GuessWho: Street Art Bilder des „indischen Banksy“

GuessWho (auch Guess Who geschrieben) ist ein indischer Graffiti & Street Art Künstler, dessen Bilder stark an die britische Street Art Legende Banksy erinnern, weshalb er auch als der „indische Banksy“ bezeichnet wird. Richtig gehört; ein indischer Graffiti Künstler. Und genau das ist das Spannende daran. Diese Kunstform ist auf dem Subkontinent so gut wie gar nicht verbreitet und mit ihr fehlt dem Land eine wichtige Form des kreativen Protests und der Meinungsäußerung. Das möchte GuessWho mit seiner Kunst ändern. Und es gibt noch weitere Parallelen zu Banksy. So weiß man natürlich nicht, wer hinter den Paste Ups und Schablonen steckt und ähnlich wie Banksy, lehnt auch GuessWho den etablierten Kunstbetrieb eher ab. Wir haben interessante Infos und Bilder des Künstlers zusammengetragen um euch zu zeigen, dass die Sprache der Kunst und Kreativität am anderen Ende der Welt uns näher ist, als wir manchmal denken. Ähnlich wie bei Goa, ist Street Art ein universelles Kommunikationsmittel, welches schon Banksy par exellence in Szene setzte.

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GuessWho Street-Art in Bengali, 2016 – Foto: BBC

Die ersten Graffitis tauchten 2012 in und um Fort Kochi, Kerala auf und breiten sich seitdem, eine weitere Parallele zu Banksy, landesweit aus. Kenner von euch werden jetzt sagen, dass Banksy mittlerweile sogar weltweit präsent ist und zwar von Japan bis Mexiko. Aber er ist auch schon seit gut 20 Jahren aktiv, während GuessWho gerade erst damit beginnt, sich an den Wänden Indiens auszudrücken. Und wenn er sich genauso ausbreitet wie unsere Lieblings-Musikrichtung aus Indien, dann wartet noch jede Menge Kunst auf die Welt.

Was uns GuessWho mit seiner Kunst sagen möchte?

GuessWho nutzt Straßenkunst als subversives Medium des Ausdrucks, um mit sozial-politischen Statements die sich ständig verändernden Kultur und visuelle Landschaft einer Stadt zu kommentieren und zu portraitieren. Viele seiner Bilder verbinden westliche mit indischen Lebensaspekten und bejahen, nein appellieren schon beinahe an ein offenes Mindset.

„Guess Who hat einen sehr direkten Stil. Die Mash Ups und die Bilder sind an den normalen Bürger und die Probleme in der sich ständig verändernden Kulturlandschaft adressiert“, sagt Amit Syngle, Asian Paints Ltd, einer der Organisatoren des Festivals.

Ein indischer James Bond? Wieso nicht :)

Aber es werden auch Missstände und Themen visualisiert, die sich speziell auf Indien beziehen. 2015 tauchten auch die ersten Paste Ups und Schablonen in Trivandrum, der Hauptstadt von Kerala auf. Auf der Facebook-Seite von GuessWho finden sich mittlerweile auch Bilder aus Bengali, Chennai und Bihar. Insgesamt ist Banksys Kunst vielleicht etwas melancholischer, tiefsinniger und politischer, während GuessWho probiert, Missstände und die Differenzen zum Westen mit einer Prise Humor zu nehmen. Und das gelingt ihm wunderbar.

Zu seiner Motivation gibt es noch weitere Aussagen. Eine Zeitung berichtete, dass seine Kunst eine Reaktion auf die Kochi-Muziris-Biennale sei, eine Kunstausstellung, die regelmäßig in GuessWhos Heimatstadt Kochi stattfindet. Ihre Auswahlkriterien für die Künstler, die öffentlich ausstellen dürfen, beschränke die Kunstfreiheit. GuessWho hat also ein Gefühl für Timing, denn die ersten Wandmalereien des Street Artists tauchten ungefähr mit der damaligen Ausstellung zusammen auf.

Außerdem finde man in Indien kaum junge Künstler die sich trauen, aus der traditionellen Hierarchie auszubrechen und sich für etwas Neues wie Graffiti zu entscheiden, so GuessWho. Kunst ist in Indien noch sehr stark geprägt durch die Definition der etablierten Institutionen. Eine Graffiti Kultur sei in Indien so gut wie gar nicht vorhanden. Als visueller Künstler ist er deshalb immer auf der Suche nach Herausforderung und auf der Suche nach neuen und sinnvollen Wegen, um ein breiteres Publikum anzusprechen. So möchte er mehr Menschen dazu bewegen, Graffiti als ein kraftvolles Medium der freien Meinungsäußerung aufzunehmen.

Neben The Hindu, The Indian Times, The Indian Express und mehreren internationalen Blättern, hat mittlerweile sogar BBC News über den indischen Banksy berichtet.

Ein paar GuessWho Kunstwerke

(Quelle: GuessWho Street Art Facebook Page)

Und wie reagiert GuessWho auf den Vorwurf Einiger, dass seine „Kunst“ nichts sei, außer Vandalismus? Ebenso cool, wie seine Mash Ups aus indischer Symbolik und westlicher Pop-Kultur.

In einem E-Mail Interview mit der BBC antwortete er, dass es doch gar nicht um das Graffiti gehe. Es geht um die Botschaft. Wir leben in einem visuell verschmutzten Ort. Die Straßen und Wände sind zugepflastert mit Filmplakaten, Anzeigen, Wahlkampfschildern und Notizen. Warum sind die nicht gegen das Gesetz? Können man diese Objekte auch als Vandalismus bezeichnen? Die Menschen regen sich nicht über seine Kunst auf, sondern sind zum Teil überfordert mit seinen Botschaften. Der Vorwurf des Vandalismus ist nur Fassade. 

Die größte Herausforderung besteht für ihn weiterhin darin, immer neue Orte zu finden, an denen er unbemerkt kreativ sein kann, die aber auch öffentlich genug sind, um Menschen damit zu erreichen. Dabei muss er sehr vorsichtig sein, denn für Vandalismus gibt es in Indien zum Teil harte Strafen.

„Es könnten die Polizisten sein, streunende Hunde, Bauherren, alles. Aber wir (die Graffiti-Künstler, Anm. d. Red.) haben diesen Weg gewählt und darum beschweren wir uns nicht“, sagt Guess Who. Auch, wenn mal das eine oder andere Bild dran glauben muss, wie zum Beispiel seine Neuauflage eines Klassikers von Ravi Varma, der bereits nach kurzer Zeit von den Behörden entfernt wurde. Hauptsächlich beriefen sich die Behörden auf Obszönität

Best of Banksy vs. GuessWho – wer ist euer Favorit?

Banksy

GuessWho

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