Christian Paeseler, der vielen eher unter dem Namen „Pizza“ oder „DJ Syncron“ bekannt ist, hat die Goa Szene in Deutschland entscheidend geprägt. Wer seinen Namen oder keines seiner Pseudonyme kennt, dem werden aber zumindest die Namen der Psytrance Festivals & Events geläufig sein, welche Christian als Veranstalter ins Leben gerufen hat – die Indian Spirit, Goa Nation, inFinity und den Psychedelic Circus. Auch über Szenegrenzen hinaus engagierte er sich für die Jugend- und Kulturszene, u.a. mit dem Paint-Park in Wöbbelin. Doch diese Dinge sind es nicht, um die es Heute geht.

Vor gut einem Monat wurde öffentlich bekannt, dass der Familienvater an Blutkrebs AML erkrankt ist. Diese Diagnose ereilt alle 15 Minuten einen Patienten in Deutschland. Und spätestens bei so einer Nachricht sollten sämtliche Szenegrenzen und individuellen Meinungen über einen Menschen ohnehin bedeutungslos werden. Denn es ist ausgesprochen leicht, in so einem Fall Hilfe zu leisten und auch ohne entsprechende Errungenschaften sollte jedem Menschen unsere Hilfe entsprechend zuteil werden. Meine Freundin und ich sind beispielsweise seit langer Zeit in der DKMS Spenderliste eingetragen, denn es kann Leben retten, tut nicht weh und innerhalb von wenigen Tagen kann das Ganze erledigt sein, ohne dass ihr eure vier Wände verlassen müsst. Falls ihr Spender werden wollt, aber keine Zeit habt, zu der Registrieungsaktion in Schwerin, am 05.11.2017 zu erscheinen, worum es gleich noch geht, dann könnt ihr das Typisierungs-Set auch nach Hause schicken lassen. Das Tolle daran: um festzustellen, ob ihr als Stammzellspender geeignet seid, müsst ihr lediglich etwas Speichel mit einem Kuhtip aus eurem Mund entnehmen, diesen in einer Art Reagenzglas packen und zurück zur DKMS schicken. Wer darauf keine Lust, weitere Fragen oder Angst hat, etwas falsch zu machen, der ist dazu aufgerufen, am 05.11.2017 zur Registrierungsaktion in Schwerin zu erscheinen. 

Registrierungsaktion Schwerin DKMS

„Es geht hier nicht alleine um mich. Es liegen genug Patienten auf Stationen – weltweit. Sie warten seit Monaten auf einen passenden Spender. Am 5.11.2017 ist der Aufruf zum Registrieren, um für mich einen Spender zu finden. Fakt ist, je mehr Gäste kommen umso größer die Chance jemanden zu finden.“ – Christian Paeseler

Also selbst dann, wenn ihr für „Pizza“ nicht als Spender infrage kommt, so werden eure Spendebereitschaft und die Speichelprobe dennoch in der DKMS Datenbank vermerkt und ihr werdet vielleicht eines Tages einem anderen Menschen helfen können, der an Blutkrebs erkrankt ist. Das Erschreckende: Patienten mit Blutkrebs AML haben eine relativ gute Heilungschance und der einzige Grund, weshalb sie viele Menschen und ihre Familien immer noch so hart trifft, ist, dass die Menschen oft nicht einmal bereit sind, maximal fünf Minuten zu opfern, um eine Speichelprobe abzugeben. Es ist natürlich verständlich, wenn nicht jeder es nach Schwerin schafft, dennoch ist es ja kein Problem, sich das Typisierungs-Set für die Speichelprobe nach Hause schicken zu lassen. Und ich kann auf jeden Fall nur jedem dazu raten, die Afterhour mal sein zu lassen und am Sonntag seine Probe abzugeben – am Sonntag, 5. November, im Hotel Elefant, Goethestraße 39, in Schwerin. Jeder gesunde 17- bis 55-jährige Mensch kann sich zwischen 11 bis 16 Uhr von der DKMS registrieren lassen. „Stäbchen rein – Spender sein!“

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Hilfsmöglichkeiten auf einen Blick

Registrierungsaktion Schwerin

  1. Kommt zum Registrierungstermin am 05.11.2017
  2. Lasst euch eine Speichelprobe entnehmen
  3. Wartet ab, ob ihr als Stammzellspender für Christian geeignet seid
  4. Falls ihr dafür geeignet seid, werden euch im Anschluss (nicht am selben Tag) Stammzellen entnommen
  5. Hinweis: So läuft die Stammzellspende ab – in 80% der Fälle werden die Stammzellen problemlos aus der Blutbahn entnommen. Klappt das nicht, ist eine Knochenmarkspende notwendig. Hierbei genügen in der Regel zwei kleine Einschnitte im Bereich des hinteren Beckenknochens. Die Entnahme erfolgt in Bauchlage und dauert etwa 60 Minuten.

Typisierungs-Set anfordern

  1. Auf der DKMS-Website testen, ob man als Spender infrage kommt
  2. Adresse angeben
  3. Nach einigen Tagen kommt das Typisierungs-Set zu euch nach Hause
  4. Entnehmt eine Speichelprobe und folgt der Anleitung
  5. Schickt die Probe zurück
  6. Ihr werdet nun in die Spenderliste aufgenommen – sobald jemand an Blutkrebs erkrankt, für den ihr als Spender/in geeignet seid, werdet ihr informiert

Sonstige Spenden

  1. Wer sich trotz des sehr einfachen Verfahrens gegen eine Registrierung entschließt, der kann auch finanziell helfen. Denn jede Speichelprobe inkl. Analyse, Auswertung und Registrierung kostet den DKMS rund 35,- €
  2. Hierfür wurde extra ein Spendenkonto eingerichtet
    1. Berliner Bank
    2. IBAN DE18 1007 0848 0151 2318 03
    3. Verwendungszweck: Pizza

Was ist Blutkrebs eigentlich?

 „Ich habe Blutkrebs AML. Die Welt steht in diesem Moment Kopf und alles ist von einer Sekunde auf die Andere nicht mehr so, wie es einmal war. Auch wenn es so einfach ist, sich zu registrieren, sind es immer noch zu Wenige, die es am Ende auch tun. Und dabei ist es doch wirklich eine Sache von nicht einmal fünf Minuten! Es tut nicht weh. Wie wichtig die Arbeit der DKMS ist, weiß man vermutlich erst dann richtig zu schätzen, wenn man selbst in irgendeiner Weise betroffen ist und das Leben im wahrsten Sinne des Wortes davon abhängt, den passenden Spender zu finden.“ – Christian

Denn diese Diagnose kann jeden Treffen und zwar völlig unvorbereitet und ohne eindeutige Symptome im Voraus. Laut DKMS erhält alle 15 Minuten ein Patient in Deutschland die Diagnose Blutkrebs. Das ist der Oberbegriff für bösartige Erkrankungen des Knochenmarks beziehungsweise des blutbildenden Systems, wie zum Beispiel Leukämie. Wie die DKMS erläutert, wird bei diesen Krankheiten die normale Blutbildung durch die unkontrollierte Vermehrung von entarteten weißen Blutzellen gestört. Wegen dieser Krebszellen könne das Blut seine lebensnotwendigen Aufgaben nicht mehr ausführen, zum Beispiel Infektionen bekämpfen, Sauerstoff transportieren oder Blutungen stoppen. Nur ein Drittel aller Blutkrebspatienten findet nach Angaben der DKMS innerhalb der Familie einen passenden Spender. Der Großteil benötige daher einen nicht verwandten, fremden Spender. Und den findet leider nur jeder siebte Blutkrebs-Parient – weil die Menschen sich nicht testen und registrieren lassen. 

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