Alex‘ EBTix.de erteilt überhöhten Servicegebühren eine Absage

Mittlerweile hat sich auch in der etwas marketing- und technikkritischen Psytrance Welt zu großen Teilen die Digitalisierung durchgesetzt. Wo früher selbstgemalte und gedruckte Flyer und Stempel ausgeteilt wurden, gibt es heute Apps und e-Tickets. Auch die O.Z.O.R.A. sorgte mit ihrer neuen Festival App und W-LAN auf dem Festivalgelände zuletzt für Diskussionen. Und selbst auf den im Verhältnis zu den OA-Festivals der Szene kleineren Indoor Events wie der Intact Expanda, der Somnambul oder Spirit of Goa wurde der Stempel an der Abendkasse längst gegen Bändchen und e-Ticket getauscht. Viele Besucher wollen das so und das ist ja auch prinzipiell nichts Schlechtes. Wäre da vor allem bei vielen Open Air Festivals nicht die sagenumwobene Servicegebühr, die zurecht die Frage aufkommen lässt: wozu zahle ich die eigentlich? Immerhin kriege ich dafür gut 1-2 Getränke auf dem Floor. Zwischen 4,- € und 5,- € soll ein Ticket plötzlich mehr kosten, obwohl ihr es selbst Zuhause ausdruckt. Wie zum Beispiel für die VooV Tickets. Und die Tickets an sich sind ja schon nicht gerade günstig. Bei einer Bestellung von mehreren Tickets summiert sich die Servicegebühr so schnell mal auf einen mittleren zweistelligen Betrag on top, für den man nichts bekommt, außer ein ausdruckbares Ticket. Weder als Veranstaler noch als Besucher. Geld, das man sinnvoller verwenden könnte. Denn die Gebühr zahlt man pro Ticket, nicht pro Bestellung. Veranstalter mögen das gerne mal vergessen, da die Gebühr an die Besucher weitergereicht wird. Aber ist das wirklich die optimale Lösung?

VooV e-Ticket Servicegebuehr ticketscript

Liebe VooV, das ist keine Kritik an euch, sondern an dem Dienstleister – wer übrigens keine Gebühren zahlen will, der setzt auf VooV Hard Cover Tickets bei psy7 oder Om Shankari




Bei vielen Events ist es Standard, zum Beispiel auch bei der Antaris. Und die Veranstalter stecken sich diese Gebühr keineswegs selbst in die Tasche, sondern der Anbieter der e-Ticket-Funktion für den sogenannten „Service“, der oft definitiv keiner ist. Und wieso überhaupt mehr bezahlen, wenn der Ticketpreis steigt? Immerhin bleibt der Arbeitsaufwand für den Dienstleister ja der gleiche. Reine Geldmacherei seitens ticketscript. Kein Wunder, da es immerhin ein Tochterunternehmen von Eventbrite ist, einem rein gewinnorientierten Unternehmen aus den USA. Und auch die von Facebook geplante Ticketfunktion wird in Zusammenarbeit mit Eventbrite erarbeitet und deshalb wohl nicht günstiger sein. Vor allem aber ist sie noch nicht spruchreif. Wäre es nicht schön, wenn es einen Anbieter für e-Tickets geben würde, der direkt aus unserer Szene kommt, mehr Know-How, Service und Support bietet als gängige Lösungen und dafür nur einen Bruchteil des Geldes nimmt?

Ja, einige Veranstalter haben sich eigene Lösungen erarbeitet, wie etwa die Crew rund um die Waldfrieden Events, Audioplay Events oder Solartech, bei denen diese Servicegebühr nicht anfällt. Außerdem machen sie sich so unabhängig von der Vertragsbindung, mit der viele e-Ticket Anbieter arbeiten. Aber gerade kleinere Events würden häufig auch gerne einen Ticketservice anbieten können, ohne plötzlich mehrere Euro Aufschlag verlangen und auch selber zahlen zu müssen. Und genauso ist die Idee zu Alex‘ selbstentwickeltem digitalen Ticketservice übrigens auch entstanden. Er stand als Veranstalter kleinerer Goa Events selbst vor dem Problem und wollte eine Lösung schaffen, die umsonst, zumindest aber um Längen günstiger und besser als die Konkurrenz ist.

EarlyBird-Tix Logo. Mit einem Klick geht's zur Facebook Community
EarlyBird-Tix Logo. Mit einem Klick geht’s zur Facebook Community

Herausgekommen ist was ziemlich Cooles, nämlich die günstigste Lösung für e-Tickets in der EU, für kleinere und mittlere Festivals bis 2.000 Tickets, die obendrein noch jede Menge Service liefert – EarlyBird-Tix. Doch auch über 2.000 Tickets wird der Preis nicht wesentlich teurer, wird nicht prozentual auf den Ticketpreis berechnet und bleibt definitiv preiswerter als bei anderen Anbietern. Bei einem selbst organisierten Festival mit 10.000 Besuchern hat er so übrigens rund 20.000 Euro an Gebühren gespart, die er in einen weiteren Floor investieren konnte. Bis heute supportet Alex‘ EBTix.de gemeinnützige Events außerdem weiterhin kostenlos mit seinem Ticketservice und mit Know-How und bindet keinen der teilnehmenden Veranstalter an einen Vertrag. Selbst vor Ort auf den Events hilft Alex mit seinem Team gerne mal am Einlass aus und unterstützt Veranstalter tatkräftig.

Erfunden hat das Ganze also…richtig, ein Goanaut, der damals bei seinen ersten Veranstaltungen selbst vor diversen Problemen mit Ticketdienstleistern stand, vor allem vor den hohen Gebühren, der Vertragsbindung, der schlechten Bedienbarkeit und dem mangelhaften Service. So wie ich damals ein Magazin neben dem mushroom vermisst habe und so Goazin geboren wurde. Seit 2013 hat er den Dienst komplett in Eigenregie aufgebaut und in den letzten 4 Jahren immer weiterentwickelt. Bis 2017 war der Ticketservice sogar noch komplett kostenlos. Für gemeinnützige Events ist er es bis heute. Kleine Veranstalter, die noch am Anfang stehen, erhalten deutliche Rabatte auf die ohnehin schon günstigen 0,95 € pro e-Ticket. Kritik landet bis heute direkt beim Entwickler und wird zeitnah umgesetzt. 50.000 e-Tickets hat er bis dahin für rund 100 Veranstaltungen über sein System abgewickelt. Als Hobby, neben dem Beruf. Doch nachdem es 2017 zu einem kleinen „Boom“ von EBTix.de kam und die benötigten Serverkapazitäten und auch die Arbeit, die er in sein Projekt investieren musste immer weiter gestiegen ist, kam er nicht mehr um eine kleine Gebühr herum, um den Service weiterhin liefern zu können – max. 0,95 € pro e-Ticket(!). Bei stornierten Tickets gibt es sogar rund die Hälfte für den Veranstalter zurück. Wie bei seinen Events, so steckt auch hinter EBTix.de keine Gewinnerzielungsabsicht, sondern nur ein Interesse an einer schwarzen Null und vor allem ein Bedürfnis danach, Veranstalter zu supporten und kleinen Events den Schritt in die Digitalisierung des Ticketprozesses zu ermöglichen, damit sie neben den großen Playern bestehen können. Und diese – wohlverdiente – schwarze Null enthält dann obendrein noch um Längen mehr Dienstleistung als bei allen anderen Anbietern. Alex unterstützt Veranstalter nämlich nicht nur mit den Tickets, sondern auch beim Online-Marketing, mit Hard-Cover Tickets (auf Wunsch), einem ansprechenden Design, einem Echtzeit-Statistik Backend und vielen weiteren Extras.

Aus Zufall haben wir uns kennengelernt und Alex hat mir ein bisschen was über sich und seine Idee erzählt, was vor allem für Veranstalter und solche, die es gerne werden wollen, unter meinen Lesern sehr spannend sein könnte. Und für Leute, die es satt haben, ständig einen 5er pro Ticket obendrauf zu zahlen, zusätzlich zum Müllpfand. 

Wer ist Alex und was bietet EarlyBird-Tix.de Veranstaltern & Besuchern?

Vor kurzem lernte ich Alex aus Bremen kennen, der selbst seit 2000/2001 in der Bremer Szene unterwegs ist und sich dort seit 2006/2007 auch als Veranstalter etabliert hat. Seine Geschichte wird er euch gleich selbst erzählen, aber um eine Kleinigkeit vorwegzunehmen: Alex ist Gründer der Plattform EBTix und wir haben die Gemeinsamkeit, dass wir gerne for free  oder zumindest um Längen günstiger das anbieten, wofür andere häufig viel Kohle nehmen. Auch, um die Big Player ein wenig zu ärgern und aus der Reserve zu locken. Die machen es sich nämlich oft ziemlich gemütlich in ihrer Vormachtstellung. Und weil es unser Hobby und unsere Leidenschaft ist, Dinge besser zu machen und zu digitalisieren. Das klappt nicht immer, aber in Alex Fall hat das sehr gut funktioniert und herausgekommen ist ein Anbieter für den Ticketverkauf, dessen Leistungen weit über das hinausgehen, was man als Veranstalter und auch als Kunde sonst so kennt.

EarlyBird-Tix Vorteile

Für besonders große Events arbeitet er außerdem mit dynamischen Server-Clustern, falls jemand von euch den Abverkauf von 100.000 Tickets oder mehr in der ersten Stunde nach Verkaufsstart erwartet. Mal ganz abgesehen davon, dass man bei ihm MAXIMAL 0,95 € Servicegebühr pro e-Ticket zahlt. Gut für Veranstalter, die das Geld in ihr Festival investieren können und gut für Kunden, die so nicht mehr den üblichen 5 % Aufschlag (oder mehr) namens Servicegebühr zahlen müssen. Und bevor ihr jetzt sagt, dass das ja ganz schön viel Werbung ist, lest euch bitte das Interview mit Alex durch.

Interview mit Alex, dem Gründer von EarlyBird-Tickets

Moin Alex, wie bist du auf mich und Goazin gestoßen?

„Ich lese Goazin schon länger und du fragtest in einem Facebook-Posting mal danach, was „Du zu erzählen hast“ und ich dachte mir, dass ich vielleicht etwas Interessantes zu erzählen habe, weil ich, ähnlich wie du, in meiner Freizeit ein Projekt entwickelt habe, das sich gut entwickelt hat und Veranstalter, so wie diese Szene allgemein bereichern könnte. Ich bin ebenso ein Goanaut und seit etwa 2000/2001 in der Bremer Szene unterwegs. Um 2006/2007 wurde ich selber mit Veranstaltungen aktiv. Entweder in kleinen Gruppen und Kollektiven (Brinke13, Dinger, …), vor allem in der FreeOA Szene oder auch alleine in Clubs (Bremen Zucker) mit nicht-kommerziellen Partys (wollen nur auf 0,- € kommen). Es ging uns um die Musik und das Organisieren von Events an sich. Die meisten deiner Leser kennen das ja sicher selbst.“

Wie kam es dazu, dass aus den OAs ein eigener Ticketservice entstand?

„Als die Schwierigkeiten mit den rechtl. Probleme bei Free OA anstiegen, aber mein Interesse an der Umsetzung größerer Projekte nicht mehr zu bremsen war, haben wir mit einigen Leuten angefangen, den rechtlich offiziellen Weg zu gehen. Jedoch weiterhin mit dem Gedanken, soviel Deko / Musik / Attraktionen wie möglich, bei geringem Eintrittspreis ohne größere Gewinnabsicht.

Daraus erwuchs ab 2012 ein Festival was mit 500 Leuten, drei Floors und einer Kleinkunstbühne begann und ein finanzielles Desaster wurde. Es war damals auf Musik & (Mitmach)-Kunst ausgerichtet. 2017 war das Festival mit knapp 10.000 Besuchern und einem Umsatz von ca. 700.000,- € bei einem Gewinn von unter 10.000,- € ausverkauft. Momentan strukturieren wir vollkommen um und wollen es wieder kleiner und feiner machen. Es ist einfach zu groß gewachsen.

Wovon ich aber eigentlich erzählen möchte ist, dass wir 2013 nach einem Ticket-Dienst für den VVK für dieses Festival suchten und uns über die hohen Servicegebühren aufgeregt haben, die ja nicht nur wir, sondern auch unsere Besucher zahlen müssen. Besonders unfair fanden wir die Masche einen prozentualen Anteil auf den Ticketpreis zu kassieren, sodass bei einer Großbestellung schon ordentliche Summen zusammen kamen.“

Was stört dich an dem prozentualen Abschlag pro Ticket?

„Warum soll ein Besucher für ein 100,- € Ticket doppelt so viele Gebühren zahlen wie für ein 50,- € Ticket? Der Dienstleister, der Server oder der Support hat doch die gleiche Arbeit. Aus unserer Sicht waren wir als Veranstalter in der Pflicht den Besuchern, neben der besten Musik, besten Workshops auch den besten Ticket-Dienst zu bieten, der mit unseren Sinn von Fairness arbeitet. Der Besucher kann sich gegen den Preis nicht wehren, wenn er ein günstiges VVK-Ticket haben möchte.“

Und wie wurde aus diesem Problem dann EarlyBird-Tickets?

„Kurz um, es gab keinen Anbieter, also wurde der einzige Programmierer im Team (ich) auserkoren „mal eben schnell ein Script zu schreiben, welches das kann – mit den Tickets undso“. Mir war sofort klar, dass auch andere Veranstalter Interesse haben, so ein Script zu nutzen und das im Chaos enden würde. Also habe ich das Thema größer aufgefasst und gleich eine komplette Plattform umgesetzt, die mehre unabhängige Veranstalter und Veranstaltungen verarbeiten kann -> ein kompletter Ticket-Dienst mit allen Features.

Dieser Dienst ist www.earlybird-tix.de und er lief für alle Veranstaltungen von 2013 bis Ende 2017 völlig kostenfrei in der Nutzung von e-Tickets. Es wurde keine Werbung gemacht, alles lief über Mundpropaganda und man musste sich vorher per E-Mail kurz vorstellen, um einen Zugang zu erhalten.“

Wie fiel das Feedback der ersten Teilnehmer aus? Immerhin ist so eine komplette Eigenentwicklung ja auch oft eine große Herausforderung und Fehler keine Seltenheit.

„Seit 2013 liefen knapp über 100 Veranstaltungen über das System und mehr als 50.000 e-Tickets wurde abgewickelt. Das System funktionierte von Anfang an problemlos und wurde über den Zeitraum immer weiter ausgebaut und neue Funktionen kamen hinzu.
EarlyBird-Tix (EBTix) sponserte über die 4 Jahre vor allem eine Menge kleinere Festivals mit VVK-Zahlen bis 1000 Tickets.“

Woher kommt deine Erfahrung in diesem Bereich, die es dir ermöglicht, ein Hobbyprojekt so professionell aufzuziehen?

„Ich habe es immer als „privates Hobbyprojekt“ betrachtet, so ähnlich wie Du mit Goazin und ein wenig mit dem Schmunzeln, die teurere und oft schlechtere Konkurrenz ein wenig zu ärgern : -). Wobei Hobby und Beruf dabei verschmolzen, denn ich habe ähnliche Plattformen im Bereich Zahlungsdienstleistungen (ähnlich PayPal) zu der Zeit beruflich entwickelt und beide Seiten profitierten von neuen Ideen. Die Erfahrungsbasis von EBTix sind also sichere Zahlungs- & Bankensysteme für Kreditkartenabwicklung.“

Heute nimmst du max. 0,95 € pro e-Ticket und bis zu 2,80 € für einen kompletten Hard Cover Ticket Service. Jeder Veranstalter und auch die meisten Ticketkäufer dürften wissen, dass das um einiges günstiger ist, als vergleichbare Dienstleister. Dennoch, wie wurde aus dem kostenlosen Dienst die nicht mehr ganz kostenlose Variante?

„2016/2017 kam es zu einem kleinen „Boom“ bei EBTix und immer mehr Veranstaltungen und immer mehr Tickets wurden abgewickelt. Trotz hochautomatisierter Prozesse bedeutete das für mich immer mehr Zeitaufwand um Veranstaltern zu helfen (auch über den VVK hinaus), Käuferanfragen zu beantworten und weiterzuleiten und das System auszubauen. Auch die Kosten für die Infrastruktur stiegen und die Idee, es über ein Spenden-System aufzufangen, war „nicht richtig vermittelbar“. Im Früh-Sommer 2017 lag ich dann bei einer Arbeitszeit zwischen 10 bis 20 Stunden pro Woche, ohne Zeit für Weiterentwicklungen. Es war einfach nebenbei nicht mehr machbar und ich stand vor der Entscheidung, das Projekt komplett zu beenden, Veranstalter abzulehnen oder es auf eine Basis zu heben, wo es sich selber tragen kann, ohne seine Grund-Philosophie der Fairness zu verlieren.“

Also so ähnlich wie die Hürde, vor der viele Veranstalter stehen, wenn sie wachsen. 

„Es war so eine ähnliche Überlegung und ein ähnlicher Ansatz wie vom Free OA zu offiziellen aber kostenpflichtigen OA. Wie kann man es fair gestalten, trotz steigenden Kosten, höherem Aufwand und mehr Einnahmen? Ich habe lange mit mir gerungen und dann entschieden, es weiter fortzuführen. Einmal, um die ganze Arbeit (mehr als 1.000 Stunden nur Programmierung) nicht wegzuschmeissen, aber auch um zu schauen, wohin die Reise gehen kann. Wenn ich es schon nicht mehr kostenlos anbieten kann, dann zum günstigsten und fairsten Preis in Europa. Dann kann ich die teuren Anbieter immer noch Ärgern und Veranstalter können weiterhin die beste Ticket Option für ihre Besucher anbieten, ohne viel draufzahlen zu müssen.“

Wie hast du EBTix seitdem weiterentwickelt?

„Zuletzt habe ich das ganze System auf Hochperformance getrimmt und auf parallele Verarbeitung in einem Cloud-Cluster optimiert, um genug Ressourcen für größere VVK-Starts bereitstellen zu können. Gleichzeitig wurden alle Angebote professionalisiert, Grafiker beauftragt, Kooperationen geknüpft, Kontakte aufgebaut, Leute gesucht, für verschiedene freiberufliche Tätigkeiten (vorw. Support & Vertrieb) und alles andere, was ich mir mit der Entscheidung „aufgehalst“ habe . Vielen Veranstalter denken nicht immer daran, da die VVK-Gebühren ja der Besucher zahlt, aber es ist sein Gast, der da 4 bis 5,- € zahlen muss, die wären doch in 1-2 Bier auf dem Floor viel besser angelegt oder als Finanzierung für einen tollen Artist. Gerechnet mit meinen Ticket-Gebühren hat EBTix unserem Festival mit 10.000 Besuchern die Gebühren von über 20.000,- € gespart. Das landete aber nicht in unseren Taschen, sondern in einem 7. Floor auf dem Festival. 

Vor welchen Herausforderungen stehst du jetzt, 2018?
„Unter diesem Motto läuft das System jetzt, aber ich kann mit der Reichweite der großen Anbieter einfach nicht mithalten. Ich fühle mich ein wenig wie die Gallier, in Asterix gegen die Römer. Viele Veranstalter die von mir hören, sind interessiert und planen den Wechsel zu EarlyBird-Tickets, aber kommen noch nicht aus ihren Vertragslaufzeiten raus. Als würde man seine Festivalbesucher vertraglich binden, mehrere Jahre lang das Festival besuchen zu müssen. Sowas gibt es bei mir auch nicht. Menschen, denen es gefällt, bleiben von alleine gerne und alle anderen legt man doch keine Steine in den Weg, auf der Suche nach etwas anderem. Ich bin überzeugt, dass ich der Festival- und Tanzgemeinde auch als kostenpflichtiger aber günstigster Ticket-Service noch einen guten Dienst erweisen kann und wenn mehr davon wüssten, entsteht auch wieder mehr Fairness im VVK. Das Angebot: keine Anteile am Eintrittspreis oder Grundgebühr immer max. 0,95 € / eTicket.“.

Du supportest vor allem auch kleinere Events und Veranstalter, die noch am Anfang stehen ganz besonders. Wie genau?

„Kleine Festivals mit geringen Eintrittspreisen oder besonderen gemeinnützigen Anliegen schalte ich weiterhin umsonst, oder reduziere merkbar. Zudem gibt es die Erfahrung von über 10 Jahren e-Commerce / Payment-Service und 5 Jahre Ticket-Dienst gerne als Empfehlung dazu. Was bei anderen nicht geht, kompliziert ist oder als besonderer „Service“ bezeichnet wird, ist bei mir meist kein Problem. Wenn jemand eine besondere Anforderung an eine Funktion hat, baue ich sie kurzfristig und kostenlos ein. Wir kommen auch aufs Festival, installiere die Technik, schulen die Leute und helfen auch aus, wenn es am Einlass brennt, aber vor allem bleiben wir da und sind bei Problemen durchgehend vor Ort. Ich bin nicht künstlerisch begabt, kein DJ, Artist oder Dekokünstler (als Gast meist einfach nur auf den Floor), aber ich sehe mich ähnlich in dem Bestreben das Beste für eine Veranstaltung geben zu wollen.“

Wie siehst du die Zukunft für EBTix?

„EBTix ist aus der Szene für die Szene entwickelt worden und im Moment versuche ich, einfach mehr Leuten davon zu erzählen und sie zu begeistern, oder ihre Kritik als Verbesserung mitzunehmen. Ich habe die Szene lange und sehr gerne mit Leidenschaft unterstützt, sei es mit der Organisation von Partys, meinen Händen und Füßen oder auch mit diesem Ticket-System. Man kann „Karma“ nicht zurückverlangen , aber es wäre einfach toll wenn durch mehr Bekanntheit von EBTix wir mehr Festivals aus den „Klauen“ der vertragsbindenden teureren Anbietern entreißen könnten und sie „freier“ und mit mehr finanziellen Möglichkeiten gestalten könnten.“

 

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