Titelbild: Sarah Save

Psy-Fi 2017 – Bilder & Videos aus 7 Tagen Parallelwelt 

Ich weiss nicht, was da in den vergangenen Tagen mit mir passiert ist, aber es war definitiv was anderes als auf allen anderen Festivals, die ich bisher in 2017 gesehen habe, ob nun die Antaris, die VooV oder die ForRest Explosion. Und auch Events vom Kaliber einer OZORA haben bei mir wenige, so tiefe Eindrücke hinterlassen, wie die gesamte vergangene Woche in Leeuwarden (Niederlande). Wir haben probiert, das Ganze in einen Bericht, Bilder und Videos zu gießen, doch am Ende kann man diese Erfahrung nicht zu 100% weitergeben. Ich hoffe aber, dass der Bericht euch nächstes Jahr die Entscheidung leichter macht, ob ihr selbst Teil dieses einzigartigen Festivals werden wollt, welches gottseidank keine Sci-Fi ist. Natürlich hat die Psy-Fi 2017 allein‘ schon deshalb einen riesigen Heimvorteil, weil sie in den Niederlanden stattfindet und man eben nicht alle Tage einen offiziellen Pilz-Kiosk sieht, neben dem Polizisten seelenruhig auf ihren Fahrrädern sitzen, während zwei Meter weiter eine Gruppe nach der anderen genüsslich ein paar Trüffel knuspert, oder eine Tüte raucht.

Die „Speisekarte“ des Zamnesia Kiosk

Auch den Menschen auf dem Festival merkt man stark an, dass sie sich weder gehetzt noch beobachtet fühlten, was für eine entspanntere Grundstimmung bei Vielen gesorgt hat. Ebenso hat man deutlich gemerkt, dass die Beratung der Shop-Mitarbeiter den meisten unangenehmen Erfahrungen vorbeugen konnte, die man auf deutschen Festivals ja gelegentlich mal macht, wenn wieder jemand den Hals nicht voll kriegen konnte. Und auch unsere kleine, aber feine Reisegruppe, mit der wir wieder, gemeinsam mit dem GoaExpress, angereist sind, hat sicher ihren Teil zu einem einzigartigen Festival-Erlebnis beigetragen. Doch auch die „Standard-Faktoren“ wie Line-Up, musikalische Vielfalt und Deko konnten sich sehen lassen, sind aber bei weitem nicht der Kern dieses Gatherings. Vorab: die Floors auf der Psy-Fi machten im Schnitt um 01:00 Uhr die Musik aus. Das ist etwas Neues, was aber auch seine Vorteile haben kann, abhängig davon, was für ein Erlebnis man sucht. Es gab die Möglichkeit, sich für 20,- € Kopfhörer zu leihen, um damit dann die Nacht durchzutanzen. Gewöhnungsbedürftig, aber definitiv spannend. 

Meine Wenigkeit, Amir, Anna und Jan, der freundliche Selfie-Fotograf, mit der Alternative Stage im Hintergrund
Meine Wenigkeit, Amir, Anna und Jan, der freundliche Selfie-Fotograf, mit der Global Theater Bühne im Hintergrund

Jedoch ist es komplett falsch, das Festival und seine Besonderheit nur darauf zu reduzieren, dass man dort, sofern man es denn möchte, Gras und weitere Substanzen legal konsumieren und vor allem kaufen kann. Es wäre sogar fatal, denn das Letzte, was dieses Event, vor solch einer wunderschönen Kulisse, gebrauchen kann, sind Drogentouristen, die auf der Psy-Fi endlich mal die Sau rauslassen wollen. Was aber nicht bedeutet, dass man sich dort nicht mal völlig anders entfalten konnte als auf anderen Psytrance Events, z.B. in Deutschland. Der Fokus liegt zu großen Teilen weit abseits des Dancefloors, was sicher nicht allen gefällt. Vielen aber schon – inklusive mir 😉

Ein Teil des riesigen Geländes, mit seinen unzähligen Workshop Angeboten, Artspaces & Chill / Meditation Areas
Ein Teil des riesigen Geländes, mit seinen unzähligen Workshop Angeboten, Artspaces & Chill / Meditation Areas

Aber, wenn man lesen kann und sich vorher darüber informiert, dann klingt es wie eine vielversprechende Abwechslung und nicht wie eine Drohung, dass die Dancefloors um ca. 01:00 Uhr schließen. Etwas, was ich bisher noch auf keinem Event erlebt habe und das doch soviel ausmacht. Gerade dann, wenn man sein Zelt in unmittelbarer Nähe zum Dark / Hi-Tech Floor aufgeschlagen hat. (An dieser Stelle möchte ich euch raten, möglichst frühzeitig anzureisen, denn es war bereits am Donnerstag sehr schwierig, überhaupt noch einen Zeltplatz zu finden).

Zurück zur Nachtruhe auf der Psy-Fi: die Menschen waren erholter, hatten mehr Zeit für Dinge, die über das Tanzen in Ekstase hinausgingen und haben diese Zeit zum Großteil auch sehr kreativ und spirituell genutzt. Weiterhin gab es das Global Theater, eine Bühne auf einer Halbinsel, in der Nähe der Alternative Stage (Dark / Hi-Tech), auf der man, nach dem Ende des elektromusikalischen Hauptprogramms, noch akustischen Leckerbissen wie Highlight Tribe und dem Laboratorium Pieśni lauschten konnte, abwechselnd mit entspanntem Techno und Ambient Sound.

Bilder der Akustik Bühne (Global Theater, I think)

Nächtlicher Blick von der Alternative Stage Halbinsel
Nächtlicher Blick vom Global Theater

Das Laboratorium Pieśni war übrigens eines meiner persönlichen Highlights dieses Festivals, welches ich, gemeinsam mit Jan vom GoaExpress, nach einem erlebnisreichen Tag, zufällig auf dem Rückweg zum Camp entdeckte. Allein‘ schon die Location war atemberaubend: eine Bühne, mitten auf einer Halbinsel, umringt von unzähligen Lichtern, beleuchteten Bäumen und jeder Menge sehr friedlicher und grundentspannter Menschen. Als dann noch ein zwei Meter großer Schamane auf dem Floor auftauchte, war das Ambiente perfekt.

Die Stimmung und das Publikum auf diesem Festival waren es, die die Psy-Fi von sehr vielen anderen Events unterscheiden. Natürlich wirkt ein Event, welches direkt in einem wunderschönen, weitläufigen Park mit See stattfindet, schon automatisch viel attraktiver, wenn man Wert auf das Gesamtbild und nicht nur auf das Line-Up und das Soundsystem legt. Aber man muss auch wissen, wie man so eine Fläche zum Strahlen bringt und das haben die Organisatoren geschafft – auch ohne Mega-Bass und Trommelfell-Grenzerfahrungen. Denn das sollte man wissen; der Sound war wirklich verhältnismäßig leise, aber trotzdem von sehr guter Qualität. Kompensiert wurde dies durch eine atemberaubende Lasershow, die das Finale jedes Abends untermalte und eine rundum liebevoll und detailreich gestaltete Festival-Landschaft.

Bilder & Videos vom Psy-Fi Mainfloor & Gelände

Psy-Fi 2017 Mainfloor
Der Mainfloor lag direkt an einem See, inklusive dazugehörigem Sandstrand, mit wunderschönen Feuerstellen und einem Firespace für Feuerpoi-Künstler & Akrobaten.
Psy-Fi Mainfloor Bild
Mit der Dämmerung setzte auch die Beleuchtung des Mainfloors nach und nach ein
Anna & ich am Mainfloor-Strand
Anna & ich am Mainfloor-Strand


Astrix beendete am Sonntag Abend dann die Psy-Fi, mit einer Atmosphäre und einem Set, das seinesgleichen noch lange suchen wird. Natürlich haben ihm die auf den Sound abgestimmten Laser ein bisschen geholfen, ebenso wie ein tolles Publikum, welches, trotz Zimmerlautstärke auf dem Floor, Alles beim Stampfen gegeben hat.

Weitere Bilder & Videos vom Psy-Fi Gelände

Ein Regenbogen, direkt über dem Mainfloor
Ein Regenbogen, direkt über dem Mainfloor

Sacred Island, Camping, Zauberwald & Food / Shopping

Psy-FI Mainfloor Wald

Wie bereits erwähnt, habe ich mich sofort in dieses Festival verliebt, weil nicht einmal „Acker“-Feeling aufkam und es keine Ecke auf dem Gelände gab, an der die Psy-Fi Crew nicht irgendein Detail oder Kinkerlitzchen installiert hätte, um uns alle mit in ihre Parallelwelt zu nehmen. Dieser Bericht und kein Bild der Welt wird ausreichen, um das hundertprozentig wiederzugeben, denn man hätte tausende Fotos machen können. Aber wie die Crew des Festivals schon selbst sagt:„Make memories not pictures“ – ein paar sind natürlich trotzdem entstanden. 

Sacred Island

Sacred Island war eine weitere Halbinsel auf dem Gelände, auf dem das Spirit Gathering abgehalten wurde. Ebenso befanden sich dort einige Tippies und Zelte, in denen Vorträge und Workshops abgehalten wurden – und die Auswahl war wirklich gigantisch: vom Schwitz-Tippie, über Vorträge zu Naturprodukten für die Körperhygiene, bis hin zu Yoga, Meditation, Gesangs-Workshops und schamanischen Trommelkursen, wurde hier wirklich alles geboten – inkl. Pilz-Zeremonie unter Anleitung eines ausgebildeten Schamanen (Preis: 40,- €). Sacred Island erreichte man entweder über den Landweg, oder aber per Überfahrt mit dem Floss, ausgehend vom Chill-Floor.

Die Überfahrt per Floss musste aus eigener Kraft gemeistert werden
Die Überfahrt per Floss musste aus eigener Kraft gemeistert werden

Psy-Fi Spirit Gathering

Bendie Yoga bot diverse Workshops auf Sacred Island an
Bendie Yoga bot diverse Workshops auf Sacred Island an

Spirit Gathering Kurse Psy-Fi 2017

Sacred Island bot also jede Menge Entertainment für alle, die auf einem Festival nicht nur die Musik, sondern auch sich selbst besser kennenlernen wollten. Etwas Schade fand ich, dass einige Angebote wie Massagen extra gekostet haben. Aber das ist nur ein minimaler Kontrapunkt, da man für gute Arbeit und liebe Menschen natürlich gerne bezahlt. Ein kleiner Hinweis im Vorfeld wäre allerdings super gewesen.

Zauberwald

Direkt neben dem Mainfloor führte eine kleine, bunt beleuchtete Allee in den Zauberwald, in dem unzählige dekorative Details platziert waren, ebenso wie ein Artspace, also eine Art Gallery, die einen definitiv in ihren Bann gezogen hat. Ein riesiger Spielplatz für Erwachsene, die mal wieder Kind sein wollen 😉 Hier werde ich nicht zu viel verraten, denn ihr wollt ja 2018 auch alles nochmal auf eigene Faust entdecken können. Ich kann eine Tour durch den „Magical Forest“ aber definitiv empfehlen.

Bild: Gerd Koetje
Bild: Gerd Koetje
Bild: Gerd Koetje
Bild: Gerd Koetje
Artspace Psy-Fi 2017
Mitten im Magical Forest traf man dann plötzlich auf diese Installation. Im Inneren dieses Zelts befand sich eine beeindruckende psychedelische Gallerie, wo man auch Künstler direkt bei der Arbeit beobachten konnte

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Len Berns malt auf der Psy-Fi 2

Der Magical Forest war wirklich sehr inspirierend und man konnte, trotz direkter Nähe zum Mainfloor, in eine völlig andere, ruhige Welt abtauchen. Mich persönlich hat vor allem die Gallerie sehr beeindruckt, ebenso wie die live zu beobachtende Arbeit der Psychedelic Art Künstler. Definitiv ein Muss, wenn man die Psy-Fi besucht und nach dem Ende auf dem Mainfloor noch nicht ans Schlafen denkt.

Food & Shopping

Hier war ich sehr überrascht, doch gleichzeitig gibt es hier auch einen der wirklich wenigen Kritikpunkte: der Weg vom Camping zu den Foodstores ist wirklich enorm weit und es gibt auf dem Weg dorthin auch keine essbaren Alternativen. Dafür wurde man, wenn man denn endlich dort angekommen ist, mit einer wirklich riesigen und vor allem hochwertigen Auswahl an Nahrung belohnt. Unser Tag startete in der Regel mit einer Tour über das gesamte Gelände, hin zur Fressmeile. Dort konnte man dann auch direkt ein paar Stunden verbringen, denn es gab nicht nur zu Essen, sondern auch die Jam Bühne befand sich dort, auf der Fremde gemeinsam musizieren konnten. Und meistens klang das erstaunlich gut, mit wenigen Ausnahmen, die dafür umso amüsanter waren.

Die Jam Stage mit einigen Essensständen im Hintergrund
Die Jam Stage mit einigen Essensständen im Hintergrund – Bild: Gerd Koetje

Beim Essen hatte man die Wahl von handgemachten, bayerischen Spätzle, über Bratkartoffeln mit Gemüse, diverse Salate, Sandwiches und Pizzen, bis hin zu einem argentinischen Qualitätsgrill, der Roastbeef der obersten Güte anbot und komplette Schweinelenden auf dem Grill liegen hatte. Außerdem gab es jede Menge frisches Obst & Gemüse, Smoothies, veganes Eis, einen Supermarkt und Standards wie Burger und Pommes. Also für jeden Etwas. Die Preise waren, mit ca. 6,- € / Portion, leider recht hoch. Für einen großen Smoothie hat man sogar direkt mal 11,- € zahlen müssen. Aber die Qualität und die meisten Portionsgrößen waren das auch definitiv wert. Es gibt allerdings auch die Möglichkeit, per kostenlosem Bus Shuttle die nahegelegene Kleinstadt zu besuchen und dort preiswert im Supermarkt einzukaufen.

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Bild: Femke Sangers
Bild: Femke Sangers

Auch beim Shopping kam man definitiv auf seine Kosten – es wurde wirklich gute Handwerkskunst geboten, ebenso wie schöne Klamotten – von UV-Mainfloor-Klamotten, über psychedelische und surreale Motive, bis hin zur klassichen Ethno-Leder-Kluft. Auch Schmuck, Zubehör und jede Menge Schnickschnack konnte erworben werden.

Shopping Meile Psy-Fi 2017 Bild
Bild: Femke Sangers

Die Shopping / Food Meile bot also jede Menge Abwechslung, zu etwas zu hohen Preisen, wobei das auch immer eine subjektive Meinung ist. Das Essen war frisch und es wurde sowohl für Mischköstler, als auch für Vegetarier und Veganer sehr viel angeboten, was nicht nur aus Fleischfresser-Menüs ohne Fleisch bestand. Es gab sogar ein Breakfast-Strand, wo man frisches Spiegelei auf Toast und verschiedene Tees serviert bekam.

Camping

Auch das Camping ist auf der Psy-Fi wirklich ein Erlebnis, angefangen damit, dass der halbe Camping-Platz entweder direkt am See, im Wald, oder im Wald am See liegt. Wenn man Morgens keine Lust hatte, die vollen Duschen zu benutzen, konnte man einfach direkt in den See springen. Es kam richtiges Camping-Feeling auf, anstatt des Gelages, das auf vielen Deutschen Festival-Ackern häufig entsteht. Ich weiss nicht, wann ich das letzte mal Stockbrot geröstet habe, aber auf der Psy-Fi ist es mal wieder passiert. Wer keine Lust hatte, sein Zelt mitzuschleppen, der konnte größere und kleinere Tippis und Zelte mieten, was aber mit wirklich hohen Kosten verbunden war.

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Das gesamte Feeling war sehr familiär und man fühlte sich direkt Zuhause. Die Menschen machten ihre Wäsche, kochten, saßen gemeinsam in schön gestalteten Camps und alles war insgesamt sehr, sehr sauber, wofür nicht zuletzt die Festival-Müllabfuhr sorgte, die wirklich 24/7 im Einsatz war. Ich persönlich denke, dass diese völlig andere Atmosphäre eben auch damit zu tun hat, dass die Menschen nicht die ganze Nacht in Ekstase auf dem Floor anzutreffen waren. Ich finde das nicht besser oder schlechter als andere Festivals. Es war einfach mal was völlig anderes und mindestens genauso schön

Mein Psy-Fi 2017 Fazit

Wir sehen uns 2018! Das gesamte Festival kann man wirklich mit keinem anderen Gathering vergleichen – auch nicht mit der Boom, der mo:dem oder der OZORA. Allein‘ die Kopfhörer, die man sich nach Floor-Schluss für 20,- € ausleihen konnte, haben für sehr lustige Szenerien gesorgt. Auf den Kopfhörern hörte man nicht nur Musik, sondern es gab auch tatsächlich DJs, die für die Kopfhörer-Beschallung auflegten. Die Menschen tanzten dann auf dem Dark Floor. Das sah besonders lustig aus, wenn man keine Headphones trug. So konnte man, trotz Nachtruhe, auch weiter feiern, wenn auch unter gewöhnungsbedürftigen Umständen. Die Location ist wirklich atemberaubend, auch wenn das Wetter wechselhaft war. Es gibt unzählige Ecken zum Versacken und Möglichkeiten, seine Zeit auch abseits des Dancefloors zu verbringen. Die ersten zwei Tage habe ich schätzungsweise zwei Stunden auf dem Floor verbracht. Normalerweise bin ich fast den ganzen Tag dort, zuletzt z.B. auf der VooV. Den Rest der Zeit war ich vom Gelände gefesselt. Neben dem Mainfloor gibt es zur Abwechslung einen Chillout, die Jam Stage, den Alternative Floor und den Dark / Hi-Tech Floor – also wurde nicht nur bei der Verpflegung, sondern auch bei der Akustik an alle gedacht. Alle Menschen waren ausnahmslos freundlich, entspannt und Viele auch schon länger als 1-2 Jahre dabei, was auch eine nette Abwechslung zu vielen anderen Festivals war. Und wenn man Bock auf einen kleinen Trip zu den Coffeeshops in der nahegelegenen Kleinstadt hatte, war das auch kein Problem. Ein rundum gelungenes Festival, mit dem einzigen Kritikpunkt, dass das Essen bzw. die Verpflegung zwar gut, aber wirklich sehr teuer war, wenn man nicht selbst gekocht hat. Insgesamt kann man also festhalten, dass die Psy-Fi eine völlig neue Erfahrung sein kann, wenn man sie machen will. „Abfahrt“, „Ballern!“ usw. ist hier unangebracht. Wer aber Bock hat, sich selbst etwas mehr kennenzulernen und ein tolles Rahmenprogramm zu genießen, dessen Wert man später beim Stampfen auf dem Mainfloor verarbeitet, bevor es dann auf eine nächtliche Runde durch den Wald und über den Campingplatz geht, mit tollen Gesprächen und Erlebnissen, der ist hier komplett richtig. Die Floors waren eine Art Plaza, auf denen man sich am Abend traf, um gemeinsam den Tag zu verarbeiten und mit Musik & Tanz abzuschließen. Doch tagsüber gab es soviel mehr zu erkunden als seine Tanzkünste, was wir auch getan haben. Und an all‘ meine lieben Hamburger, mit denen ich das Festival genießen durfte: ihr wart klasse! 

7 Gedanken zu „Psy-Fi 2017 – eine Woche psychedelische Parallelwelt

  • 29. August 2017 um 12:20
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    toller bericht.
    mir ging es genauso, normaler weise immer ganz viel auf dem floor, beim psy-fi, aber ganz viel entspannt herumtrödeln.

    mit den preisen hatte ich allerdings nicht so ein problem, denn ich war zuvor bei einem festival in der schweiz und empfand nach diesem erlebnis die preise in den niederlanden direkt als angenehm 😉

    Antwort
  • 30. August 2017 um 10:37
    Permalink

    Schöner Bericht!
    Psychedelische Welt trifft es wirklich auf den Punkt, ein Festival für das ganze Spektrum der Kultur.

    Die betitelte Festivaleigene Müllabfuhr war die Psyclean Crew eine Organisation die mit Volunteers arbeitet und auch auf anderen Festivals anzutreffen ist, auf der Psy-Fi aber ihren größten Auftrag hat und mit einer Menge Spaß dabei war.
    Das Publikum hat großartig mitgeholfen das Gelände sauber zu halten!

    Antwort
  • 4. September 2017 um 19:01
    Permalink

    Toller Bericht, der mir aus der Seele spricht! Ich fand das Festival auch wundervoll und möchte auf jeden Fall wieder hin. Allein der Magical Forest 🙂 Super Fotos, die du da gemacht hast…
    Die Preise der Speisen fand ich auch etwas hoch, aber schlimmer fand ich, dass die Getränke so teuer waren. Da hab ich mich dann im Supermarkt eingedeckt, der bequem mit dem Shuttlebus zu erreichen war.

    Antwort
  • 24. September 2017 um 21:58
    Permalink

    Ich kann diesem Bericht leider gar nicht zustimmen, ich war die letzten drei Jahre da und war 2015 und 2016 so begeistert, dass ich dachte, ich werde immer hier her kommen, aber jetzt wurde ich eines besseren belehrt. Die Art der Veraenderungen hat mich schockiert. Es war wirklich kein Vergleich mehr zu den letzten beiden Festivals. Die Deko war zwar schoen, keine Frage, aber es war einfach nicht mit so viel Liebe und Details gemacht wie die Jahre zuvor, der magische Charme ist verloren gegangen. Pflegte die Psy Fi bis dieses Jahr noch eine gigantische Function One Soundanlage zu behueten, war der Sound dieses Jahr leider qualtiativ um Dimensionen schlechter, in den ersten Tagen ist der Sound auch einfach abgesoffen. Das Opening war richtig beschissen, Gaudi groehlte etwas von wegen ‚Psy Fi Psy Fi‘ ins Mikro und verwirrte alle mit seiner Gitarre. Es war eine Beleidigung fuer alle dieenigen, die das grandiose Opening letztes Jahr von Juno Reactor oder davor das Jahr von Highlight Tribe gesehen haben, es war sehr rituell und liebevoll. Am ersten Abend ging die Musik am fruehsten aus, lange bevor 1 Uhr. Und die davor hoch angepriesene ‚Mit der Musik synchronisierte Laseranlage‘ begonn erst dann, als die Musik aufgehoert hat. Skandal! Insgesamt hatte man im Vergleich zu den Vorjahren das starke Gefuehl, dass an Geld gespart wurde und generell die Qualitaet abgesunken ist. So viele Details stimmten nicht und dabei wurde oeffentlich angepriesen, dieses Jahr habe man sich genau auf diese konzentriert. Allein die Platzierung der Mainstage, das angeblich ‚besondere Chilloutzelt aus Afrika‘ welches einfach nur total langweilig und funktionell war und keinen Vergleich zu den Chillouts davor brachte, die Platzierung der Wasserspender, die Essenspromenade wo man einfach die Fuelle an qualitativ guten und schoenen Essenstaenden am liebsten alles probieren wollte wies dieses Jahr seltsamerweise nur noch eine Hand der guten Staende auf und davor viele fragwuerdige, unliebevoll gekochten und gestalteten Staenden und nicht zuletzt die kalte, herzlose Herrmachung des Strandes.

    Doch das mit Abstand traurigste war der verloren gegange Spirit. Klar, man hat immer einen gewissen Teil von Leuten, sie nicht vollkommen frei und gluecklich sind, doch bei den letzteren Episoden war begegnete man eigentlich nur wunderschoenen Menschen die voller Lebensfreude, Frieden, Liebe und Gemeinschaftskeitsgefuehl Eins mit Allen und Allem wurden und damit alle anderen infizierten. Es war eine fantastische Party und alle hatten so verdammt viel Spass. Dieses Jahr waren sehr viel mehr unglueckliche Leute da als glueckliche, besonders in den ersten 2 Tagen herrschte eine sehr traurige Stimmung. Es war nicht mehr das selbe.

    Das ist uebrigens nicht nur meine Meinung, ich habe mit vielen gesprochen die treue Psy Fi Besucher der letzten Jahre waren und wirklich jeder mit dem ich gesprochen habe war derselben Meinung wie ich. Ich uebertreibe es nicht. Ich kann verstehen, dass Leute, die zum ersten Mal da waren, es schoen fanden und viele Details schaetzten. Viele die zum ersten Mal da waren fanden es natuerlich alles beeindruckend, aber das war bei den meisten auch das erste Psy Trance Festival. Aber auch diesen ist die selstame Stimmung selstam vorgekommen. Aber das wuerden sie nicht mehr tun wenn sie wuessten wie es die Jahre zuvor war. Ich moechte so eine Veranstaltung leider nicht mehr unterstuetzen aber will hier mal meine ehrliche Meinung vertreten.

    Antwort
    • Heddi
      25. September 2017 um 13:48
      Permalink

      Moin,

      ich kann da natürlich nicht grundsätzlich widersprechen, aber einige Dinge finde ich doch sehr schade. Sicherlich kann aufgrund der von dir angesprochenen Punkte auch der Eindruck entstehen, dass am Geld gespart wird, aber dieser Punkt wird wirklich bei JEDEM Festival diskutiert. Entweder kritisiert man Einsparungen, oder aber die steigenden Ticketpreise.

      Der Sound war wirklich mies, was ich ja auch geschrieben habe. Allerdings war das nicht nur auf Einsparungen zurückzuführen, sondern auf massive und penetrante Anwohnerbeschwerden, zumindest sagt das die Psy-Fi. Und da ich keine investigative Eigenrecherche in den Niederlanden gestartet habe, und du wahrscheinlich auch nicht, müssen wir das wohl so glauben, da wir das Gegenteil nicht belegen können.

      Auch bei ein paar der anderen Punkte möchte ich gerne etwas entgegnen.

      So sagtest du beispielsweise:

      die Essenspromenade wo man einfach die Fuelle an qualitativ guten und schoenen Essenstaenden am liebsten alles probieren wollte wies dieses Jahr seltsamerweise nur noch eine Hand der guten Staende auf

      Das ist Meckern auf sehr hohem Niveau. Das Essen war sehr gut und die Auswahl ebenso, kaum vergleichbar mit anderen Festivals, vor allem in DE. Ich habe selten eine so große Auswahl gesehen. Selbst wenn diese in den Vorjahren noch größer war, so war sie dieses Jahr nach wie vor ausreichend und überdurchschnittlich. Außerdem ist es Geschmackssache und ich habe mindestens 8 Stände gekostet, an denen das Essen weder lieblos und ungesund zubereitet wurde. Einige Festivals haben insgesamt nicht mal 8 Stände.

      Weiterhin sagtest Du

      …Doch das mit Abstand traurigste war der verloren gegange Spirit. Klar, man hat immer einen gewissen Teil von Leuten, sie nicht vollkommen frei und gluecklich sind, doch bei den letzteren Episoden war begegnete man eigentlich nur wunderschoenen Menschen die voller Lebensfreude, Frieden, Liebe und Gemeinschaftskeitsgefuehl Eins mit Allen und Allem wurden und damit alle anderen infizierten…

      Ebenfalls sehr, sehr subjektiv und auch immer eine Sache, die man als Einstellungssache bezeichnen kann, oder als eine, die im Auge des Betrachters liegt. Ich fühlte mich dort sehr wohl und hatte keinerlei Probleme mit „unglücklichen“ Menschen. Ich höre diese Aussage allerdings in letzter Zeit öfter „Nur schöne und fröhliche Menschen“ – wisst ihr, ich denke nicht, dass es darum allein‘ auf so einem Festival geht. Es geht auch darum, diese „unglücklichen“ Menschen, die vielleicht auch einfach mal nur eine andere Einstellung und Lebensperspektiven als ihr haben, an die Hand zu nehmen und zu fröhlichen Menschen zu machen, anstatt sie sich vom Festival wegzuwünschen. Das ist eine ziemlich egoistische Sichtweise, die für mich nicht viel mit Psytrance oder psychedelischer Kultur zu tun hat. Diese Festivals sind für alle da und man ist nicht gezwungen wie ein Honigkuchenpferd übers Gelände zu laufen. Und Selbstkritik ist da vllt. auch mal angebracht; wieso haben wir, die fröhlichen schönen Menschen es nicht geschafft, auch andere in diesen Zustand zu bringen?

      Natürlich, jeder regt sich mal über oberflächliche Atzen auf, die auf diese Partys strömen. Aber nehmt das doch als Chance, statt zu resignieren. Ich finde es gut, dass immer mehr Menschen sich eher unseren Events zuwenden als anderen oberflächlichen und sexistischen Sauf-Events und Clubs. Und ich finde es umso trauriger, dass wir diese Menschen, ähnlich wie die AfD Flüchtlinge als unzumutbare Belastung sieht, von den Festivals verbannen wollen, weil sie nicht so sind wie wir. Schade…

      Außerdem ein kleiner Denkanstoß: Ist jemand vollkommen frei und glücklich, der sein empfundenes Glück an die Synchronität einer Lasershow, an Soundsysteme oder eine möglichst große Auswahl an Essensständen hängt, also schlecht gelaunt ist, wenn diese Dinge nicht vollkommen zufriedenstellend sind? Ich dachte immer, dass vollkommen freie und glückliche Menschen aus sich heraus froh sind und das nicht von äußeren Faktoren abhängig machen 😉

      Hört mal auf, ständig einen auf Vergleichsportal zu machen und genießt einfach, was euch geboten wird. Unabhängig davon, was in den Jahren davor geboten wurde, oder auf anderen Events geboten wird. Ihr seid doch eh schon da, also behaltet euer Erlebnis doch in guter statt in schlechter Erinnerung 😀 Es gab so viel Schönes auf der Psy-Fi, dass das einzige, was für mich persönlich traurig ist, das Gejammere der angeblich freien, bewussten und schönen Menschen ist, die anscheinend nur frei und glücklich sind, wenn alles stimmt 😀

      Allein‘ die schönen Eindrücke und der relativ naturbelassene Campingplatz, das morgendliche Baden im See anstelle des nervigen Duschens in mickrigen Duschkabinen, der große See, die große Auswahl an frischem Obst und Getränken, das gute Essen (weitaus besser als der Standard auf DE-Festivals) waren schon genug Gründe, dort eine tolle Woche zu verbringen, unabhängig von Dezibel, der Optik der anwesenden Menschen und der Perfektion der Lasershow. Ich kann es verstehen, wenn Menschen ihr Glück und den Wert eines Erlebnisses an solche Dinge knüpfen, aber ich finde es sehr schade. Gerade dann, wenn man im gleichen Atemzug die „Unglücklichen“ kritisiert.

      Liebe Grüße

      Goazin.de

      Antwort
    • 28. September 2017 um 14:28
      Permalink

      Liebe Lucia, ich war auch 15/16/17 dort und kann nichts vom dem nachvollziehen, was du hier beschreibst.

      Meiner Meinung nach war es wie die Jahre zuvor ein wundervoll gestaltetes Gelände, auf dem es an jeder Ecke etwas tolles zu entdecken gab. Auch gab es wieder tolle Neuerungen und Verbesserungen.
      Die Anlage war eventuell ein klein wenig leiser als letztes Jahr, dafür lief sie bis 01:00 durch in gleicher Lautstärke, was bisher nicht so war. Und vorne war es definitiv ordentlich Laut und Bassvoll. Und ja, ich kann Anlagen sehr gut Beurteilen 😉
      Davon abgesehen, bin ich mir zeihmlich sicher, dass es die gleiche Anlage war:
      2016: https://i.ytimg.com/vi/DbKGo1S7uPU/maxresdefault.jpg
      2017: https://i.ytimg.com/vi/rFLosHEcyeE/maxresdefault.jpg

      Ich hoffe du fühlst dich jetzt nicht angegriffen, ich möchte nur vermeiden, dass die Leute einen falschen Eindruck bekommen denn es ist wirklich ein besonders schönes Festival, das wie im Bericht ja schon deutlich gemacht wurde eben gerade einen tollen Spirit und eine sehr entspannte Atmosphäre hat. Gerade gegenüber den deutschen Acker-Partys!

      LG

      Antwort
    • 7. November 2017 um 7:40
      Permalink

      Zu Lucia:
      Vlt kamen dir die ersten Tage so traurig vor weil es ordentlich in Form von Regen geschüttet hat, das hatte mich und andere erst auch etwas weniger spassvoll eingestellt, aber das ging vorüber…

      Antwort

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