Manula UV: Bodypainting & Malerei

Seit über 17 Jahren lebt Manula in der deutschen Psytrance-Hauptstadt Hamburg. Die 38-jährige UV-Künstlerin und gebürtige Polin, machte ihre ersten Begegnungen mit der Szene um das Jahr 1996, an der polnischen Ostsee. Die erste Party fand in einem typisch dekorierten, aber abgeranzten Leuchtturm statt. Wenn die Psytrance-Jünger nicht dort waren, fanden dort vor allem Punk-Konzerte statt. Sie selbst zieht den gerne herangezogenen Vergleich zu Alice im Wonderland, als es darum geht zu beschreiben wie sie sich auf ihrer ersten Psytrance Party gefühlt hat.

„Alles war bunt, leuchtend und voller Geruch nach Räucherstäbchen“, so Manula. Sofort wollte sie die neuen Eindrücke mit der eigenen Kreativität ausdrücken. Da es damals noch gar keine UV-Farbe für das Bodypainting zu kaufen gab, malte sie ihre ersten Mandalas und Körper mit UV-Plakatfarbe.

Heute erfreut sie die Goanauten und Goanautinnen auf Hamburgs Goa Partys regelmäßig mit großartiger Kunst in Form von UV-Bodypainting und selbstgemalten Bildern. Wie ihr Weg bis dahin verlief, was sie zu ihrer Kunst inspiriert und was sie durch die Malerei ausdrücken möchte, erzählt sie euch hier. Außerdem findet ihr Kontaktmöglichkeiten zu Manula UV, ebenso wie Impressionen ihrer UV-Kunst. Außerdem gibt’s auch ein persönliches Interview mit Manula UV weiter unten.

Manula UV @ Work
Manula UV @ Work

Wie Alles in Hamburg begann

In einem Beitrag für das mushroom magazine erzählte Manula bereits ein wenig darüber, wie sie nach Hamburg gekommen ist, wann und warum sie mit dem Bodypainting begonnen hat und wann sie das erste Mal als UV-Künstlerin für eine Goa Party gebucht wurde.

Bereits in den 90ern war sie regelmäßig in der Szene in Hamburg und Berlin zu Besuch. Vor allem das Hamburger Atisha in Eppendorf hatte es ihr damals angetan, ähnlich wie bei Dj Arnox von Question of Prog. So sehr, dass sie ihren Mann, durch den sie die Szene kennengelernt hat, dort auch geheiratet hat. Auf die Hochzeit folgte eine etwas längere Pause und ein wenig Abstand von der Goa Szene.

Manulas bunter Arbeitsplatz auf Hamburger Partys
Manulas bunter Arbeitsplatz auf Hamburger Partys – hier: Spirit of Goa (Photo by Delik)

2008 war sie dann zurück, um der Szene wieder Spirit und Farbe zu schenken. Doch die Menschen und die Musik hatten sich für sie spürbar verändert. Vielleicht auch sie selbst. Aber die Liebe zur psychedelischen Tanzmusik und vor allem auch zum Schwarzlicht und zur Malerei war geblieben. Ebenso wie ihr farbenfrohes Mitteilungsbedürfnis und der Wunsch danach, Erlebtes in Kunst zu transformieren. Aber es ist auch in einer offenen und toleranten Szene wie unserer nicht immer einfach, seine ersten Bookings zu bekommen.

Der vor gut einem Jahr verstorbene Künstler Steffen Reck half ihr auf diesem Weg. Denn er war unter anderem auch ein begnadeter Bodypainter, wie Impressionen aus einem Video-Tribut zu seinem Gedenken zeigen.

Tribut-Video für Künstler Steffen Reck (1966 – 2015)

Ihr erstes Booking war die Spirit of Moksha 2015, danach folgten noch ein paar Veranstaltungen und ein Festival. Im folgenden Sommer 2015 entschloss sie sich dazu, ihren eigenen Weg weiterzugehen und traf zahlreiche Menschen, die ihre kreative Message verstehen, fühlen und unterstützen. Die Fanpage auf Facebook wächst seitdem kontinuierlich und hat mittlerweile fast 1.000 Likes. Außerdem ist sie regelmäßig ausgebucht, was dieser Artikel hoffentlich noch intensiver fördert. Wichtig ist ihr selbst aber vor allem die Tatsache, dass sie immer von Menschen umgeben ist, die sie liebt. Man darf gespannt sein, wie sich Manula selbst, ihre Kunst und ihre Botschaften in Zukunft entwickeln werden.

Impressionen: Bodypainting & Bilder mit UV-Farbe

UV-Bodypainting auf Partys

Malerei

Ihr Stil zeichnet sich vor allem durch die abstrakte Maltechnik und ein großes Maß an Symbolik aus. Teilweise wirken die Bilder durch geschickt gesetzte Schattierungen und farbliche Nuancen sehr plastisch. Die Linienführung ist weich, zum Teil sogar ausfransend und ihre Art zu Malen lässt den Menschen wie eine Leinwand wirken. Man soll sehen, das gemalt und nicht skizziert wurde. Ein weiteres Markenzeichen: sehr grob und kräftig gezeichneter Symbole kontrastieren mit filigranen Linien und Verzierungen.

Vor allem beim Bodypainting erinnern die Motive stark an rituelle und spirituelle Stammes-Bemalungen, ergänzt um einige psychedelisch-verspielte Elemente. Mir gefällt der nicht zu lineare und nicht zu sterile Stil. Denn bei aller Symbolik, aller Tiefgründigkeit und Spiritualität; Kunst soll vor allem auch Spaß machen und das sieht man Manulas Bildern und Mandalas an. Ganz egal, ob auf Leinwand oder auf Menschen.

Interview mit Manula UV

Was genau war der Auslöser dafür, dass du mit dem Malen angefangen hast?

„Der Auslöser war eine kleine Party in Polen an der Ostsee. Der Club befand sich in einem Leuchtturm, direkt am Meer. Normalerweise ein schmuddeliger Laden, wo Metal und Punk Konzerte statt fanden. An dem Tag war aber alles anders, bunt voller Nag Champa Geruch, Deco hing an den Wänden, alles Leuchtend und natürlich die Musik. Alles neu, die Klänge und Frequenz wirkte irgendwie anders als das, was ich bis her kannte. Ich war infiziert,es gab keine zurück mehr.“

Wofür steht deine Kunst bzw. was möchtest du damit ausdrücken?

„Mit meiner Kunst drücke ich mein Inneres aus. Was aber Face-Bodypainting angeht, ist das eine Kombination aus meinem Gefühl zur Person, die ja in dem Moment sehr nah bei mir ist und sich in meine Hände gibt und dem, was die Person selber an Erlebnissen mit in die Situation hinein bringt. Menschen zu bemalen heisst, sich in einem intimen Moment zu befinden. Man ist in der intimen Zone. Die Energie die dazwischen schwingt ist stark spürbar und das Ergebnis auch sichtbar. Ich verlasse mich beim Malen immer auf mein Gefühl und möchte den Menschen auch das Gefühl geben, was besonders zu sein. Die wollen gesehen werden und in eine andere Welt eintauchen. Dafür bin ich da.“

Welche Symboliken und Zeichen dienen dir als Inspiration?

„Die Inspiration beziehe ich vom tibetischen Buddhismus und ein bisschen aus dem Hinduismus. Meistens sind es orientalische Einflüsse, aber auch Science-Fiction Motive, die eher minimal, mit wenig Schnick Schnack einen möglichst großen Effekt haben.“

Du sagtest, dass der 2015 verstorbene Künstler Steffen Reck dich motiviert hat, deinem Weg zu folgen und dir bei den ersten Bookings geholfen hat? Wie genau sah Steffens Hilfe und Motivation aus? Was hat er zu dir gesagt?

„Steffen hab‘ ich auf paar Veranstaltungen beobachtet und geschaut was für eine Art von Kunst er überhaupt treibt. Da ich selbst immer bemalt war, kam die Idee andere zu bemalen. In Steffens Tätigkeit habe ich eine Chance gesehen und diese auch als passend zu meiner Kreativität empfunden. Eines Tages habe ich ihn einfach gefragt, wie lange er das schon macht und ob ich mal mitmachen konnte. Er fragte nur, ob die Bemalung auf meinem Gesicht von mir ist. Ich meinte ja und er „Kk, willst du jetzt einen hier bemalen?“ Ich antwortete natürlich mit „Ja!“.  Das, was ich machte war klein und bescheiden aber ihn hat es gefallen. Er nahm meine Telefonnummer und paar Tage später durfte ich auf der Spirit of Moksha das erste mal die Gäste painten. Er war offen und hilfsbereit. Am Anfang durfte ich sogar seine Farben und Pinsel benutzen.“

Wenn du ihm noch einen Satz mit auf den Weg geben könntest, was würdest du sagen?

„Ich würde ihn sagen:“Nimm‘ weniger Substanzen zu Dir und lebe weiter.“

Wieso bedeutet dir Schwarzlicht und das Leuchten so viel?

„Für mich ist eine UV Farbe das Licht. Ich male mit Licht und erzeuge damit bestimmte Effekte, die normale Farben nicht haben oder erzeugen können. Ausserdem vermittelt es immer etwas Zauberhaftes, das nicht von dieser Welt kommt, sondern etwas Kosmisches symbolisiert, wie Sterne und Galaxien.“

Psytrance ist ein großer Teil deines Lebens. Was glaubst du wäre heute anders in deinem Leben, wenn du diese Musik und Kultur niemals kennengelernt hättest?

„Das kann ich dir nicht sagen, solche Gedanken beschäftigen mich garnicht. Ich glaube daran, dass jeder mit bestimmten Informationen und Prädispositionen auf diese Welt kommt und alles seinen Lauf nimmt. Ich hab immer schon positiv gedacht und an die Liebe geglaubt. Die Dinge, die im Leben passieren, zieht man an. Psytrance ist genauso Leben. Alles voller Gefühle und Ereignisse, die als unglaublich erscheinen und doch wahr sind. Es gibt in meinem Leben keine Trennung alles fügt sich zusammen.“

Dein Mann und du haben damals im bekannten Club „Atisha“ geheiratet. Was sagte die Familie dazu?

„Unseren Familien hatten da gar nicht so viel Mitspracherecht. Wir haben alles selbst organisiert und sie waren schon daran gewöhnt, dass ihre Kinder ein bisschen anders sind 😉 *lacht*. Hauptsache wir sind glücklich.“

Unterstützt deine Familie dich auch bei deiner Kunst?

„Meine Familie lebt in Polen, deswegen gibt es keine direkte Unterstützung. Die Mentale aber ist natürlich da. Ich bin wie ich bin und meine Familie kennt mich und liebt mich auch dafür.“

Du sagst, dass du sehr oft ausgebucht hast. Wie sieht die Auftragslage für 2017 aus und wo kann man dich eigentlich buchen?

„Ja das stimmt. Letztes Jahr habe ich ganz viele Termine gehabt und dadurch viele Veranstalter kennengelernt. Die Liste ist lang. Dieses Jahr bin ich auf jeden Fall bei Audioplay Veranstaltungen dabei, so wie Tayat, SolarTech im Hühnerposten (Midnight Sun 2017) und Intact Expanda. Außerdem in Kiel, beim Klangkontakt und Waldfrieden. Es gibt noch kleinere Partys, die eine familiäre Atmosphäre pflegen. Und dann gibt es nochmal andere Veranstaltungen, auf denen ich noch mit Henna Tattoos unterwegs bin.“

Beschreibe in einem Satz, wie deine UV-Kunst dich verändert hat.

„Es hat mich selbstbewusster und mutiger gemacht. Es hat mein leben auch bunter gemacht und vielfältiger. Nicht nur Körperbemalung ist spannend auch die Leinwände geben Fläche für Selbstverwirklichung, was ich im Moment sehr genieße. Das ist zwar mehr als ein Satz, aber wahr ;)“

Wie hat sich die Szene in deinen Augen seit 1999 verändert?

„Eine schwierige Frage, die ich versuche so diplomatisch zu beantworten, wie möglich.  Die Szene habe ich 1996 kennengelernt und was mir damals auffiel war, dass die Menschen von Liebe erfüllt waren und sich beim Tanzen angeschaut und angelächelt haben. Alle waren fröhlich und voller Euphorie.  Es lag natürlich zum Teil auch an den Substanzen, die angenommen worden. Doch damals war die Bewusstseinserweiterung der Grund und nicht die Ausrede, sich  nur wegzuschiessen und garnicht mehr zu wissen, was los ist. Allgemein ausgedrückt natürlich. Ausnahmen gibt es immer. Das Ziel war wirklich gemeinsam, familiär die Musik und Kunst zu feiern. Hippie halt 😉 Heutzutage ist es ein wenig anders. Die Zeiten haben sich verändert, alles ist schnell geworden und ist auf Konsum fixiert.  Die Gesellschaft spiegelt sich auch in der Party Szene. Schnell konsumieren, sich weg ballern, am besten nicht viel spüren. Und wie immer gibt es die anderen Seite der Medaille, wo es Menschen gibt, die sich danach sehnen das zu erfahren, was die Älteren so erzählen. Mehr Kultur und Achtsamkeit in der Gemeinschaft. Einfach schauen was passiert mit meinen Mitmenschen, wo bin ich und was tue ich hier. Ich wünsche mir dass Leute aufmerksamer sind und seinen gegenüber mit Respekt begegnen.“

Was möchtest du unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Geh feiern um die Musik und Kunst, die euch umgibt zu genießen. Seid respektvoll, achtsam und aufmerksam. Liebe und teile. Wir alle sind Licht gehören zusammen. Love&Light“

Wenn ihr Manula UV als Künstlerin für eure Goa Party buchen wollt, nehmt Kontakt mit uns auf, oder schreibt direkt an Manula UV auf Facebook

Ein Gedanke zu „Manula: UV-Künstlerin & Bodypainterin

  • 4. Januar 2017 um 19:40
    Permalink

    Liebe Künstlerin, die immer ein offenes Ohr hat toller Beitrag du hast mich inspiriert damals als wir uns zum ersten Mal begegnet sind und mir Mut gemacht weiter zu machen ❤️

    Antwort

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