Haben Kinder etwas auf Goa Festivals zu suchen? 

Gehören Kinder auf Psytrance Festivals?

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Heute Morgen hatte ich schlechte Laune. Mir fiel einfach nichts ein, worüber ich heute schreiben könnte. Ein paar Blicke in die gängigen Gruppen auf Facebook später hatte ich noch schlechtere Laune, aber auch eine Idee, für einen neuen Artikel – gehören Kinder auf Psytrance Festivals? Und wenn ja, auf welche?

Ich habe meine Meinung dazu formuliert, ein paar Meinungen aus der Gruppe zusammengefasst und ein paar Künstler und aktive Szenemenschen dazu befragt. Außerdem gibt es eine Liste mit kinderfreundlichen Goa Festivals. Ich möchte das Thema gerne diskutieren und freue mich über eure Meinungen. Es geht auch nicht darum „die Wahrheit“ zu finden. Es ist vor allem mein Anliegen, dass Eltern, die sich dafür entscheiden, nicht pauschal verurteilt werden. Außerdem sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, mit denen Psytrance und Kinder sich tatsächlich vereinbaren lassen. International übrigens weitaus gängiger als bei uns. Und für mich obliegt die Entscheidung klar den Eltern UND den Festivals. Nicht den Facebook-Kommentarspalten. Und vor allem nicht den Druffies.

Soviel vorweg: die Meinungen sind durchaus gemischt und sachlich formulierte, nicht-beleidigende Kritik ist immer gerne erwünscht. Man sollte aber in Erinnerung behalten, dass die Frage, die Auslöser der Diskussion und dieses Artikels war, sich speziell darauf bezog, dass kindergeeignete Festivals gesucht werden. Nicht etwa darauf, ob man Kinder generell auf jedes Festival nehmen kann.

Schließlich steht die Saison in den Startlöchern und da macht so eine Frage durchaus Sinn. Lange nicht alle Psytrance Festivals sind, meiner Meinung nach, für Kinder geeignet, was leider meistens an den Erwachsenen liegt. Einige sagen auch, dass es gar keine Psytrance Festivals gibt, die für Kinder geeignet sind. Und das kann ich auch verstehen.

Doch genauso gibt es eben auch Festivals, die durchaus für Kinder geeignet, und speziell, oder zumindest auch für Familien gemacht sind, wie z.B. das S.U.N. Festival in Ungarn, das New Healing, die Antaris oder die Psy-Fi. Zumindest sagen sie das von sich selbst. Eckpunkte dafür sind Betreuungsangebote, Lärmschutz und auf Festivals wie der Psy-Fi geht die Musik um 00:00 Uhr halt auch einfach mal aus.

New Healing Festival 2016
New Healing Festival 2016

Eines der besten Beispiele ist das „New Healing Festival„. Das Festival geht 7 Tage. 5 davon ohne Musik. Viel Farben, viele Workshops, viele Freizeitmöglichkeiten. Aus verlässlicher Quelle weiß ich, dass unzählige Familien, auch mit Kleinstkindern dort waren. Damit ist es aber Eines unter Wenigen. Die Quelle ist übrigens der Elphame Fairy Circus. Genauer gesagt ein Mitglied, nämlich Cookie. Der Fairy Circus legt verständlicherweise Wert darauf, dies als Einzelmeinung zu sehen und gewiss sind die Meinungen bei diesem Thema, gerade in Bezug auf Kleinstkinder und Säuglinge, stark gespalten.

Rein zufällig bin ich also heute Morgen über dieseberechtigte und normale Frage gestolpert: welches Festival könnt ihr empfehlen, wenn man Kinder mitnehmen möchte? 

Posting Facebook Kinder Festivals
Screenshot von FB – Namen usw. natürlich entfernt




Allein die sachliche Frage zeigt ja schon mal, dass die Eltern sich Gedanken machen und nicht einfach auf irgendeine Party fahren nur, um aus einem egoistischen Selbstzweck heraus zu handeln. Mal abgesehen davon, dass so gut wie alle Eltern aus gelegentlich aus einem egoistischen Selbstzweck heraus handeln. Und auch, wenn sich das der ein oder andere nicht vorstellen kann; es gibt Festivals, auf denen Familien sich durchaus wohlfühlen können und wohlfühlen sollen. Und Nachts sollten Kinder immer schlafen – ob auf dem Oktoberfest, oder der Psy-Fi.

Dieses Angebot zu nutzen, ist nicht egoistisch seitens der Eltern. Dabei handelt es sich auch nicht um eine Abstellrampe für Kinder. Der Fokus liegt klar auf dem gemeinsamen Erleben. Es zu kritisieren, weil man sich in seinem Partyverhalten gestört fühlt, das ist egoistisch. Meiner Meinung nach. Und dann die eigene Engstirnigkeit auf das Verantwortungsbewusstsein der Eltern abzuwälzen – sowas finde ich wesentlich verwerflicher als Familien auf Goa Festivals.

So war es, wie sooft, nicht der Beitrag, der zur Diskussion wurde, sondern die Kommentare darunter. Diese haben mich dann auch dazu veranlasst, mich selbst zu dem Thema zu positionieren. Denn einige haben mich einfach sauer gemacht. Obwohl ich gar keine Kinder habe. Also lasst mich ein wenig von dem Vorteil profitieren, den ein eigenes Magazin mit sich bringt: Ich kann mich öffentlichkeitswirksam über Dinge aufregen, bevor ich mich differenzierter mit etwas befasse 😀 

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Achso, stimmt. Kinder gehören nicht auf diese bunten Festivals, voller Seifenblasen, Akrobatik und frischer Luft, sondern Erwachsene, die sich das Hirn zu ballern. Richtig, darum ging es immer schon.
Bildschirmfoto 2017-04-19 um 11.11.45
Du hast ja so Recht. Die Kinder haben gefälligst Zuhause zu bleiben, damit die großen Kinder auf „solchen“ Veranstaltungen ungestört konsumieren können. Auf Schützenfesten und Osterfeuern natürlich was ganz anderes…und das konkret nach kinderfreundlichen Festivals gefragt wurde, spielt keine Rolle.
Kommentar Kinder Goa Festival
Vielleicht verbringst du Zeit mit den falschen Leuten, in den falschen Camps, oder auf den falschen Festivals. Ich denke, dass Gelände >1 Hektar groß genug sind, um so einem Scheiss auch aus dem Weg zu gehen.
Kommentar Kinder Psytrance Festival
Ich glaube, dass muss man gar nicht weiter kommentieren 😀 Aber wenn jemand in seinen 20 Jahren Festival-Erfahrung nicht gelernt hat, dass man anderen Menschen respektvoll begegnet und sie nicht per Kommentar verurteilt, dann fällt mir auch nichts mehr ein.
Kommentar Goa Party Kinder
Wer denkt unverantwortlich: der Nachbar, der sich, trotz Anwesenheit eines Kindes im Nachbarcamp, ’ne Nase legt? Oder die Eltern, die ihr Kind mit in die Natur nehmen, um eine schöne Zeit zu haben? Was können die Eltern für all‘ diejenigen, die sich dort abschießen? Das gilt für Goa Festivals, so wie für jede andere Großveranstaltung auch. Kritisiert also lieber die Besucher, die keine Rücksicht auf die Kinder nehmen!
Generationsfrage
Jo…machen wir. Wenn ihr uns die Aufgabe mit eurer flachen Argumentation nicht schon abgenommen habt 🙂

Auch der Klassiker darf natürlich nicht fehlen:

Bildschirmfoto 2017-04-19 um 11.23.46

Hier noch ein paar weitere Lehrbeispiele unseres Duden-Hardliners: Rechtschreibung von Profis, für Profis 🙂

Rechtschreibung fuer Profis

Rechtschreibung von Profis fuer Profis

Rechtschreibung vom Profi

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Und, nicht zu vergessen, das „Die Idioten von Heute, früher war alles Besser“-Posting:

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Entschuldige, wenn ich mich irre: aber bist du nicht auch ein Kind / Jugendlicher von damals, der heute immer noch auf die Events geht?



Es soll hier aber auch gar nicht weiter um die Personen gehen, sondern um die Frage an sich und um die Festivals, die Familien diese Möglichkeit bieten, ohne dass sie auf die Menschen treffen müssen, die diese dämlichen Kommentare verfasst haben.

Gottseidank gab es auch sehr viele nette, hilfreiche und objektive Meinungen und Tipps. Trotzdem entsteht insgesamt der Eindruck, dass, neben den kinderlosen Diskussionsteilnehmer/innen, gerade mal wieder die „Ich fahre schon seit 20 Jahren auf Festival“-Generation die konservativste und engstirnigste Position in dieser Diskussion vertritt. Wäre ja nicht das erste mal. Aber auch verständlich. Ich würde mich auch vor Kindern schämen, wenn ich mich noch keinen Meter weiterentwickelt hätte, seit meinem ersten Festival, wo alles noch „echt“ war – vor allem der Spirit und so.

Meine Meinung zum Thema

Ja! Unbedingt gehören Familien mit Kindern auf Festivals. Wenn diese denn dafür geeignet sind. Heißt: Kinderbereich, großes Gelände, mehr Musikvielfalt und Beschäftigungsmöglichkeiten abseits vom Floor (Workshops usw.). Warum auch nicht? Sollen sie nur noch aufs Smartphone gucken, bevor sie irgendwaß sehen könnten, was aufgeklärte Elterñ ihrem Kind durchaus vermitteln können? Wieso wird diese Fähigkeit den Eltern pauschal abgesprochen? Weil sie Psytrance hören?

Bei der Auswahl der geeigneten Festivals kommt es, meiner Meinung nach, nicht auf die Musik an, oder ob irgendwelche Menschen auf diesen Festivals an irgendeinem Ort Drogen nehmen könnten. Dann dürfen die Kinder auch nicht am Hauptbahnhof die Augen öffnen. Ich habe in meiner Kindheit auf Schützenfesten und Gemeindefeiern, auf Stadtfesten und Fussballspielen soviel Alkoholkonsum mitbekommen und zwar viel offensichtlicher und schamloser, den Kindern gegenüber. Finde ich kritischer als irgendein Mensch, der still und heimlich und mit Bedacht seinen Kram nimmt. Die Betonung liegt hier auf STILL & HEIMLICH! Natürlich sollte man die Festivals meiden, die für den öffentlichen und exzessiven Konsum bekannt sind. Aber das sind bei Weitem nicht alle Festivals.

Außerdem finde ich es ehrlich gesagt traurig, wenn die eigene Szene von Familienbesuchen auf eben den Partys abrät, die sie so hoch loben. Denn in ihren Augen gehören eher die Drogen auf die Festivals, weniger die Familie. In meinen Augen ist es kaum möglich, noch verklärter und unreflektierter zu sein und zu handeln.

Ich denke, dass einige Festivals sogar wertvoll für Kinder sein können, weil man sich dort wesentlich „echter“ und mit weniger Profit-Gedanken mit den Kindern beschäftigt, als in Spielparadiesen, Freizeitparks, oder auf Rummelplätzen. Ein Festivalgelände kann, richtig strukturiert und organisiert, ein echter Abenteuerspielplatz für Kinder sein. Und auch die Wirksamkeit von musikalischer Erziehung und Betätigung, sei es nun Tanzen, Trommeln, oder was auch immer, ist unbestritten. Ob diese nun in einer Musikschule, oder in einer Art Ferienlager stattfindet, ist doch unerheblich. Hauptsache nicht mit musically.

Nun möchte ich mich etwas näher mit den Argumenten der Contra-Fraktion beschäftigen:

  • Was ist mit der Vorbildfunktion?

Wird sehr gerne ins Feld geführt. Die Eltern sind Vorbilder, also sollten sie sich angemessen verhalten und ihre Kinder nicht mit auf Festivals nehmen.

  1. Keiner spricht davon, dass die Eltern irgendwas zu sich nehmen, vor allem, während die Kinder dabei sind. Ist auch für Nicht-Eltern nicht verkehrt 😉
  2. Warum sollte es schlecht für die Vorbildfunktion der Eltern sein, wenn andere etwas schlechtes tun? Dürfen Eltern nicht mit ihren Kindern in Einkaufsläden, weil dort jemand klauen könnte und das Kind es mitbekommt?
  3. Im Endeffekt ist die Frage aber doch richtig: Was ist mit der Vorbildfunktion? Nicht mit der, der Eltern, sondern mit der, der anderen Besucher. Wieso ist es euch wichtiger, dass ihr ungestört von den Kindern feiern könnt, als eure ach so psychedelischen, friedfertigen Werte an die nächste Generation weiterzugeben?
  • Es ist unverantwortlich, Kindern wissentlich in Kontakt mit Betäubungsmitteln zu bringen
  1. Kann ich nur unterschreiben. Aber was ist Kontakt? Zünden die Eltern ihrem Kind einen Joint an? Ok, unverantwortlich. Aber ist es auch unverantwortlich, wenn Eltern ihre Kinder auf den Jahrmarkt mitnehmen und diese dort dem Kontakt mit biersaufenden Junggesellenabschieden aussetzen?
  2. Wieso ist es dann verwerflich, wenn Kinder auf Festivals mitgenommen werden, die extra Kinder-Bereiche zur Verfügung stellen, nur weil auf dem Festival Betäubungsmittel verfügbar sind? Auf genauso illegale Weise wie in der eigenen Heimatstadt – nicht im Supermarkt
  • Festivals sind ab 18. Ich will da ungestört feiern!
  1. Immerhin eine klare Aussage, die den Egoismus dahinter gar nicht verheimlichen möchte.
  2. Wenn die Festivals alle ab 18 sind, wieso gibt es dann auf einigen Kinderbereiche & Betreuung?
  3. Sollte man hier nicht infrage stellen, warum wir nicht so feiern können, dass die Kinder das mit uns gemeinsam tun können? Wenn ihr euch gestört fühlt, feiert doch woanders. Wieso müssen die Familien gehen, wenn das Festival sie einlädt?
  • Die Eltern zwingen das ihren Kindern auf
  1. Ich glaube, dass Kinder nach wie vor gerne im Matsch spielen, zu Musik herum hüpfen, bunte Farben mögen und gerne Akrobaten bei ihrer Vorführung zugucken. Das gefällt nicht nur Erwachsenen auf Psychoaktiva…
  2. Natürlich erwartet man von verantwortungsbewussten Eltern, dass sie die Reise abbrechen, wenn es dem Kind tatsächlich nicht gefallen sollte, was ich aber definitiv bezweifle.

Für mich waren das die vier Kernargumente der Contra-Fraktion.

Fazit: Sofern das Festival extra Bereiche für Kinder bietet, oder familienfreundlich ausgerichtet ist, sollte man unbedingt als Familie hinfahren. Wofür machen sich die Veranstalter sonst auch die Mühen? Auf diesen Gatherings können Kinder sehr viel lernen, was über den Eiertanz beim Schützenfest hinausgeht und auch über das Bällebad bei Ikea. Sofern sie sich nicht in den Camps aufhalten, wo morgens als erstes die Bong frischgemacht und der Spiegel niemals zum Schminken benutzt wird. Vielen der gehässigen Kommentatoren mag das nicht gefallen, aber diese Camps gibt es 🙂 Ihr seid nicht die Norm.

Nun zum wichtigsten Punkt: welche Festivals eignen sich denn nun für Kinder?

Psytrance Festivals für Kinder

Kind Sun Festival Ungarn
Alle vier Bilder by S.U.N. Festival Ungarn

Wie gesagt, gab es ja auch hilfreiche und nützliche Kommentare. So konnte schon mal eine kleine Liste zusammengestellt werden, welche Festivals sich anscheinend speziell an Familien richten.

Ihr kennt noch weitere Festivals, seid anderer Meinung, oder wollt einfach nur euren Senf dazu geben? Tut das – gerne im Kommentar-Bereich, oder per Mail an info@goazin.de.

Statements aus der Szene – Gehören Kinder auf Psytrance Festivals?

Kleysky Titelbild by JONAS-ALBRECT.DE„Nein, ganz einfach aus dem Grund, das Rauchen, Alkoholkonsum usw. ab 18 ist. Daher finde ich, alles unter 18 hat dort nichts zu suchen, weil dort eben mit solchen Sachen hantiert wird. Und wenn man das schon gesetzlich verbietet, haben auch Kinder dann nichts dort zu suchen.“Kleysky

 

 

Jan Goa Goaexpress

„Als ich letztes Jahr auf dem Psy-Fi Festival war und mehrere Familien mit Kindern in der Sonne zu psychedelischer Musik tanze sah, musste ich mir die Frage stellen, ob ich das gleiche mit „meinen eventuellen zukünftigen Kindern“ machen würde. Die Frage wurde ganz schnell beantwortet, als ich das Lächeln in den Gesichtern der Kinder, Eltern und der Menschen drum herum gesehen habe. Auch ich habe gelächelt und gleichzeitig die Frage mit JA beantwortet. In dem Moment kam mir der Gedanke in den Kopf: „So sieht eine perfekte Welt aus“. Eine Welt in der man tanzt, lächelt, wo Frieden existiert und man sich glücklich fühlt. Ohne Einschränkung und Vorurteile. Das war für mich der Moment auf dem Festival, wo ich den „SPIRIT“ gefühlt habe.“ – Jan von GoaExpress

 

Cooky Stenger„Kommt auf’s Festival an. New Healing auf jeden Fall… oder auch Secret Garden. Aber so große, kommerziell ausgelegte Festivals wie Psycircus, oder Indian Spirit? Auf keinen Fall!“ – Djane Maschera / Cooky Stenger

 

 

Patrick Woth S.N.T.„Ich finde, das muss nicht unbedingt sein. Ist auch nicht das Beste für die Ohren der Kinder. Ein bisschen was anderes ist das auf „kinderfreundlichen“ Festivals. Allerdings finde ich insgesamt, dass das einfach nicht zusammenpasst. Die Kleinen müssen nicht überall dabei sein“ – Patrick, Veranstalter der ForRest Explosion

 

 

Chrizzlix Titelbild„Es kommt auf das Festival an. So habe ich z.B. auf dem New Healing Festival eine unfassbar kinderfreundliche Atmosphäre erlebt und hätte hier selbst keinerlei Bedenken Kinder unter Aufsicht auf das Gelände zu lassen. Natürlich ist das Festival aber auch als kinderfreundliches bzw. Familienfestival ausgelegt. Ähnliches habe ich auch auf einigen Festivals im Ausland erlebt. Auf Festivals bei denen das ausgelassene Feiern doch eher im Mittelpunkt steht, sollten Kinder aber zuhause bleiben. Gerade im Rauschzustand sind manche Gäste auf Partys unberechenbar und sollten in dem Zustand lieber nicht unmittelbaren Kontakt zu Kindern haben, die das Verhalten eventuell gar nicht richtig einordnen können. Außerdem möchte man als Partygast auch nicht ständig aufpassen müssen, ob Kinder in der Nähe sind, wenn man sich doch mal gehen lassen und ausgelassen feiern möchte.“ Chrizzlix, Produzent und Label-Head bei Sun Department Records

 

DJ Arnox von Question of Prog„Keine Kinder auf Festivals, da die Party Gäste und ihre Substanzen nicht immer kinderfreundlich reagieren. Meine persönliche Meinung. Ich würde mir aber wünschen, dass man seine Kinder mitnehmen könnte. Doch nach 15 Jahren Szene habe ich den Glauben daran verloren. Zu viele Leute, denen es auch gar nicht mehr um die Musik geht, sondern nur noch ums „Ballern“.“Arnox von Question of Time Events / Question of Prog Records

 

Elphames Fairycircus„Elphames Fairycircus unterscheidet ebenso über ausgeschrieben familienfreundlich und dann tatsächlich familienfreundliche Festivals. Ps: Ich war damals mit auf diversen Rockfestivals. Und guck,was aus mir geworden ist; eine Elfe! Entscheidend ist doch, wie viel Verantwortungsgefühl die Eltern haben.“ Elphames Fairycircus

11 Gedanken zu „Kinder auf (Psytrance) Festivals – Ja, oder nein?

  • 19. April 2017 um 22:51
    Permalink

    Ich bin sehr früh mit meiner Tochter (mittlerweile 14 Monate) auf kleinere Festival und openairs gefahren.
    Da ich meine kleine Sehr gut einschätzen kann, weiß ich wann es ihr zu viel wird und man geht einfach in sein Camp zurück und ruht sich etwas aus.
    Wir kommen eigentlich aus der Metal Szene, wo wir im letzten Jahr auf kleineren Festivals in der Umgebung mit ihr waren. Ihr hat es immer sehr viel Spaß gemacht. Durch meinen Bruder sind wir in den letzten Jahren auch etwas in die goa Welt mit eingetaucht und waren dort auch schon auf kleineren openairs, auf denen man auch die Möglichkeit hatte mal etwas abseits ohne viel Getümmel zu stehen. Sie war begeistert von den Lichtern und Farben. Auch die Menschen haben toll auf sie reagiert und sie hatte Spaß.! Nur weil ich ein Kind habe, muss ich doch nicht den ganzen Sommer alleine verbringen, und alle freund genießen die Sonne und gute Musik.? Wichtig ist.! Immer Micky Mäuse (Gehörschutz) dabei zu haben.!
    Und nein, es ist nicht egoistisch dem Kind gegenüber.! Wenn man auf das Kind eingeht und auch aufhört, wenn es zu viel oder irgendwann auch zu spät wird.
    Jeder hat das Recht unter Menschen ausgelassen zu sein.! Auf solchen Veranstaltungen wird eher auf Kinder geachtet, als auf einem Straßenfest oder gar einfach so in der Stadt.
    Wie oft stand ich schon an einer verdammten Ampel und irgendein ach so toller Mensch, muss sich neben mir und meiner Tochter in der trage eine Zigarette anzünden.. Ganz ehrlich das würde auf einem Festival keiner machen. (habe ich zumindest noch nicht erlebt) auch als wir noch kinderlos waren, fand ich es immer schön, Eltern mit ihren Kindern zu sehen.
    Fazit: Leben und leben lassen.!
    Man muss nicht immer eng stirnig durch die Welt laufen.. Seid offen.!

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  • 21. April 2017 um 0:29
    Permalink

    Ich finde die Idee an sich sehr schön mit seinen Kindern gemeinsam ein Festival zu erleben aber diese sollten dann auch wirklich ausschließlich für Familien sein und kinderfreundlich wie zB ab 19 Uhr Schlafenszeit ich finde auf den meisten Festivals haben Kinder nichts verloren aber man sollte den Freigeist nicht vergessen ich wäre für wirklich speziell auf Kinder zu geschnitten Festivals wären cool für die ganze Familie aber mit klaren Grenzen und extrem starker Substanz Kontrolle damit den kleinen Engeln nichts passieren kann auf Massen Veranstaltungen oder Mega vollen Festivals wo die Music so laut ist das der Boden noch auf dem Zeltplatz bebt sollte man Defintiv keine Kinder Ohren mit nehmen ich bin also ziemlich Zwiespalten aber finde die Idee von einer friedlichen Festival Welt für die ganze Familie schön aber auch wir großen Kinder wollen mal allein Spaß haben 😉

    Antwort
  • 21. April 2017 um 11:16
    Permalink

    Mein Sohn, 9 jahre alt, geht seit vor der Geburt mit auf Festivals. Auf dem Boom Festival war er mit 5 Monaten und Universo Paralello mit 8 Monaten.
    Ich musste mir oft, vorallem von kinderlosen Erwachsenen anhören, wie unverantwortlich das sei.
    Grund dafür war meiner Meinung nach nur, dass diese Person sich nicht vorstellen konnte ohne Drogen auf Festivals zu sein. Sobald ich mit meinem Sohn unterwegs war, habe ich das Festival natürlich ganz anders erlebet, gelebt und er hat es immer sehr genossen.
    Ja gut es gibt Drogen auf solchen Festivals aber die gibts auch ausserhalb und mein Sohn nimmt sie deshalb nicht aus versehen. Leute auf Drogen haben ihm nicht geschadet und er wusste immer sehr genau mit wem er sein will und mit wem nicht.
    Es war toll für mich die Festivals neu aus Kinderaugen zu erleben und ich habe immer Eltern motiviert Kinder mitzubringen.
    Um das noch besser zu gestalten mache ich seit Jahren Kinderareas auf Festivals, z.B. BimBamBoom auf dem Boom Festival, https://vimeo.com/112978338 oder den Kinderspace auf der Fusion.
    Heute prallt jede Kritik an mir ab. ich weiss was gut ist für mein Kind und ich freue mich aufs nächste Festival mit meinem Sohn.

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  • 21. April 2017 um 11:36
    Permalink

    Hallo, ich finde es traurig wohin die Entwicklung der Psytrancescene in den letzten 20 Jahren gegangen ist! In den Anfängen bis vor ca 10 Jahre war es normal Kinder mit auf ne Party zunehmen. Erst durch die zunehmende Verjüngung und Verbreitung in viele Gesellschaftsschichten wurde es anstössig Kinder mit auf ein Goa-Festival zu nehmen. Ich finde Eltern sollten es sich nicht verbieten lassen. Nur wenn jemand schon gerade 18 ist, heißt es nicht das sie/er schon weiß was gut oder falsch ist oder Eltern belehren sollte. Goa-Festivals sind ein Freiraum, oder sollten es sein, wo jeder sich entfalten kann und Rücksicht auf andere nimmt! D. h. auch für „Druffis“ Rücksicht auf Kinder zu nehmen und Verständnis für Andere zu haben und das können Kinder auch dort lernen. Ein eindeutiges JA für Kinder auf Festivals! Wer Kinder frei feiern möchte soll in Clubs gehen!

    Antwort
    • Heddi
      21. April 2017 um 11:38
      Permalink

      Moin Peter,
      sehr schön, dass das auch endlich mal jemand erwähnt. Genau das ist der Punkt: früher war es normal, dass auch Kinder zugegen waren und alle haben das berücksichtigt. Doch auch in dieser Szene hat der Egoismus massiv zugenommen. International ist es übrigens immer noch völlig normal, als Familie auch mit seinen Kindern TAGSÜBER diese Events zu besuchen. Danke für dein Feedback.

      Heddi von Goazin.de

      Antwort
  • 21. April 2017 um 15:29
    Permalink

    Hey,
    möchte nur mal anmerken, dass ich das „Antaris Projekt“ für absolut ungeeignet halte. Habe bisher auf keinem Festival so eine hohe dichte von bedenklichem Drogenkonsum, sowie soviele Eltern, deren „Aufssichtspflicht“ man ohne weiteres als Witz bezeichnen kann. Auch der Familienbereich ist ein Scherz. Das Festival ist eine einzige Drogenorgie, Kinder haben dort nichts verloren!
    Die Ozora ist aus eigener Erfahrung zumindest wundervoll geeignet, das direkte Gegenteil!
    Im Prinzip stimme ich deiner Argumentation vollkommen zu, herrlich auf den Punkt gebracht.

    Antwort
  • 21. April 2017 um 16:23
    Permalink

    auf dem Boom Festival gab es sogar einen Kindergarten, mit geschulten Betreuern dass man auch mal ein bisschen Ruhe genießen konnte.
    Die Psy Fi kann ich auch als familienfreundlich bestätigen. Es gibt ein Familiencamp und die Musik ist ab 23 Uhr sehr leise(wordurch es auch immer mehr an Druffi Besuchern verliert) Es gibt viel zu sehen und erfreut einen wie die Kinder aus unterschiedlichen Ländern am Strand gemeinsan rumrennen und lachen, die ganz kleinen mit micky Mäusen. Als ich gegen 23 Uhr selbst schon bereit war ins Bett zu gehen sah ich noch viele Mütter mit ihren Kindern auf den Armen auf den Floors herumspazieren, sowas muss doch nicht sein.

    Antwort
  • 22. April 2017 um 1:08
    Permalink

    Auf jeden Fall!
    Ich werde dieses Jahr zum 12. mal die Antaris besuchen und mein Sohn (4) wird wieder mitkommen.
    Bunte Pillen hab ich da noch nie auf dem Boden gefunden, da passen die „Druffies“ besser drauf auf als auf so mach anderes…
    Und jedes Kind weiß, nichts vom Boden essen!
    Wenn eine Party ab 18 ist, dann haben Kinder dort nichts zu suchen. Wenn aber der Veranstalter extra eine Kids Area einrichtet, sind Kinder auch wilkommen. Wäre auch traurig wenn nicht, denn für mich ist Goa bzw. die Antaris nicht nur einfach Musik oder eine Party oder eine Anti-Kriegs-Demo.
    Es vergeht das ganze Jahr nicht eine Woche, ohne das der kleine fragt: wann ist eigentlich wieder Antaris, Papa?
    Nicht die Eltern sind hier die Egoisten, die unbedingt feiern wollen (Ausnahmen gibt es da leider auch).
    Egoistisch ist, wer einem Kind die Möglichkeit auf ein fantastisches Abenteuer nehmen will.
    Auch dafür ein dickes Dankeschön an das Antaris Team, für all die Mühe und die kreativen Ideen!

    Wenn man mit Kindern etwas wie das Antaris machen will, braucht es drei Dinge: Motivation, Organisation und viel Energie.
    Wer das mitbringt, kann mit seinen Kindern fast überall hin. Ohne das sollte man sich lieber keine zulegen.

    Die Antaris ist jedenfalls ein sehr sicherer Ort. Die Leute passen auf einander auf, Handys gehen verloren und werden von netten Menschen zurückgebracht, die Feuerwehr ist auch immer da!
    Ich habe Festivals erlebt, die 6 Std. nach der Eröffnung weit schlimmer aussahen, wie die Antaris nach nem Sturm.
    Klar wäre es schön, nennt mich ruhig Spießig, wenn nicht irgendwelche Spaßvögel neben unserem Zelt mit Feuerwerk spielen würden.
    Oder die ganze Nacht den Generator knattern lassen, oder sich die Birne volldröhnen und dann jammern das ein Kind auch mal laut ist…wirklich passiert #werwarnochmalderspießer

    Jedenfalls wollte ich die Gelegenheit nutzen, ein paar Leute zu motivieren, auf der nächsten Antaris ein Camp aufzubauen, wo Kinder auch ein paar Nachbarn zum Spielen haben.
    Bei Interesse gerne melden, Unterstützen, usw.
    Vielleicht spendiert uns der Uwe ja sogar nen kleinen Breich dafür.
    Love&Peace

    Antwort
  • 22. April 2017 um 8:52
    Permalink

    Ich habe mehrere Eltern mit Kindern in der Gruppe, mit der ich auf die OZORA fahre, und ich habe gesehen, dass man auch verantwortungsvoll das machen kann. Die Kinder haben natürlich Ohrenschützer, sind auch immer etwas weiter weg von der Mainstage. Wenn ich sehe, dass die Kleinen sich mit anderen Kindern auch aus anderen Ländern super verstehen, lernen zu kommunizieren, sich gegenseitig Spiele beibringen, viel gemeinsam lachen freue ich mich riesig und hoffe, die Kinder nehmen diese Erfahrungen und Offenheit mit in ihr Erwachsenenleben.
    Wegen der Betreuung der Kinder ist natürlich am einfachsten, wenn mehrere Eltern in einer Gruppe sind, dann kann man sich abwechseln, wer wann die Kinder betreut oder halt tanzen geht.
    Also ich bin für Kinder auf den Festivals, mit guter Vorbereitung und Aufpassen geht das super und bringt den Kindern schöne Erlebnisse.
    Gruß
    Janos

    Antwort
  • 22. April 2017 um 9:48
    Permalink

    Mehr familienfreundliche Goa Festivals bitte. Und rauswurf für alle die sich nur zuballern und sich nicht benehmen können. Leider sind einst so tolle Festivals wie die antaris oder Indian spirit inzwischen zu kommerziell und voll von vielen jungen Menschen welche sich nicht kontrollieren können. Da ich seit 20 Jahren dort hin gehe und jedes Jahr wieder treffen mit Freunden aus aller Welt stattfindet gehe ich dort noch gerne hin. Aber ohne Kind. Auf anderen… siehe oben… war ich schon mehrmals mit Kind und anderen Familien zusammen und hatten eine tolle Zeit. Ich bin der Meinung dass mein Sohn aufgeklärter ist als eine Menge der krassen Leute auf vielen Festivals.. . Die oft aus gutem Hause kommen… nie mit den Eltern auf Festivals waren… von allem geschützt… das Verbotene dann übertrieben ausleben. Alle meine Freunde haben inzwischen auch Erwachsene Kinder.. . Von denen nur einer kifft und ein paar nicht mal Alkohol trinken 😉😜 namaste und einen friedlichen goa sommer wünsche ich allen 🙋😍

    Antwort
  • 23. Mai 2017 um 19:59
    Permalink

    Die Antwort ist im Grunde genommen recht einfach:“Kinder haben auf Goa Festivals nichts zu suchen.“ Goafestivals sind ansich keine Kindgerechten „Räume“. Ja, es gibt Festivals auf die man sehr gut mit Kindern gehen kann aber im Grunde genommen sind die Kinder nur dort weil die Eltern da hin möchten und nicht weil es gut für die Kinder ist. Das Argument zu sagen auf das Dorffesten auch Kinder sind ist einfach nur schlecht und zwar weil Dorffeste auch nicht Kindgerecht sind. Festivals sind auch nur ein Teil der Gesellschaft und sie sind nicht Kindgerecht weil die Gesellschaft nicht Kindgerecht ist, es nie war und auch niemals sein wird.
    Kinder sind keine kleinen Erwachsenen!
    Ich hätte kein Problem damit Kinder mit auf eine gute Goaparty zu nehmen auf der nur Hippies rumhängen und alle freundlich zueinander sind. Vor 15 Jahren war das auch noch recht einfach möglich. Inzwischen fühle ich mich selbst als Erwachsener auf so manchem Psyfestival nicht mehr sicher. Klar gibt es noch die ein oder andere Veranstaltung die man mit Kindern besuchen kann aber wer denkt die Antaris oder die Psy fi würden dazugehören, der ist nicht mehr zu retten.

    Antwort

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