Titelbild: Antaris Project

Antaris 2017 – die Goazin & GoaExpress Tour

Schlammtaris, Atlantis 2017 – ja, ihr wart wieder sehr erfinderisch, was die ironischen Bezeichnungen, rund um die eher dürftige Wetterlage auf der 23ten Antaris, angeht. Aber es war ja nicht das erste mal, dass Petrus am Landeplatz des Antaris-UFOs eher ungnädig war. Nicht umsonst ist dort 2015 dieses legendäre Bild entstanden, das ihr mittlerweile auch als Grußkarte oder Ähnliches verschicken könnt. Ja, tatsächlich.

Bild by Philip Rebensburg
Bild by Philip Rebensburg – Antaris Thunderstorm 2015

An dieser Stelle einmal unseren herzlichen Dank an das fleißige Team, die Einsatzkräfte und alle Helfer, die permanent im Einsatz waren, um die Zufahrten und Wege irgendwie begehbar und befahrbar zu halten und das auch zum Großteil geschafft haben. Wenn man ehrlich ist, wäre die Antaris ohne diese Menschen wortwörtlich ins Wasser gefallen. Dass die Dixie-Klos dann mal etwas länger unangetastet blieben als gewohnt, ist ein guter Kompromiss. Und es war auch der einzige, den man machen musste. Alles andere war wirklich großartig organisiert, vor allem angesichts der sintflutartigen Wetterlage.

Auch die breite Masse des bisherigen Feedbacks auf der Antaris Facebook-Seite zeigt klar, dass sich kaum jemand auch nur ansatzweise den Spirit und das Tanzen dadurch hat verderben lassen. Weder durch Gerüche, noch durch die Wassermassen. Einschließlich unserer Reisegruppe. Und deshalb behalten wir hier auch den altehrwürdigen Namen bei: Antaris, was soviel bedeutet wie Ant-Aris = Gegen Krieg. Dem Festival-Motto „Laugh & Dance“ wurden Team, Gäste und Line-Up wieder mehr als gerecht.




Sebastian Reuter hat übrigens ein cooles 360 Grad Video vom Antaris-Gelände gedreht, welches euch mit auf den Weg vom Zeltplatz, über die Alternative Stage, den Spiritual Circle, bis hin zum Mainfloor nimmt. Währenddessen könnt ihr euch mit wenigen Klicks auf dem Gelände umsehen und die Kamera drehen, oder Sebastian beim Tragen ebendieser beobachten.

Anreise & Camping mit der GoaExpress Crew

Nachdem wir bereits mit dem GoaExpress zum Sommernachtztraum 2017 gereist waren (hier gibt’s den Sommernachtztraum-Bericht), war nun eines der weltweit bekanntesten und ältesten Psytrance Festivals an der ReiheZur Geschichte der Antaris haben wir euch bereits jede Menge erzählt, u.a. auch in einem Interview mit Goa Jonas. Doch schon an der Truppe hat man dieses mal gemerkt, dass es zu einem etwas „traditionsreicheren“ Event geht. Auf jeden Fall war der Bus mal wieder voller toller Menschen, mit denen Anreise und Festival gleich doppelt so viel Spaß gemacht haben. Besonderer Dank geht, von meiner Seite, an meine liebe Freundin AnnaNiko, Bianca, Odo, Atena, Carlos & Jan vom GoaExpress und alle, die ich jetzt bestimmt noch vergessen habe. Außerdem natürlich auch an Jonas, Uwe und Julia für den tollen Support meiner Seite und die Einladung zu eurem großartigen Festival. Danke, für die coole Zeit. 

GoaExpress Tour Antaris 2017

Und diese Reise hat mir einmal mehr verdeutlicht, dass es sich stets lohnt, sich ein eigenes Bild zu machen und nicht darauf zu hören, was der Meinungs-Mainstream so vor sich hinblubbert. Viele von euch kennen sicher Kommentare wie „…ist nicht mehr das, was es mal war…“, „…alles voll Kommerz und so…“, „…in Deutschland gibt’s keine authentischen Psytrance Festivals mehr…“ usw. Sei es nun mit Bezug auf die Wonderland, die VooV, oder auch die Antaris. Nun, ob es noch das ist, was es mal war, kann ich kaum beurteilen, denn es war meine erste Antaris.

Aber wenn es dieses mal nur halb so schön gewesen ist, wie es damals war, gibt es weder einen Grund dazu, das „Heute“ zu kritisieren, geschweige denn, das „Damals“ nostalgisch zu vermissen. Ja, die Lebensmittel mögen teurer geworden sein und 4,- € für eine 250ml Gemüsebrühe mit ein paar Bandnudeln ist schon happig, die Ticketpreise auch und neben Chai gibt es in Deutschland halt auch Red Bull, Coca Cola und Becks. Vielleicht laufen ein paar Besucher auch mit Tanktops, Anabolika-Muskeln und Goldketten rum. Aber das ist nicht wirklich das, worauf es ankommt und genau das hat mir die Antaris 2017 so stark gezeigt, wie bisher kaum ein anderes großes Psytrance Festival in Deutschland. Die Atmosphäre, wenn man sein Zelt verlässt, sei es nun im Sonnenschein, oder unter einer Regenwolke, und sich dann langsam auf den mörderischen Bass und den Sound des 8.1-Systems zubewegt, ist für mich einzigartig. Auch die Weitläufigkeit des Geländes hat kaum gestört, da es unterwegs immer mal wieder einen Essensstand bzw. eine Sitzmöglichkeit zu finden gab, bis man den Weg zum Mainfloor dann endlich gemeistert hatte.

Blick vom Zeltplatz auf den Floor
Blick vom Zeltplatz auf den Floor

Mit jeder Menge Enthusiasmus und großen Plänen im Gepäck, machten wir uns am Freitag, von Hamburg aus, auf die Reise. Natürlich wieder mit dem GoaExpress. Da ich eingeladen war, wollte ich eigentlich Interviews führen, Video-Statements aufnehmen, Bilder machen und was weiss ich nicht alles. Aber um es kurz zu machen; daraus ist nichts geworden, denn sobald ich einen Fuss in die Mitte des Mainfloors, des sogenannten „Antaris-UFOs“, gesetzt hatte, ließ es mich einfach nicht mehr gehen. Augenblicklich wurde ich auf den Planeten der Antarianer gebeamt! Ich gelobe Besserung für 2018, liebe Julia, lieber Uwe und lieber Jonas ;). Eine derartige Atmosphäre, die dieses Festival ausstrahlt, habe ich wirklich noch kein zweites mal erlebt (auch nicht auf der OZORA 2016) und sie fesselte mich förmlich an die Stampffläche. Ich maße mir hier gar nicht an, sie als „die beste“ oder sowas zu bezeichnen, aber unvergleichbar ist sie definitiv. Sicher war daran nicht zuletzt das erstklassige Line-Up Schuld, welches Antaris Uwe himself und Goa Jonas dieses Jahr mal wieder auf die Beine gestellt haben. Gerade was den „puren“ Psytrance angeht, in Deutschland definitiv Spitzenreiter. Doch auch von Proggy und Full-On, über Dark, bis hin zu Forrest & Co. hat es an nichts gefehlt.

  • Obliviant
  • DJ Tristan
  • Protonica
  • Drip Drop
  • Astrix
  • Atmos
  • Etnica
  • Liquid Soul
  • Man With No Name
  • Onero
  • Daksinamurti
  • Justin Chaos
  • Mr. Tree & Mr. Jeans
  • Electric Universe
  • Waio
  • Ilai
  • Das komplette Line-Up findet ihr hier

…um nur einige zu nennen. Aber auch die Menschen, und vor allem die tollen Deko-Elemente by Vision Scientists, so wie das gesamte Drumherum, zogen mich in ihren Bann. Den Vision Scientists konnte man übrigens schon Wochen vorher, via Facebook, regelmäßig dabei zu sehen, wie sie an der Deko für den Mainfloor gewerkelt haben. Außerdem war das Publikum sehr offen, umsichtig, bunt (nicht nur blau) und aus allen Teilen der Welt angereist, um Teil dieses Festivals zu werden. Das hat man zu jedem Zeitpunkt gespürt. Zu erwähnen wäre auch noch das DJ-Pult und das Videomapping, welches einen wirklich geschickt hat. Nicht nur einmal wurde ich gefragt, ob ich die „Muster und Farben“ hinter dem DJ auch sehe. Aus all‘ den genannten Gründen fiel konzentriertes Arbeiten für mich leider flach. Wobei man als Autor ja gottseidank immer irgendwie arbeitet, solange man Inspiration sammelt. Und das habe ich definitiv getan.

Die Arbeit der Vision Scientists in voller Pracht
Die Arbeit der Vision Scientists in voller Pracht
DJ Pult Stage Antaris 2017
Die Stage wurde mithilfe von gut ausgesteuertem Videomapping wunderbar inszeniert


Auf dem Alternative Floor & Ambient Floor gab es außerdem noch kultigen 90er Jahre Trance, Techno und zahlreiche weitere Spielereien zu hören, die für etwas Abwechslung vom echt mörderischen Bass des Mainfloors sorgten. Sogar Dr. Motte war am Start. Eine sehr gelungene Abwechslung, wenn man vom wirklich gewaltigen Mainfloor-Sound mal etwas Abstand brauchte.

Spiritual Circle & Shopping-Meile

Alternativ konnte man dazu auch eines der vielen atmosphärischen Zelte besuchen, die entweder tolle Accessoires oder wirklich gesunde und leckere Mahlzeiten im Angebot hatten. Einige der Stände kannten diejenigen von euch vielleicht schon, die auf mehreren Events anwesend sind. So war beispielsweise der sympathische Bratnudel-Stand, der auch regelmäßig auf Hai in den Mai / Wonderland vertreten ist, vor Ort (nur mit deutlich mehr Sitz- und Chillmöglichkeiten), ebenso wie der nette ältere Herr, der vegane Köstlichkeiten und Energyballs via Bauchladen verteilt. Doch wessen Geist es nach mehr dürstete, als nach Konsumgütern und Kunst, was man beides wirklich im Überfluss auf der Antaris Shopping-Meile finden konnte, für den blieb noch der Spiritual Circle, auf dem 2017 ein besonderer Fokus des Antaris Teams lag. Leider hat das Wetter eben nicht ganz mitgespielt.

Spiritual Circle Antaris 2017

Bild: Antaris Project
Bild: Antaris Project

Unter anderem stellte Roger Rea dort dieses Jahr sein Buch „Hippies Never Die“ vor. Aufgrund der schlechten Wetterlage konnte das toll geplante Program natürlich nicht ganz die Wirkung entfalten, die wir und auch das Antaris Team sich erhofft hatten. Aber der Wille zählt und der war definitiv zu erkennen. Neben der Buchpräsentation warteten dieses Jahr nämlich noch tolle Kursangebote auf euch. Yoga, ein Didgeridoo Workshop, Massagen und ein Jonglier-Kurs sollten nette Abwechslung zur Tanz-Ekstase bieten.

Die Liebe zum Detail, die wirklich überall zu sehen war, ob nun an den Essensständen, den Shopping-Zelten, oder an den verschiedenen Floors, hat mich tief beeindruckt und ich werde nächstes Jahr definitiv wiederkommen. Nur dann von Donnerstag bis Montag, nicht von Freitag bis Sonntag.

Meine Highlights

Nun, ein absolutes Highlight war die gesamte Erfahrung am Sonntag Morgen für mich. Die Kälte und Feuchtigkeit zerrten seit Tagen an den Knochen und dem eigenen Gemüt, der Floor war matschig und ich habe auch schon schönere Geruchskulissen erlebt. Aber als ich am Sonntag den Floor betrat (ich glaube, dass Outsiders gerade auflegten, aber ihr kennt das mit dem Zeitgefühl…) und diese Euphorie trotz allem in der Luft lag, war das schon ein beeindruckendes Gefühl. Natürlich war es etwas leerer geworden, aber vor allem die Generation, die schon länger auf dieses Event fährt, war noch stark vertreten.

Sonntag Vormittag - es fließt noch immer...;)
Sonntag Vormittag – es fließt noch immer…;)

Das Ganze müsst ihr euch bei folgendem Soundtrack vorstellen:

Ein offizielles Highlight der Antaris habe ich leider verpasst: Quadrasonic. Selbst in Magazinen und Zeitschriften, die nichts mit Psytrance am Hut haben, wurde dieses Quartett aus Waio, Materia, Brainiac und Sinerider angekündigt, welches eine Weltpremiere feiern wollte, indem sie ihre einzelnen Töne, statt vier Mal in Stereo, jeweils über alle acht Tower schickten. 360 Grad Psytrance im Kinoformat! Tja, wie es war, das kann ich leider nicht sagen, da ich zu dem Zeitpunkt noch mein Zelt aufgebaut habe.

Ein weiteres musikalisches Highlight, welches ich auch selbst miterlebt habe, war natürlich Electric Universe, der mit seiner Laser-Harfe, die technisch irgendwo zwischen Supertalent und Star Trek einzuordnen ist, ebenfalls etwas Neues auf der Antaris Stage zeigte. Nachdem eine angebliche Videoaufnahme des Künstlers auftauchte, die ihn beim Üben im heimischen Garten zeigte, die sich aber im Nachhinein als „Fake News“ herausstellte, sind wir nun noch exklusiv an original Videomaterial seines Auftritts auf der Antaris gekommen.

FAKE NEWS: Dieses Video, das Sebastian Ecke bei Facebook hochgeladen hat, zeigt angeblich Electric Universe, beim Üben im heimischen Garten.

Doch nach einem ausführlichen Vergleich, mit Videomaterial vom Antaris Festival 2017, stellte sich heraus, dass es sich wahrscheinlich um eine geschickt gemachte Montage handelt. In echt sah das Ganze dann so aus und klang wirklich außerweltlich gut. (ab 2:20 Minuten!)

Das gesamte Set machte wirklich sehr viel Freude und die vielen stampfenden Beine verteilten den Mainfloor-Matsch nochmal in alle Richtungen. Ein gelungener Abschluss eines durchgetanzten Samstags auf der Antaris 2017.

Zuletzt möchte ich noch mein persönliches emotionales Highlight beschreiben: die vielen gutherzigen Menschen, die sich sehr umeinander gekümmert haben. Gerade dann, wenn andere es nicht taten. So zum Beispiel Niko aus unserem Camp, der am Samstag Morgen plötzlich ein neues Mitglied ins Zeltlager gebracht hatte, nachdem er den jungen Mann schlafend, unter einer Plane oder Bank, auf dem Mainfloor gefunden hatte und einige andere sich anscheinend nicht darum geschert haben. Er hatte weder ein Zelt noch sonst was, also hat Niko ihm ein Nachtlager bei uns angeboten. Eines meiner metaphysischen Highlights der Antaris ;). Mit dem gestrandeten Antarianer haben wir dann den Rest des Festivals verbracht und mit ihm einen neuen Freund gewonnen. Musikalisch ist es wirklich schwer, absolute Highlights zu nennen, denn die Vielfalt und Abwechslung im Antaris Line-Up 2017 war das eigentliche Highlight. Ich habe viel neues kennengelernt, altes wiederentdeckt und beständiges, wie gewohnt, zelebriert.

Im Endeffekt wird man sowieso nie mit Worten beschreiben können, was Herz und Verstand auf so einem Event erleben. Und da Bilder mehr sagen als 1.000 Worte und ich leider kaum eigene gemacht habe, hier noch ein paar inspirierende Bilder der Antaris 2017. Die entsprechenden Fotografen stehen immer drunter. Falls ihr mehr auf bewegte Bilder steht, könnt ihr euch die Wartezeit auf das Aftermovie 2017 natürlich noch mit dem Aftermovie 2016 verkürzen.

Antaris 2017 Bilder & Videos

Weitere Bilder folgen – oder habt ihr selbst schöne Bilder der Antaris 2017 gemacht und wollt diese hier veröffentlichen? Mail an info@goazin.de 

Antaris Mainfloor 2017 Nacht
Foto by https://www.facebook.com/HommegaOfficial/
Blick von der Stage auf den Mainfloor - Bild: Udo Herzog
Blick von der Stage auf den Mainfloor – Bild: Udo Herzog
Chill Area - Bild: Udo Herzog
Chill Area – Bild: Udo Herzog
Die Alternative Stage - Bild: Udo Herzog
Die Alternative Stage – Bild: Udo Herzog
Bild: Udo Herzog
Bild: Udo Herzog
Die Alternative Stage - hier erschwerte der Matsch das Tanzen leider wirklich ein wenig
Die Alternative Stage
Und nochmal bei Nacht
Und nochmal bei Nacht

Ein Gedanke zu „Meine erste Antaris 2017 – Goazin & GoaExpress in Stölln

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