wert auf das eigene Ego und die Selbstverwirklichung legt.“
    Selbstverwirklichung ist nichts schlechtes, im Gegenteil, es ist die Spitze der Masslowschen Bedürfnishierarchie und ein Grundgedanke des Humanismus. Dabei muss man sich mal klarmachen, was Selbstverwirklichung und Autonomie eigentlich bedeutet. Selbstverwirklichung ist ein lebenslanger Bildungsprozess, der einen mündigen Menschen ausmacht und Selbstverwirklichung basiert auf der Gemeinschaft. Ruth C. Cohen, Schöpferin der Themenzentrierten Interaktion formuliert das in ihrem ersten Axiom zum Beispiel folgendermaßen: „Der Mensch ist eine psycho-biologische Einheit. Er ist auch Teil des Universums. Er ist darum autonom und interdependent. Autonomie (Eigenständigkeit) wächst mit dem Bewusstsein der Interdependenz (Allverbundenheit).“
    Selbsverwirklichung ist also Abhängig vom Bewusstsein der Interdependenz. Das Problem ist eher die verkommerzialisierte Selbstverwirklichung über das Medium des Konsums, es geht dabei mehr um Haben als um Sein (Erich Fromm), und da liegt das Problem. Selbstverwirklichung hat nichts mit Ego(ismus) zu tun…. Der Autor verwechselt da anscheinend Selbstverwirklichung mit Selbstdartsellung…

    Antwort
  • 27. April 2017 um 21:41
    Permalink

    Hm, grundsätzlich finde ich eine Kritik an der Oberflächlichkeit ja angebracht, aber irgendwie wird es nicht so richtig konkret.
    Was soll denn groß die politische oder anderweitige Stoßrichtung eines Musikfestivals sein? Klar könnte da mehr gehen, aber das erwarte ich nicht von Veranstaltern von Massenevents. „Früher“ 😛 war es mal so, das alleine das Erforschen des eigenen Über- und Unterbewusstseins und das bilden von Herz und das lösen von Blockaden „politisch“ genug war!
    Dieses Ego-Bashing hasse ich mittlerweile, das arme Selbst ist eben nicht allen Übels Wurzel!

    Antwort
  • 27. April 2017 um 23:51
    Permalink

    Naja, günstigenfalls holt das LSD alles aus den Leuten raus, so dass man/ das Denken nicht sein lassen kann. Warum dass dann so in Standardsprüche geklopft wird, ist eine andere Geschichte und hängt mit wohl mit dem weniger universellen Alltagserleben zusammen. Auch gibt es Ansichten, wonach mensch alles außer der bunten Außenwelt nicht so ernst nehmen kann. Im Prinzip läßt sich mit etwas Geschick aber auch der gelungene Trip in die elterliche Schlagerwelt pressen, damit alles schön wie gewohnt bleiben kann. Dumm, wenn es mal nicht klappt und vor allem Standardsprüche nicht mehr helfen.
    Solange die Feier nicht mehr einfach statt findet, nachdem sie auch echt realisiert wurde, ist es fürn Arsch, besonders wenn es weit weg ist/und oder viel Geld kostet. Schuld sind nicht die technischen Möglichkeiten und Kommunikationsmittel, sondern natürlich die Geisteshaltung.
    Alles, was bunt ist, zieht nunmal an, auch weniger interessierte und interessante Menschen. Wenn diese sich nicht in das inspirierte Geschehen einfügen, gar die spirituelle Dimension der Zusammenkunft verloren geht, dann wird daraus halt manchmal die alternative Schlagershow ohne nervigen Textfluss.
    Es gibt keine Garantie, dass sich etwas immer gleich erleben lässt, und es bedarf des Zusammenspiels vieler verschiedener Kräfte und Faktoren. Im Prinzip wäre auch eine echte Zusammenkunft innerhalb eines Kommer[z]ir[k]us‘ möglich. Früher war alles noch nicht so groß und heute spielen sich teilweise einige verschiedene Dinge auf unterschiedlichen Ebenen ab. Wird halt überall ॐ drauf geklebt, fertig.

    Antwort
  • 28. April 2017 um 15:52
    Permalink

    Anscheinend scheinen sich einige angesprochen zu fühlen… sonst würde sich niemeand über diesen Artikel aufregen, sonden schmunzeln.

    Antwort
    • 4. Mai 2017 um 14:10
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      Ja, trotz der vorgeblich veganen Lebenseinstellung eines großenTeils der Szene findet man überraschend viele beleidigte Leberwürste.

      Antwort

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