Crazy Sungura macht undercover Partybilder auf Psytrance Partys & Festivals

Was soll das „undervocer“ im Titel nur bedeuten, fragen sich vielleicht Einige von Euch. Nun, ihr könnt das wortwörtlich nehmen. Julia, auch bekannt als Partyfotografin Crazy Sungura, fotografiert für ihr Leben gerne die schönsten Momente unserer Psytrance Partys und Festivals. So gerne, dass sie sich auf die ersten Festivals und Partys mit ihrer Kamera eingeschlichen hat, weil die Veranstalter ein Booking abgelehnt hatten. Undercover also. Die Fotos wollten viele von ihnen dann später trotzdem verwenden. Leider abundzu auch ungefragt. Ja, das mit der Rücksichtnahme auf das Urheberrecht ist bei einigen Veranstaltern leider immer noch nicht ganz angekommen. 

Detail Aufnahme Strech Deko

Zuletzt waren es Festivals wie das Earthquake, Konkani und Open Airs wie Flocodelica, Herrentags OA und Summer Dream, die Julia 2016 abgelichtet hat. Insgesamt waren es letztes Jahr 8 Festivals, 9 Open Airs und 5 Indoors.

Mittlerweile hat sie sich durch ihre Guerilla-Partyfotos eine stolze Facebook Community von über 2.000 Fans aufgebaut und wird auch die Bookings und Publikationen ihrer Bilder nehmen kontinuierlich zu. Im Interview mit Crazy Sungura erfahrt ihr, wie sie zum fotografieren gekommen ist, was man als Partyfotografin auf Goa Partys in Hamburg und andernorts so erlebt und was ihre Pläne für 2017 sind. Einer der wichtigsten Eckpunkte dürfte die bevorstehende Kooperation mit einem guten Freund sein, der Julia auch die meisten Grundlagen des Fotografierens beigebracht hat und den sie im Gespräch für seine tollen GoPro Videos lobte. Mehr kann sie aber noch nicht verraten.

Natürlich ist so eine Tätigkeit als Fotografin auch mit der Tatsache verbunden, dass man selbst viel auf den deutschlandweiten Events und Partys unterwegs ist. Wie Julia zum Psytrance kam und wie sie sich nach ihrer ersten Goa Party gefühlt hat, verrät sie euch ebenfalls.

Warum Partyfotos für Viele wichtig sind

Warum es so wichtig ist, dass Menschen wie Julia unsere Erlebnisse für uns festhalten, liegt in der Bedeutung eines Fotos begründet. Und Crazy Sungura schafft es, diese Bedeutung wunderbar abzulichten und für die Ewigkeit festzuhalten.

Denn was wäre schon eine Goa Party ohne Fotos, über die man sich, nachdem ein Erlebnis schon lange verstrichen ist, im Nachhinein freuen, oder zumindest amüsieren kann? Oder mit deren Hilfe man sich zurück in den Moment versetzt, in dem sie entstanden sind? Oder mit deren Unterstützung man die Gefühlswelten dieses Moments nochmal durchleben kann? Richtig, sie wären nicht dasselbe.

Es geht dabei nicht darum, sich in den Mittelpunkt, oder in das Blitzlicht zu drängen. Es geht darum, dass einem von den vielen magischen Nächten in der Hansestadt nicht viel mehr bleibt, außer einem Schädel, einer leeren Geldbörse, einem zerfetzten Papierbändchen, oder einem schwer abwaschbaren Stempel. Und natürlich der inneren Zufriedenheit. Für einige ist das ok, für viele aber nicht.

Zum Glück also gibt es die Partybilder und Momentaufnahmen von Crazy Sungura und anderen Fotografen aus Hamburg, auf die wir tagelang mit größter Sehnsucht warten. So können wir unseren Kindern, Freunden und Familien (ok…kommt drauf an) auch in Jahrzehnten noch voller stolz sagen „Guck mal, der etwas wahnsinnig aussehende Mensch da auf dem Bild, das bin ich!“. Und unser Gegenüber kann genau sehen, was wir meinen. Auf dem Bild und an dem Funkeln in unseren Augen.

Und sie hat als weibliche Fotografin einen entscheidenden Vorteil. Die männlichen Partybesucher gucken auf ihren Fotos wesentlich freundlicher, als auf den Bildern männlicher Fotografen 😉 Wer also professionelle, freundliche und hochwertige Bilder von sich oder seiner Party haben möchte, sollte Kontakt mit Crazy Sungura aufnehmen, entweder auf ihrer Facebook-Seite, oder via E-Mail.

Kleysky Bild von Crazy Sungura - verwenden wir übrigens als Titelbild des Kleysky Interviews
Kleysky Bild von Crazy Sungura – verwenden wir übrigens als Titelbild des Kleysky Interviews

Infos & Interview

Moin Julia, ich weiß: Standardfrage. Aber wie bist du zum Fotografieren gekommen?

„Hallöle, ja das weiß ich selber nicht mehr so recht, da ich seit meinem 12 Lebensjahr fotografiere. Damals aber nur Landschaften oder Tiere.“

Wusstest du gleich, dass du darauß mal mehr machen willst, oder hat sich das eher so entwickelt?

„Ich wusste das fotografieren eine große Leidenschaft ist und bleibt. Aber das sich das so toll entwickelt, hätte ich nie im Leben gedacht. Obwohl ich ja mit meinen Undercover Foto-Aktionen drauf hingearbeitet habe ;)“

Mit welcher Fototechnik bist du mittlerweile ausgestattet und womit hast du angefangen? Also wie sah deine Entwicklung aus?

„Zu Weihnachten 2012 habe ich meine erste richtige Spiegelreflex bekommen, mittlerweile habe ich meine zweite, die Nikon D3300 mit Teleobjektiv, Weitwinkelkonverter, verschiedenen Filtern, einen separatem Blitz und eine GoPro“

Wie kam es dazu, dass du Goa & Psytrance Partys, so wie Fans ablichtest? Immerhin nicht das gängigste und typischste Motiv.

„Eigentlich wollte ich nur still und heimlich meine neue Kamera ausprobieren, habe diese dann kurzerhand einfach mit auf die DC Summer Opening Party mitgenommen, was sich im Nachhinein als Glücksfall entpuppt hat.“

Wieso?

„Das war ganz witzig, weil der Veranstalter mir später noch erlaubt hat, auch Fotos von der Bühne aus zu machen und ihm die Fotos auch sehr gefallen haben, obwohl ich ja privat da war. So hat es eigentlich angefangen, dass ich ein größeres Interesse an der Party-Fotografie entwickelt habe.“

Was begeistert dich persönlich an dieser Szene und der Musik, speziell auch in Hamburg?

„Dieses glückliche Beisammensein, einfach das friedliche Feiern und vor allem der basslastige und verträumte Sound, der mich immer wieder mitreißt. Wenn ich selber mal feiern bin, bin ich vollkommen in der Musik versunken. Selten schafft es mal einer mich dabei zu stören. Diese Szene ist ein großer Teil meines Lebens geworden, was ich liebe.“

Wie sahen deine allerersten Berührungen mit der Szene aus und wie kam es dazu?

„Freunde von mir aus der Berufsschule hatten mir von Goa Partys und Psytrance erzählt. Wie toll diese Musik wäre. Ich war damals noch sehr skeptisch und überzeuge mich immer gerne selber von Etwas. Erst ein halbes Jahr später hörte ich meinen ersten Goa Track und seitdem liebe ich es. Ich kann mich noch genau an meine erste Party erinnern, wo auch Kleysky aufgelegt hat. Von da an war ich wahrscheinlich sein größter Groupie.*lacht* Mittlerweile muss er sich den Platz mit Phaxe teilen. :-D“

Ist es ein Traum von dir, von der Fotografie leben zu können, oder hast du auch Angst, dass das Hobby seinen Spaß verliert, wenn es zu sehr zum Geschäft wird?

„Nein, ich werde definitiv niemals meinen Spaß daran verlieren. Das ist mein größter Traum und darauf arbeite ich hin.“

Wie sind deine ersten Partyfotos entstanden? Ich habe gehört, dass du dort auch gerne Mal undercover unterwegs warst? Wie sah das genau aus?

„Ich habe es vorhin ja schon mal kurz erwähnt, ich wollte halt nur meine neue Kamera und den Blitz ausprobieren, mal schauen wie die Leute darauf reagieren. Ich hab mir anfangs überhaupt keine Gedanken gemacht, ob das überhaupt erlaubt ist. Auf der DC Summer Opening durfte ich dann schon das erste Mal hinter dem DJ Pult fotografieren und ich war fürchterlich aufgeregt. Die Veranstalter baten mich sogar die Fotos online zu stellen und denen zu schicken. Nachdem ich diese online gestellt hatte, ohne Wasserzeichen und kaum bearbeitet, ist meine Facebook App sogar kurzzeitig abgestürzt weil auf einmal Unmengen an Leuten auf meiner Seite kommentiert und geliked haben. Innerhalb von 2 Stunden hatte ich knapp 350 Likes mehr. Danach habe ich Veranstalter angeschrieben, viele lehnten mich sofort ab, da ich ja keine Erfahrung hatte. Aber zwei haben mich anfangs gleich aufgenommen. Dann durfte ich kurz darauf schon auf der Traumwelten Party ‚Stamp in den Mai‘ fotografieren und danach auch bei der Herrentags Open Air in Blievenstorf. Dann hab ich meine Kamera einfach auf jedes Festival mitgenommen und drauf los fotografiert.“

Also haben die Veranstalter die Bilder danach dann trotzdem gewollt, obwohl sie dich nicht gebucht haben?

„Ja, oft. Manchmal auch einfach ohne mir Bescheid zu sagen. Für mich war es am Anfang echt eine so riesige  Sache, wenn ich irgendwo Fotos von mir gefunden habe. Ich selber sehe meine Fotos sehr kritisch und denke oft die sind nicht gut genug. Und wenn man dann kurz nach der Veranstaltung die  Fotos auf einer großen Seite sieht, läuft auch ab und zu eine Freudenträne die Wange runter.“

Hattest du auch schon mit dem leidigen Fotografen-Thema Urheberrechtsverletzung zu tun?

„Auch das leider, ja. Seit Mitte letzten Jahres habe ich endlich mein eigenes Logo und auch Wasserzeichen bekommen, da ich ohne eins ein Problem hätte. Mit meinen Bildern wurde nun schon oft Werbung gemacht, da wird dann einfach das Wasserzeichen rausgeschnitten und eine Erwähnung halten diejenigen auch nicht für nötig. Ich fotografiere wirklich unglaublich gern für die Welt, das macht mich glücklich. Aber diese Undankbarkeit und dieses Selbstverständliche der Veranstalter geht nicht. Das hat auch nichts mit pingelig zutun sondern mit meinen eigenem Recht. Umsonst ist das Wasserzeichen ja nicht auf den Bildern. Mir würde auch ein Danke reichen, aber der Dank schleicht mir ewig nach.“

Wonach wählst du deine Motive auf Partys aus? Ich bin mir sicher, dass das vor allem die Partygänger interessiert, die sich selbst regelmäßig eben NICHT auf Fotos wiederfinden.

„Ich habe meine eigenen Prinzipien beim Fotografieren. Wie auf jeder Party, wird mal bisschen übertrieben und Leute sehen dann doch etwas fertig aus, oder ziehen komische Grimassen. Ich stelle solche Bilder gar nicht oder ungern‘ online, da das oft ein schlechtes Bild auf die Party oder eben auch auf die Veranstalter wirft.“

Oft werde ich angeschrieben ‚Kannst du mir alle Bilder schicken wo ich drauf bin?‘ Nein. Keiner hat Sonderrechte  und es hat seine Gründe weswegen diese nicht online kommen. Das hat nichts mit mögen oder sonst was zutun, es sind meine Prinzipien.“ 

Was hast du eigentlich noch nie fotografiert bzw. worauf hättest du mal richtig Lust?

„Ich möchte dieses oder nächstes Jahr ein größeres Projekt starten und zwar will ich Hochzeiten auf Festivals, insbesondere natürlich auf Goa Festivals fotografieren. Das wäre für mich persönlich nochmal extra magisch und wahrscheinlich auch sehr emotional. Zudem möchte ich auch irgendwann auf einem Festival heiraten aber 1. Ich bin noch jung und 2. Das passende Gegenstück fehlt *lacht*“

Hast du schon Bookings für Festivals und Partys in 2017?

„Ja und es wird mächtig! Aber alles weitere bleibt ein Geheimnis.“

Was kostet es, wenn man als Veranstalter seine Partybilder von Crazy Sungura haben möchte?

„Meist kostet es Eintritt für mich und meine Begleitung, Getränke und alles weitere setzt sich zusammen aus Anfahrt, Größe der Veranstaltung, Menge der Fotos, die Vorbereitung und die Arbeit danach. Genaue Zahlen kann und will ich gar nicht sagen, da es immer verschieden ist.“

Dann wünschen wir dir weiterhin viel Erfolg mit deinen Bookings 🙂 Danke für das sympathische Interview.

Zum Schluss noch unsere Short Questions:

  • Aktuelles Lieblings-Set / Lieblings-Track: Astrix – He.art
  • Welche Party hast du zuletzt besucht? Damm Records Label Party (natürlich mit Goa Floor)
  • Welche Festivals stehen 2017 an? Von Psy Experience bis hin zur Earthquake alles dabei
  • Was hörst du noch, außer Psytrance? Ich höre mittlerweile ehrlich gesagt nur noch Goa.

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